Ist es unreligiös an irrationale Dinge zu glauben?

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10 Antworten

Wenn man es ganz genau nimmt, dann ist der Glaube an irrationale Dinge ein Hauptbestandteil von Religionen. Gut erkennbar wird es aber erst, wenn man aufhört, nur auf die eigene Religion (in der man vielleicht fest gefangen ist) zu schauen, und dafür auf andere Glaubensrichtungen, in denen man sofort und knallhart Irrationalität erkennt. Ein streng gläubiger Mensch wird wohl kaum in seinem eigenen Glauben Irrationales erkennen, weil ja jeder überzeugte Anhänger seine eigene Religion für die einzige wahre hält.

Das hat mit der Religion nichts zu tun. Solange du darin nicht deine Erlösung siehst, ist es durchaus gestattet, an die Existenz irrationaler Dinge zu Glauben.

Als Christ sollte man sich nicht mit okkulten Dingen beschäftigen. Zauberei, Horoskopie etc. Diesen Aberglauben haben wir nicht nötig. Genausowenig wie die Toten anzurufen.

Davon rät die Bibel explizit ab.

Eben. Ihr habt ja bereits einen anderen Aberglauben. 

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es ist gegen die menschliche Vernunft, die uns von Gott geschenkt worden ist, Irrationales zu glauben. Insofern ist es unreligiös - genau so, wie zu glauben, dass es nichts gibt und geben kann, was über unsere Vernunft hinausgeht.

Die Ironie dabei ist, dass es auch irrational ist, an Gott zu glauben. 

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du denkst die Ratio viel zu eng, Ryuuk!

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@Eselspur

Man kann natürlich Definitionen aufweichen, bis am Ende alles rational ist. Rationalität wird aber allgemein mit Vernunft assoziiert. Rationale entscheidungen sind Erklärbar.
Religiosität ist das nicht, denn kein Gläubiger konnte bisher schlüssig erklären, warum er glaubt und warum an diese und keine andere Religion. 
Das ist nicht schlimm, denn Menschen sind nicht zu 100% rational. Auch Atheisten treffen irrationale Entscheidungen:
Ich selbst habe auch schon viele irrationale Entscheidungen getroffen, aber ich versuche mir immer so weit es mir möglich ist, das bewusst zu machen.

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man kann es auch einfach bescheuert finden, dass seit 250 Jahren einige Vernunft so versuchen zu denken, dass sie dem Gottesglauben entgegenstehen soll!

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@Eselspur

Das bezieht sich doch nicht nur auf den Gottesglauben, sondern auf den Glauben an sämtliche Fabelwesen.

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Unreligiös ist es zu glauben dass Jesus dein Retter ist, Religion ist der Versuch sich den Himmel mit guten taten und Heuchelei zu erarbeiten.

Die Katholische Kirche, also der größte Feind der Bibel und Christen, hat sehr viel mit Religion zu tun und somit auch mit Zauber, Magie usw...

Wäre aber sinnvoll wenn du wissen würdest das Katholiken keine Christen sind, das alles wird nämlich in der Bibel als Falsch beschrieben, wie auch der großteil der Katholischen Kirche.

Katholen sind Chisten. Auch wenn es Dir nicht passt. 

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@HumanistHeart

Ich denke nicht das es irgendein Atheist aus dem Internet besser weiß als Tausende Christen.

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@crashy2002

Ermmm... doch. Und es sind nicht nur tausende. Es sind Millionen.

Abermillionen Christen, meist mit evangelikalem Hintergrund, behaupten Katholen wären keine Christen. Und die liegen halt falsch, weil Katholen nun mal per Definition Christen sind. Wie diese Definition aussieht, obliegt nicht Dir. Nicht den Millionen von evangelikalen Christen und – bevor Du fragst – mir übrigens auch nicht. 

Jedenfalls...  Seit wann entscheidet die Mehrheit darüber, wie die Realität beschaffen ist? 

"Argumentum ad populum". So der Name von Deinem Fehlschluss, falls Du darüber was lesen willst.

Alles andere ist Apologetik.

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P.S., nur so als Info, denn als Argument brauch ich das jetzt nicht. Aber Atheisten wissen gemeinhin an besten Bescheid über Religion. Der Vollständigkeit halber.

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@HumanistHeart

Einigen wir uns doch einfach auf "gläubige oder praktizierende Katholiken sind Christen".

Als Katholik ist man nicht zwangsweise Christ. Der Papst ist auch nicht automatisch Christ. Ich weiß es nicht von ihm, aber ich vermute es schon stark. Und als nicht den Staatskirchen Angehörender ist man auch nicht automatisch Atheist.

Da stehen wir wieder vor dem alten Definitionsproblem. Auf der einen Seite wird behauptet, jeder Katholik sei Christ. Auf der anderen Seite wird nicht hingenommen, dass die Mehrheit (>50,0%) der Deutschen Evangelisch oder Katholisch ist... das sei dann ja nur auf dem Papier.

