Ist es wahr, dass Frauen in Deutschland bis 1977 ohne Erlaubnis des Ehemannes nicht arbeiten dürften?

9 Antworten

Nein, das ist eine Legende, die dadurch gestützt wird, dass das BGB als ganzes (über 2000 Paragraphen) nach dem Krieg als Gesetzbuch für die BRD übernommen wurde, obwohl einige Gesetze dem Grundgesetz (GG) widersprachen. So hatte der Gesetzgeber Zeit, das BGB schrittweise zu überarbeiten und ans GG anzupassen.

Die Gleichberechtigung (Art. 3, oder) stand seit 1949 im GG und im GG steht auch, dass erstens das GG über allen anderen Gesetzen steht, und zweitens unmittelbar geltendes Recht ist, d.h. es bedurfte keiner richterlichen Feststellung. Man kann sich umstandslos auf dieses berufen.

Das Gesetz über die Kündigung stand also lediglich auf dem Papier.

Des Weiteren wird selbst der alte Paragraph 1358 meist falsch wiedergegeben. Die Frau bedurfte nach diesem nicht der Erlaubnis, sondern der Mann musste aktiv werden, werden er nicht wollte, dass sie arbeitet. Zweitens musste er vor einem Gericht die Kündigung erwirken, es war also nicht in seine reine Willkür gestellt. Er musste sich auf eine Vernachlässigung ehelicher Pflichten berufen und diese dem Gericht plausibel machen.

Drittens konnte er eine einmal erteilte Erlaubnis nicht widerrufen, wohl um Rechtssicherheit für die Arbeitgeber zu schaffen. Das hat dann wohl dazu geführt, dass sich viele Arbeitgeber diese Erlaubnis ausdrücklich geben ließen, was den Eindruck erzeugt haben mag, dass Frauen generell einer solchen Einwilligung bedurften.

Außerdem gab es natürlich unverheiratete oder verwitwete bzw. geschiedene Frauen, die gar keinen Ehemann hatten, der ihnen das Arbeiten hätte verbieten oder erlauben können.

da stand noch nicht einmal ein Gesetz über die Kündigung lediglich auf dem Papier. Der Mann hatte seit dem Grundgesetz nichts mehr zu verbieten. Und wenn in einigen Gesetzen noch etwas frauenfeindliches stand, dann war das nur vergessen worden und galt nicht mehr. In Hessen in heute noch Todesstrafe, aber sie gilt nicht mehr.

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Ja, das gab es damals noch. Vermutlich hat aber kaum jemand davon Gebrauch gemacht. Wenn ein Ehemann sich beim AG beschwert hätte, dass seine Frau dort arbeitet, hätte die vermutlich gleich die Scheidung eingereicht. Ich denke dass es ein altes Gesetz aus der Kaiserzeit war, das einfach vergessen wurde. Homosexualtität war ja auch bis in die 70er strafbar. In den 70ern wurden viele alte Gesetze ersatzlos gestrichen. Die meisten wußten gar nicht, dass es diese überhaupt gab.

In Russland war Homosexualität sogar bis 1993 strafbar. Heute hassen die meisten Menschen Schwule und Lesben. 

Sind die meisten Beziehungen im heutigen Deutschland gleichberechtigt? Gibt es noch heute viele Menschen mit strengen patriarchalen Ansichten?

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@Vitaly89

vitaly homosexualität ist noch immer strafbar. frisch von putin wieder eingeführt.

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@laurastern7015

Nicht Homosexualität ist strafbar, sondern die öffenliche Propaganda der Homosexualität. Zuhause darf man tun, was man will, aber in der Öffentlichkeit nicht.

Sind die meisten Deutschen heute offen zum Thema Homosexualität?

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@Vitaly89

Ich kann ja nicht für die Allgemeinheit sprechen. Aber ich denke schon, dass die Mehrheit offen damit umgeht.  

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@Klaraaha

Danke! Gruss aus der Stadt Barnaul! :)

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Na ja, ganz so nun auch wieder nicht. Die Frau brauchte natürlich nicht die Unterschrift des Ehemannes, so wie ein Kind die Unterschrift der Eltern braucht.

Wennn kein Widerspruch des Mannes kam, konnte man davon ausgehen, dass er einverstanden war. Das heißt, die Frau konnte ihren Arbeitsvertrag schon alleine unterschreiben ...

Aber bis 1958 durfte ein Ehemann sogar ohne Zustimmung der Frau ihren Arbeitsvertrag kündigen. http://www.focus.de/wissen/mensch/geschichte/tid-21578/zum-weltfrauentag-meilensteine-der-frauenemanzipation-in-deutschland-die-erste-frau-die-ohne-erlaubnis-ihres-ehemannes-arbeiten-darf_aid_605621.html

Also waren Männer und Frauen in den meisten Beziehungen gleichgestellt?

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@Vitaly89

Das kommt immer - auch heute noch - auf die Qualität der Beziehung an. Es gibt Beziehungen, in denen beide gleichberechtigt sind und sich auch so verstehen, und es gibt Beziehungen, wo einer (oder eine!) das Sagen hat.

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aber nach 1958 hatte der Ehemann gar nichts mehr zu sagen in punkto Arbeit der Ehefrau. Würde sich ja auch alles dem Grundgesetz widersprochen haben. Wer hat nur diese falsche Behauptung aufgebracht.

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nein in deutschland war das nicht so, nur in westdeutschland. im osten hat den frauen keiner was zu sagen gehabt. die haben ihre entscheidungen alleine getroffen.

Danke!

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Na ja - was wäre wohl  los gewesen, wenn eine Frau gesagt hätte: "Ich habe keine Lust zu arbeiten, soll doch mein Mann das Geld verdienen!" ? So richtig frei war die Entscheidung zu arbeiten wohl doch nicht.

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@Pangaea

doch die entscheidung war so frei. dann ist diese frau eben zu hause geblieben. mein großvater war schmied und meine oma hat die 8 kinder versorgt zu hause, haushalt und garten und felder - nachmittags haben die kinder dann weiter gearbeitet. einer regulären arbeit ist sie zu keiner zeit nachgegangen - sie war immer nur hausfrau.

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@laurastern7015

Vieleicht hat es von Grösse der Stadt abgehangen. Auf dem Land war das Leben traditionelle, stimmt?

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@Vitaly89

nö. meine oma hatte die hosen an und hatte das heft in der hand, mein opa hat gemacht wie ihm aufgetragen^^ das muss an der weiblichen seite der familie liegen. alles frauen mit haaren auf den zähnen.

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@Pangaea

Dann Pangaea, wäre die Frau zu Hause geblieben. Das gab es gerade zu Beginn der DDR mehr als genug.

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im Westen wurde auch kein Ehemann gefragt wegen Arbeit, wer hat nur diese irrsinnige Auffassung erfunden. War doch gar nicht so. Ärgert mich irgendwie.

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In Westdeutschland war das tatsächlich der Fall, dort existierte sogar bis 1994 der "Schwulenparagraph" (§ 175), der sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts unter Strafe stellte. 

Die DDR war hier etwas fortschrittlicher. Beides existierte dort nicht. 

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