Ist es tatsächlich so, dass ein verhältsmäßig größerer Teil der Muslime fundamentalistisch eingestellt ist als das bei Juden und Christen der Fall ist?

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10 Antworten

Im Islam gibt es 73 glaubensrichtungen, heißt 73 Interpretationen vom Islam, die nun ausgeübt werden.

Natürlich nehmen einige dieser glaubensrichtungen den heiligen Quran Wort wörtlich, was man jedoch nicht machen sollte.

Der Quran wurde dem heiligen Propheten innerhalb 23 Jahren offenbart, damit er nebenbei die Gefährten unterrichten kann, damit diese wiederum auch weiterlehren dürfen.

Im Quran findet man oft symbolische oder aber auch u.a. Metaphorische Erläuterungen.

Der Quran besteht aus Wort Gottes, jedoch darf man dies nicht dazu hinführen alles Wort wörtlich zu nehmen.

Wenn im Quran steht z.b. Ihr sollt das Schwein töten. Dann geht man nicht ums eck und tötet ein Schwein sondern damit ist der eigene Schweine Hund gemeint/ das eigene Ego usw.

Da es jedoch soviele Spaltungen im Islam gibt sollte man versuchen sich einer glaubensrichtung zu wenden, die Frieden ausdrückt und dies auch vermitteln will.

Ich selbst als Muslim verstehe einige radikale Gruppierungen überhaupt nicht, da diese die wahre lehren des Islams nicht wiedergeben.
LG:)

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Die klare Antwort: leider ja.

Der angesehene Wissenschaftler Ruud Koopmans aus Berlin hat die Einstellungen von Moslems und Christen in sechs westeuropäischen Ländern untersucht.

Ergebnis: 

Die Studie zeigt das Erstarken des Fundamentalismus unter
muslimischen Bürgern, besonders in Frankreich, den Niederlanden,
Belgien und Österreich, ebenso – wenn auch in geringerem Maße –
in Deutschland und Schweden.

Demnach sagen 65 Prozent der befragten Muslime,
religiöse Regeln seien wichtiger als weltliche Gesetze, 75 Prozent
meinen, es könne nur eine Auslegung des Koran geben.

Besonders aussagekräftig wird die Studie
dadurch, dass auch einer Vergleichsgruppe von Christen dieselben
Fragen gestellt wurden – auch dort gibt es ja Fundamentalismus.

Hier fanden allerdings nur 13 Prozent religiöse
Regeln wichtiger als weltliche, und 17 Prozent meinten, es gebe nur
eine wahre Bibel-Auslegung. Demnach wäre der Fundamentalismus im
islamischen Milieu mehr als viermal so groß.


Fast 60 Prozent der befragten
Muslime lehnten Homosexuelle als Freunde ab, 45 Prozent denken, dass
man Juden nicht trauen kann, und ebenso viele glauben, dass der
Westen den Islam zerstören will. 
Die
entsprechenden Werte unter christlichen Befragten im Vergleich: Immerhin 9 Prozent sind offen antisemitisch, 13 Prozent wollen keine homosexuellen Freunde, und 23 Prozent glauben, dass die Muslime die westliche Kultur zerstören wollen.

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Kommentar von M4H0M4T1X
11.06.2016, 10:51

Wie in meinem beitrag schon erwaehnt, wenn ein Muslim was gegen Juden oder Homosexuelle hat, dann hat er den Islam falsch verstanden und hat nur Braune stinkende masse im Kopf.

Ausserdem glaube ich nicht dass der Westen sich auf die Zertoerung des Islams fokussiert. Ich glaube eher dass die Zerstoerung des Islams ein Nebeneffekt der ganzen Oel- und Geldkriege des Westens ist.

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ich geb dir völlig recht: das alte Buch ist alt, tot, längst vergangen, in einer Sprache die kein Araber heute mehr spricht.