Ist es nicht irrational, hier eine Unterscheidung zu treffen?

Christ ist jemand, der an Jesus Christus als Gottes Sohn glaubt und für den die Bibel die Grundlage seines Glaubens ist. Ob das nun ein Freikirchler ist oder ein Katholik oder ein Zeuge Jehovas, ist dabei unerheblich.

Und bitte nicht wieder das "Wahre Schotten"-Ding auspacken. Wie einer seinen Haferschleim würzt, hat damit nun wirklich nichts zu tun. Es geht hier um eine klare Abgrenzung von "ich bin schon irgendwie christlich, weil ich zu Weihnachten in die Kirche gehe" und einem Menschen, der die Lehre Jesu wirklich einigermaßen ernst nimmt und versucht danach zu leben.

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@danhof

Die Definition bei Wiki ist in der Tat sehr hilfreich:

"Beliebt ist diese rhetorische Figur auch in der Politik; etwa wenn
Kritiker ihre Gegner als keine wahren Sozialisten oder Konservative klassifizieren, wenn diese eine vom Parteikonsens abweichende Meinung vertreten."

Leuchtet sofort ein. Jemand, der den Sozialstaat demontieren will und sich nur noch für die Rechte der ArbeitGEBER einsetzt, ist in der Tat kein wahrer Sozialdemokrat, da ein Sozialdemokrat so etwas nicht tun würde.

Ein absolut legitimer Ansatz, schwarze Schafe innerhalb der Gemeinschaft zu identifizieren und zu benennen.

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@danhof

"Christ ist jemand, der an Jesus Christus als Gottes Sohn glaubt und für den die Bibel die Grundlage seines Glaubens ist. Ob das nun ein Freikirchler ist oder ein Katholik oder ein Zeuge Jehovas, ist dabei unerheblich."

Exakt so ist es. Dass die "einen" Christen dabei meinen, die "anderen" Christen würden das falsch praktizieren, ist völlig unerheblich. Es bleiben alle Christen. Exakt nach der von Dir gegebenen Definition. 

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@danhof

Da hast du recht, Religionsbekenntnisse spielen absolut keine Rolle, mit Katholiken meine ich aber nicht Menschen mit einem Katholischen Religionsbekenntnis, sondern Menschen die die Lehren des Papstes praktizieren.

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Es ist doch gerade die Grundeigenschaft von Religion, an irrationale Dinge zu glauben.

An Gott zu glauben ist auch irrational, also eher nicht. Zudem wird in der Bibel an mehreren Stellen Zauberei praktiziert.

Religion ist irrational, ohne den Glauben an irrationale Dinge gäbe es keine Religionen. 

Religionen Böse, Religionen Schuld an allem, Hexenfabrennung bla bla...   Bei euch ist auch nur das Negative hängengeblieben, jedoch wird das positive des Glaubens von euch heruntergespielt, passt es ja nicht in das medial vorgeformte Weltbild!

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@Sobaron

Ich habe nur geschrieben, dass Religionen irrational sind. Es gibt keinen Grund, die Existenz von Göttern oder einem Leben nach dem Tod anzunehmen, also ist der Glaube daran irrational. 
Irrationalität ist doch nicht auf Religionen beschränkt, sie ist fester Bestandteil des menschlichen Seins

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@Sobaron

in das medial vorgeformte Weltbild!

Ich befasse mich seit über 40 Jahren mit dem Thema. Du kannst mir Manches vorwerfen, aber nicht Mangel an eigenen Erkenntnissen.

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Nein, eigentlich müsste man als Christ an Zauber glauben man sollte sich aber auf keinen Fall dem hingeben.

Okay...Frage, nur damit ichs richtig verstehe: Eine Frau, die jungfräulich ein Kind gebirt, welches Jahre später am Kreuz stirbt und drei Tage später weider aufersteht wäre also nicht irrational? Also christlich gesehen?


Genau so Antworten waren doch der Sinn der Frage! ;-)

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Christlich gesehen? Nein, das ist nicht irrational.

Der Christliche Glaube basiert ja auf der Annahme dieser von dir genannten Aussagen.

Wenn ich etwas gründe, das sich "Schräge Mathematik" nennt und dort definieren, dass bei jeder Addition immer eins mehr rauskommt, dann ist 1+1=3 eben NICHT irrational. Jedenfalls nicht von innerhalb des Systems aus betrachtet.

Wenn jemand keinen Zugang zum Glauben hat, finde ich das schade. Man muss deshalb aber nicht den Glauben schlecht machen, OK?

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@danhof

Ich GLAUBE nicht, liebe(r) Danhof, dass MaraMiez den Glauben schlecht machen wollte:

Sie verwies darauf, dass heutzutage die Rationalität Generalkonsens ist (um in Deinem Bild zu bleiben: 1+1=2 und nicht 3) - und dass es andere Konsensus gibt, die aber vom Generalkonsens aus betrachtet irrational erscheinen.

