Ist es strafbar, wenn ich einen Hund töte der meine Tochter anfällt?

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8 Antworten

Im Gegensatz zum überwiegenden Teil der User bin ich der Auffassung, dass keine Notwehrlage vorliegt. Einer Notwehrlage liegt immer der willentliche Angriff eines Menschen gegen ein Rechtsgut vor. Würde der Hund auf das Kind gehetzt, läge eine Notwehrlage vor, nicht aber, wenn er aus eigenem Entschluss angreift. 

Aus der Sachverhaltsschilderung geht hervor, dass dem Angriff kein Menschenwille zugrunde liegt. Daher auch keine Notwehrlage. Allerdings wäre ein Notstandshandeln nach § 34 StGB oder § 228 BGB zulässig. Hierbei müsste aber im Gegensatz zur Notwehr eine Rechtsgüterabwägung stattfinden, die aber recht einfach wäre. Das Leben und/oder die Gesundheit eines Menschen zählt mehr als das des Hundes. 

Im Endeffekt wäre also zur Abwehr dieser Gefahr auch die Tötung des Hundes erlaubt. Selbst bei der Beteuerung des Hundehalters, dass der Hund gaaaanz friedlich wäre und nur spielen wollte, könnte nachträglich nichts an der Gefahrenprognose ändern. 

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Du darfst alles tun, was nötig ist, um Gefahr von deinem Kind abzuwenden. Das nennt man Notwehr/Nothilfe.

Ich finde es aber seltsam, auf einem Kinderspielplatz ein Messer mitzführen...

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Kommentar von YYUXX
18.07.2016, 14:38

Siehe oben nur ein Gedankenspiel. 

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Zunächst ist das erstmal Sachbeschädigung. Weiterhin höchstwahrscheinlich Nothilfe. Diese erlaubt dir, mit angemessenen Mitteln die Gefahr abzuwenden. Solltest du trotzdem verknackt werden, wenn der Hund zu Tode kommt, bleibts sicher bei ner Geldstrafe, kann mir nicht vorstellen, daß so etwas - selbst bei nem harten Richter - eine Bewährungsstrafe zur Folge hätte.

Tipps zur Hundeabwehr: Ein kräftiger Schlag/ Tritt auf die Nase (kann bei großen Hunden aber auch nur vorübergehend helfen).

Wenn du feste Schuhe anhast, ein gezielter Tritt mit der Spitze von der Seite auf den Brustkorb (nur als Mann zu empfehlen) Ziel ist es, ein oder zwei Rippen zu brechen, so daß diese die Lunge durchstoßen, der Hunde erstickt und verblutet innerlich.

Bei großen Hunden (nur wenn sie schon beißen) von hinten über den Rücken stellen/sich halb drauf setzen, die Vorderbeine mit den Händen fassen, sich richtig drauf setzen und gleichzeitig die Beine nach außen ziehen. Bricht dem Tier den Brustkorb und zerstört die Schultergelenke.

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Kommentar von furbo
18.07.2016, 16:28

Sorry, aber du hast offenbar noch nie tatsächlich gegen einen angreifenden Hund gekämpft. Ich war in der Verlegenheit und deine Tipps hätten mir niemals geholfen. Ich wäre niemals an den Hund rangekommen um ihn so zu verletzen oder abzuwehren wie du vorschlägst. Meine Rettung war mein Hund, der seinerseits angriff und wir gemeinsam es schafften, den Angreifer niederzukämpfen. Der Hundeangriff war nicht ohne, in dieser Gegend (Süditalien) wurden schon mehrere Menschen von Hunden getötet. 

Übungshalber und mit Schutzanzug hab ich auch einige Angriffe hinter mich gebracht. Man hat alleine kaum eine Chance gegen einen trainierten Hund. 

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Eine Klage wegen Sachbeschädigung.

Aber ich würde den Hundebesitzer eher anzeigen, damit steht er schlecht da, ihr bekommt Geld, und der Hund darf nie wieder frei laufen.

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Würdest du den Hund jetzt im Nachhinein töten,hätte es DEFINITIV         Strafrechtliche Auswirkungen auf dich!!Du verstößt damit gegen die Tierschutzrichtlinien!!Es ist auch kein Grund,den Hund deswegen umbringen zu wollen!!!Der Besitzer wird dich dafür AUF JEDEN FALL Anzeigen!Du solltest dich mit dem Besitzer in Verbindung setzen,und ihm die Sachlage erklären!Der Hund wird dann einen Maulkorb bekommen.Und nur so nebenbei:ICH BIN TIERSCHÜTZERIN UND KANN SOWELCHE  GEDANKEN WIE DEINE GARNICHT AB!!!!