Das Problem ist also wirklich, wie die heutigen Sunniten ihr altes Buch lesen: was sie herauslesen und was sie hineinlesen.

zb steht nirgends im Koran, dass jeder Vers wortwörtlich Allahs Wort ist. Und da steht auch nirgends, dass der Koran ein Strafgesetzbuch für alle Zeiten und alle Lebenssituationen der Menschheit ist. Und da steht auch nicht, dass Mohamed der vorbildlichste Mensch ist der je gelebt hat.

Das alles sind menschengemachte Dogmen und völlig unplausible Behauptungen von Menschen späterer Zeit, die sich als Autoritäten aufführen.

Menschen, die sich Gesetze und Vorschriften zusammenphantasieren, ohne irgendwelche Indizien dafür, dass sie Gottes Willen besser erkennen können als der Rest der vernunftbegabten Menschheit - das sind dann eben sunnitische Autoritäten, anmassend, selbstherrlich von sich behauptend, sie seien unfehlbar in ihren Urteilen (Fatwas).

Dass alte Bücher, speziell hier der Koran, auch ganz anders gelesen und gelebt werden kann, zeigen zb die Alewiten, Alawiten, Sufis etc

Zu deiner Frage: das gelebte Sunnitentum der Gegenwart differenziert sich gewiss nicht in 'liberal' und 'fundamentalistsisch', sondern in Sunniten in der Minderheit und Sunniten in der Mehrheit.

Sunniten in der Minderheit müssen sich, angesichts der traurigen Tatsache, dass der säkulare Staat ihnen keine Scharia-Polizei erlaubt, eben als 'Aiman Mazyek im Schafspelz' präsentieren, als nette Vertreter der Religion des Friedens und der Toleranz von nebenan.

Gleichzeitig verteidigt zb ein Hamburger Imam beim Tag der offenen Tür die Steinigung von Sündern, weil Frauen & Männer gleichberechtigt gesteinigt werden.

Ausschliesslich der säkulare Staat ist fähig dazu, diese Religionsauffassungen zu domestizieren, zu bändigen und davon abzuhalten, Anders- und Nichtgläubige zu verfolgen und umzubringen.

Lass uns alles tun, um den säkularen Staat zu erhalten und zu stärken.

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Der Islam baut sich auf drei Lehren auf:

  • Koran, das sind die Texte die Mohammed von einem Engel ampfangen haben will, und die als unveränderbares Wort Gottes gelten.
  • Sunna, das sind Texte, auch Hadithe genannt, die von der Lebensführung, den Lebensweisheiten und den Umständen um Mohammed berichten.
  • Scharia, welches die Rechtssprechung des Islam beinhaltet, und durch Rechtsgutachten, Fatwas genannt, auch laufend erweitert werden.

Diese drei Bausteine sind für Muslime maßgeblich und unveränderbar, weshalb man auch von Doktrinen spricht.

Der Umstand ist dann auch gleich das Resultat der Islamkritik, die den Islam von seinen Lehren und Auslegungen im Mittelalter sieht. Dies insbesondere auch deshalb, weil es von den Muslimen praktiziert wird.

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Leider ist es tatsächlich so. In einer anderen Antwort stehen dazu bereits gute Zahlen, ich war gerade dabei dir die gleichen Ergebnisse der Studie zu nennen.:-)

Offen gelebter Fundalismus ist allerdings das Ergebnis unserer eigenen Intoleranz und mangelnder Akzeptanzbereitschaft. In der Vergangenheit wurde seitens der Politik keinerlei Einfluss darauf genommen, Muslime in unsere Gesellschaft zu integrieren. Muslimische Jugendliche haben es nachweislich schwerer,einen Ausbildungsplatz zu finden. Das Bildungsniveau in Stadtteilen, in denen Muslime die Mehrheit bilden, ist überall katastrophal schlecht. Seitens des Staates wurde und wird kein Einfluss darauf genommen und es erfolgen kaum Konsequenzen, wenn verfassungsfeindliche Lehren in Moscheen verbreitet werden. So sind Patallelgesellschaften entstanden. Würde von unserer Seite aus weniger diskriminert, wäre der Islam in Deutschland und Europa sehr viel weniger fundamentalistisch.