Wenn jemand keinen Zugang zu solch einem Glauben hat, so ist das m.E. "kein Wunder" - Da muss sich der Glaube hat a bisserl mehr anstrengen, gelt?

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@danhof

Ich mache nicht den Glauben schlecht.

Ich hab selbst eine Religion. In meiner schwängert jeden Sommer der Gott die Göttin, stirbt im Winter und wird im Frühling von dieser Göttin wieder geboren.

Ich glaube daran, aber ich weiß auch, dass es irrational ist und würde nie etwas anderes behaupten. Weil ich weiß, dass es nur eine Geschichte ist. Eine bildliche Umschreibung für die Jahreszeiten. Wär ja sonst echt gruselig...da schwängert einer Jahr für Jahr seine eigene Mutter mit seinem Klon. Nichts anderes ist die jungfräuliche Geburt von Jesus und seine Auferstehung nach dem Tod. Eine Geschichte. Geboren von einer im Herzen reinen Frau, aber 100% nicht von einer, die keinen sexuellen Kontakt zu einem Mann hatte und nach seinem Tod ins Paradies "auferstanden", aber weiterhin tot. Tote Menschen stehen nicht wieder auf (und wenn doch, wär das nichts himmliches sondern ein Zombie).

Es ist überhaupt nichts schlimmes dabei, an etwas irrationales zu glauben, das Problem ist, wenn man das dann als Wahrheit bezeichnet und alles andere als falsch und Lüge abtut, ohne auch nur im Ansatz einzugestehen, dass es vielleicht doch nicht die einzige Wahrheit ist.

Das ist aber kein Problem der jeweiligen Religion, sondern des einzelnen Menschen.

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@danhof

Wenn ich etwas gründe, das sich "Schräge Mathematik" nennt

Die Realität ist aber nichts, was sich durch unsere Bestimmungen beeinflussen ließe. Sie ist, wie sie ist.

Wenn Du Deine schräge "Mathematik" gründest, verwendest Du den Begriff "Mathematik" zu unrecht. Sie hat nichts mehr mit der Realität zu tun.

Dies gilt noch viel mehr für alle naturwissenschaftlichen Bereiche.

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@MaraMiez

Warum sollte ich an etwas glauben, wenn ich davon überzeugt bin, dass es irrational ist?

Das ist, als ob ich eine schwere Krankheit habe und ganz fest davon überzeugt bin, dass mich Medikament X oder Doktor Y gesund machen kann – gleichzeitig aber sicher bin, dass das Quatsch ist.

Natürlich ist für einen Glaubenden sein Glaube die Wahrheit. Ich geh doch nicht in die Kirche und sage "Naja, das mit Jesus ist zwar Quatsch, aber die Predigt ist immer so cool".

Ich stehe zu meinem Glauben und für meinen Glauben ein. Gleichzeitig verurteile ich niemanden, der diesen Glauben nicht teilen kann oder will. Schon gar nicht würde ich deshalb zu den Waffen greifen. Ich kann sogar mit Atheisten in die Kneipe gehen. Aber mein Glaube, meine innerste Überzeugung, ist für mich weder verhandelbar, noch irgendeine lauwarme Sparflamme.

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@realsausi2

Das war auch nur zur Veranschaulichung gedacht.

Nehmen wir was anderes: 1 + 1 = 10

Das ist mathematisch sogar korrekt. Sofern wir uns im Binärsystem aufhalten.

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@danhof


Warum sollte ich an etwas glauben, wenn ich davon überzeugt bin, dass es irrational ist?

Musst du ja auch nicht, wenn du das nicht willst.

Aber Andere nehmen sich diese Exklusivität eben nicht raus.

Für mich ist jede Religion, ob monotheistisch oder polytheistisch, oder wie der Buddhismus ohne irgendeinen Gott, am Ende das Selbe. Unterschiedliche Perspektiven auf die gleiche Sache. Und auch komplett rationale Wissenschaft betrachtet die gleichen Dinge...nur aus einem anderen Blickwinkel. Daher würd ich nie behaupten, dass irgendeine Perspektive davon falsch ist und nur meine unumstößlich stimmt.

Als würden 2 Menschen vor einem Haus stehen, nur auf verschiedenen Seiten. Der Eine sieht eine Tür, der Andere ein Fenster. Keiner kann sehen, was der Andere sieht, das heißt aber nicht, dass es nicht wahr ist. Das Irrationale wäre dann, zu sagen "In dem Haus lebt eine ältere Dame und die hat 5 Katzen." und der Andere sagt "Es ist eine junge Familie mit einem Hund." Das sind nämlich die Dinge, die man nicht wissen kann, sofern man nicht ins Haus geht, sondern sich nur als Geschichte zurecht legen. Und für beide Personen ist ihre jeweile Geschichte wahr. Keine ist falsch.

Und es ist in Ordnung, seine nicht beweisbare Geschichte zu glauben. Solang man weiß, dass sie nicht beweisbar ist und falsch sein könnte, das weiß man eben erst hinterher.

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