Ist es Unfallflucht, trotz sofortiger Rückkehr an den Unfallort

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4 Antworten

Hallo HubbaBubba2014,

Die von Dir geschilderte Unfallflucht kann nach folgenden Gesetz bestraft werden:


§ 142 StGB Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort

(1) Ein Unfallbeteiligter, der sich nach einem Unfall im Straßenverkehr vom Unfallort entfernt, bevor er

  1. zugunsten der anderen Unfallbeteiligten und der Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung durch seine Anwesenheit und durch die Angabe, daß er an dem Unfall beteiligt ist, ermöglicht hat oder

  2. eine nach den Umständen angemessene Zeit gewartet hat, ohne daß jemand bereit war, die Feststellungen zu treffen,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Nach Absatz 1 wird auch ein Unfallbeteiligter bestraft, der sich

  1. nach Ablauf der Wartefrist (Absatz 1 Nr. 2) oder

  2. berechtigt oder entschuldigt

vom Unfallort entfernt hat und die Feststellungen nicht unverzüglich nachträglich ermöglicht.

(3) Der Verpflichtung, die Feststellungen nachträglich zu ermöglichen, genügt der Unfallbeteiligte, wenn er den Berechtigten (Absatz 1 Nr. 1) oder einer nahe gelegenen Polizeidienststelle mitteilt, daß er an dem Unfall beteiligt gewesen ist, und wenn er seine Anschrift, seinen Aufenthalt sowie das Kennzeichen und den Standort seines Fahrzeugs angibt und dieses zu unverzüglichen Feststellungen für eine ihm zumutbare Zeit zur Verfügung hält. Dies gilt nicht, wenn er durch sein Verhalten die Feststellungen absichtlich vereitelt.

(4) Das Gericht mildert in den Fällen der Absätze 1 und 2 die Strafe (§ 49 Abs. 1) oder kann von Strafe nach diesen Vorschriften absehen, wenn der Unfallbeteiligte innerhalb von vierundzwanzig Stunden nach einem Unfall außerhalb des fließenden Verkehrs, der ausschließlich nicht bedeutenden Sachschaden zur Folge hat, freiwillig die Feststellungen nachträglich ermöglicht (Absatz 3).

(5) Unfallbeteiligter ist jeder, dessen Verhalten nach den Umständen zur Verursachung des Unfalls beigetragen haben kann.


Aber wenn keine Polizei vor Ort war, wird vermutlich erst gar keine Strafverfolgung stattfinden.

Du hast Deine Beteiligung am Unfall zugegeben und nun ist es nur noch eine Sache zwischen Dir und dem Unfallgegner, bzw. zwischen Deiner Versicherung und dem Unfallgegner. Die Versicherung stellt jedenfalls keine Strafanzeige wegen des unerlaubten Entfernens vom Unfallort.

Sollte aus welchen Gründen auch immer Ermittlungsverfahren gegen Dich eingeleitet werden, kann von einer Bestrafung abgesehen werden oder die Strafe gemildert werden, wenn es sich um einen Bagatellschaden handelt. Das OLG Hamm hat mit dem Beschluß vom Beschl. v. 30. 9. 2010 festgelegt, dass die Höhe eines Bagatellschadens allerdings nur Maximal 1300,00 Euro betragen darf.

Schöne Grüße
TheGrow

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Wenn der Räuber hinterher reumütig das Geld in die Bank zurück bringt, war es dann gar kein Bankraub?

Wenn da nix mehr nachkommt, hast Du einfach Glück gehabt. Grundsätzlich hast Du Dich trotzdem wegen Unterlaubtem Entfernen vom Unfallort strafbar gemacht. Das, was Du danach getan hast, nennt sich "Tätige Reue". Das führt zu Strafmilderung, macht aber die Straftat nicht ungeschehen. Das klingt aber alles eher danach, daß da wirklich nix mehr nachkommt.

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Du hast eher keine Strafe zu befürchten, du bist ja noch bevor die Polizei ermittelnd tätig geworden ist an den Unfallort zurück gekommen und hast dem Geschädigten alle notwendigen Angaben gegeben,

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Es ist und bleibt §142 StGB Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort...

Aber keep kool - so wie du das geschildert hast ist der Geschädigte ja mit deiner "Reue" zufrieden. Aber selbst wenn nicht + es käme zur Anzeige - wäre es denkbar das sie von deiner Tatschilderung her nichts macht, bzw. ein kl. Ordnungsgeld verhängt...

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