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Kommentar von 1988Ritter
11.06.2016, 10:45

Da ich hier im Bereich Rhein und Ruhr lebe, und Muslime seit meiner Kindheit erleben durfte, muss ich Dich aus dem täglichen Leben darauf hinweisen, was Du schreibst stimmt nicht !!!

Nachweislich hat man sich immer sehr um die Muslime bemüht.

Nachweislich haben die Muslime diese Bemühungen stets zurück gewiesen und nicht anerkannt.

Hierzu gibt es eine Vielzahl von Beispielen, wobei ich nur zwei Beispiele jetzt herrausstelle:

  • Muslimische Schüler lehnen oft Lehrerinen ab, weil sie sich von einer Frau nichts sagen lassen wollen. Ähnlich schaut es im Berufsleben aus.
  • Muslimische Mädchen schotten sich von Andersgläubigen ab, da sie keinen vorehelichen Kontakt haben dürfen, und zudem nur mit einem Muslim verheiratet sein dürfen

Wenn man nur diese zwei Punkte nimmt, dann reduziert sich der Anteil der Muslime, die einen offenen und austauschbaren Kontakt wünschen drastisch !!!

Die Parallelgesellschaften sind das Resultat muslimischen Gedankengutes.

Eine angebliche Diskreminierung von Muslimen ist faktisch eine Falschbehauptung.

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Sie sind alle fundamentalistisch, denn sie alle haben ein unbelegtes Fundament des Glaubens, dass sie nicht anzweifeln.

Bei den Christen ist Rosinenpickerei eben in Mode gekommen. Die brutalen, widersprüchlichen oder einfach nur absurden Stellen  werden dann einfach für symbolisch erklärt. Das machen auch einige Muslime so,aber weitaus weniger.

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Kommentar von MarkusKapunkt
11.06.2016, 09:18

Es ist keine Rosinenpickerei, wenn man seine Religion kritisch hinterfragt und sich ein differenziertes Bild von ihr macht. Dass ist Rationalismus, der Gegenpol zum Fundamentalismus. Und es ist nicht nur Mode, sondern Weiterentwicklung. Traditionen ehren und trotzdem mit der Zeit gehen schließt sich nicht aus und ist auch nichts schlechtes. Auch Muslime sind dazu in der Lage, sich weiterzuentwickeln, aber ihr kulturelles Temperament lässt so eine Weiterentwicklung in vielen Fällen nur schwer zu. 

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In Deutschland gibt es genug Christen vorallem Katholiken, die sehr konservativ sind und alles was nicht im Einklang mit Gottes Geboten sind, verteufeln. Stell mal ein knutschendes Schwules Päärchen in ein erzkatholisches  Dorf und das gleiche in ein streng muslimisches Dorf. In beiden Dörfern würde man mit den Mistgabeln jagt auf das Paar machen.

Oder zieh mal als evangelisch Getaufter in eine erzkatholische Region. Obwohl du Christ bist, hast du einen extrem schweren Stand da, selbst dort einen Job zu bekommen ist nahezu unmöglich. Kenne da genug Beispiele.


Von daher würde ich keiner Religion einen heiligen Schein attestieren. Glauben ist ein Stückweit auch Egoismus, da jeder Glaube für sich beansprucht, der einzig wahre Glaube zu sein.

Und selbst wenn man im Islam die Taten von Islamisten jetzt hervorheben möchte. Auch im Namen des christlischen Glaubens, vorallem der katholischen Kirche wurden in der Menschheitsgeschichte schon viele Frauen, Männer und Kinder verfolgt und ermordet.

Das schlimme ist, das der Mensch aus seinen Taten nichts lernt. Wenn etwas lang genug her ist, fängt der Mensch an die selben Fehler wieder zu tun.

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Kommentar von Referendarwin
11.06.2016, 01:09

Mal ehrlich, dass ist doch Quatsch mit den Dörfern. In einem katholischen Dorf würden die Leute allenfalls missmutig gucken und im schlimmsten Fall beleidigen. In einem muslimischen Dorf hättest du Angst um deine Haut.