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Kommentar von Hannes789
18.07.2016, 17:41

Jetzt beruhige dich doch erstmal. Es geht darum das wenn seine Tochter angegriffen wird, ob er den den Hund auch angreifen darf um schlimmeres zu vermeiden. Wenn der Hund dadurch sterben sollte. Z.B. falsches aufkommen des Hundes geht er auch Straffrei aus. 

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Kommentar von furbo
18.07.2016, 18:57

Ein Verstoß gegen Tierschutzrichtlinien hat mit Sicherheit kein Strafverfahren zur Folge. Allerdings kann ein Verstoß gegen das TierschG strafrechtliche Folgen haben. 

Auch wenn man Tierschützerin ist, sollte man nicht das Hundeleben über die Gesundheit oder das Leben eines Menschen stellen. 

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Kommentar von YYUXX
18.07.2016, 19:51

Erstens denke ich mal, dass man erwarten könnte, den ganzen Beitrag zu lesen bevor man drauf antwortet. Zweitens wollte ich hier keine allgemeine Debatten lostretten. Es geht hier nicht um Tierschutz.

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Hättest du ein Messer dabei gehabt, und den Hund tödlich verletzt, so wäre es aus meiner Sicht ganz klar Notwehr.

Hier greifen klar die Paragraphen 32 und eventuell 33 des Strafgesetzbuches.

Der Angriff mit dem Messer ist ein geeignetes Mittel, um den Hund von weiteren Angriffen abzuhalten. 

Sollte ein Gericht der Meinung sein, dass ein Wegstoßen auch gereicht hätte, dann träte vermutlich §33 in Kraft, denn die Angst um den eigenen Nachwuchs sollte auch einem Gericht bekannt sein.

Solltest du aber zugleich noch Pfefferspray dabei haben, so könnte man argumentieren, dass du zuerst das mildeste Mittel - das Pfefferspray - hättest nutzen müssen, wobei hier die Gefahr besteht, das eigene Kind zu treffen.

Soweit ich weiß, wird der Hund hierbei allerdings nur als "Werkzeug/Mittel" gesehen, mit welchem der Hundebesitzer die Tat begeht, auch wenn das dem Tier jedes Leben abspricht, der rechtswidrige Angriff geht hierbei vom Hundehalter aus, das nur nebenbei.

Fazit: Strafrechtliche Folgen hättest du keine zu befürchten, es sei denn, es ist ein absolut winziger "Handtaschenhund". Aber der sollte eine solche Reaktion ja auch nicht hervorrufen.

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Kommentar von furbo
18.07.2016, 16:07

Hier greifen klar die Paragraphen 32 und eventuell 33 des Strafgesetzbuches.

Hier greifen klar NICHT die Paragraphen 32 und eventuell 33 des Strafgesetzbuches. 

Es käme allerdings eine Notstandshandlung in Frage. § 34 StGB oder 228 BGB. Die Güterabwägung dürfte klar für die Gesundheit des Kindes sprechen. 

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Kommentar von vitus64
18.07.2016, 20:19

Die Rechtsgrundlage findest du im BGB.

Notwehr ist hier nicht einschlägig

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Also ich finde es ehrlich gesagt etwas merkwürdig, wenn man mit Messer durch die Stadt läuft... aber wenn der Hund deine Tochter wirklich angreift, würde das unter Notwehr fallen.

Grüße

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Kommentar von YYUXX
18.07.2016, 14:32

War nur ein Gedankenspiel. 

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Kommentar von CTape
18.07.2016, 14:36

das ist je nach situation zu bewerten. Sowas klärt man dann vor Gericht

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Kommentar von JuraErstie
18.07.2016, 14:47

Notwehr greift bei Tieren nicht, sondern der Notstand nach §34 StGB. Und da erfolgt noch eine Interessensabwägung.

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Solche Gedanken können einem kommen, wenn man sein Kind unter einem Hund wegziehen muß. Es ist Sachbeschädigung und Notwehr.

Besser wäre es, den Besitzer beim Ordnungsamt anzuzeigen. Falls man Name und Anschrift rausbekommt. Denn morgen beißt der Hund vielleicht wirklich zu, vielleicht ein anderes Kind. Dann stehst du da und denkst: Ach hätte ich doch blos gehandelt.

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