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Hauptsache deutsche Leute antworten auf diese frage.....wo ist der Sinn :D

Meiner Meinung nach sollte man kein Religioeses Buch woertlich nehmen, da sonst missverstaendnisse auftreten koennen (siehe IS, Al Kaida, Taliban, die nehmen den Koran auch Woertlich).

Tatsaechlich aber ist der Islam eine sehr friedliche Religion, wenn sogar die friedlichste dieser Welt. Natuerlich kann man das nicht zu 100% sagen.

Um jetzt auf deine Frage zu antworten: Ja, leider wird vieles Woertlich genommen. Das ist leider ein grosses in unserer Muslimischen Bevoelkerung. ich wage mal zu behaupten, dass 70% des im Koran erwaehnten metaphern sind (z.B. der Krieg gegen unglaubige).

Im Koran wird mehrmals strikt erwaehnt, sich von `Unglaeubigen fern zu halten und sie zu bekaempfen. Wenn man es jetzt woertlich nimmt, versteht man unter bekaempfen das toeten der menschen, die nicht Muslimisch sind.
Nimmt man das aber metaphorisch (keine ahnung wie das geschrieben wird :D), dann kann man folgendes daraus lesen:
Aus `Toeten und Abschlachten` wird ploetzlich ein Kampf im Innern des Menschen. man kaempft gegen die Sachen und Dinge, die dem Menschen schaden, aber Spass machen koennen. Gutes Beispiel ist hier jetzt Alkohol.

Da die nicht glaeubigen alkohol trinken, sollte man den Kontakt mit ihnen - wenn sie gerade Alkohol zu sich nehmen - vermeiden, denn bekanntlich hat die Umgebung des Menschen grossen Einfluss auf seine Hndlungen und Angewohnheiten. Man bekaempft also sozusagen nicht den nicht glaeubigen Menschen, sondern das, was sie zu sich nehmen.

Deswegen sollte man nicht alles Woertlich nehmen, sonst ist man schnell auf der Falschen schiene, nd glaubt richtig zu handeln.

ich hoffe konnte es gut erlaeutern Peace out und salam,

M4H0M4T1X

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Über Juden glaube ich das eher nicht, aber es gibt jede Menge funamentalistischer Christen auf der ganzen Welt - s. z.B. USA - und auch in Deutschland einige "Gemeinden" (eher Freikirchen), die die Bibel sehr wörtlich nehmen und sehr engstirnig eingestellt sind. Ob die auch gewalttätig würden, bezweifele ich bei den meisten, aber sie sind sicher leichter dazu zu manipulieren, weil ihr Glaube eben einschließt, dass man nichts anderes glauben und nicht zweifeln darf.

Meines Wissens haben Juden eher nicht so eine starke Tendenz zur "Verteidigung" ihres Glaubens oder dazu, sich durch Andersgläubige bedroht zu fühlen?

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Kommentar von Referendarwin
11.06.2016, 02:12

In Israel gibt es auch Fundamentalisten, ebenfalls ziemlich übel. Nur glaube ich einfach, dass bei Muslimen das Verhältnis Moderate/Fundamentalisten einen ziemlich kleinen Wert annimmt.

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Kommentar von Agentpony
11.06.2016, 10:24

Meines Wissens haben Juden eher nicht so eine starke Tendenz zur "Verteidigung" ihres Glaubens oder dazu, sich durch Andersgläubige bedroht zu fühlen?

Das Judentum funktioniert auf einer anderen Basis, was darauf basiert, daß man sich für Gottes auserwähltes Volk hält.

Das bedeutet auch, daß es nicht-Juden wenig brächte, wenn sie ihre Ideologie anderen auferlegen würden. Sie stehen daher nicht im missionarischen Konkurrenzkampf mit anderen Religionen.

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Das ist mit ziemlicher Sicherheit der Fall. Ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass es zumindest in Deutschland so eine Art von Fundamentalismus von wenigen Ausnahmen abgesehen fast nur noch unter den Muslimen gibt.

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