Ist es sinnvoller ein Haus oder zunächst eine Wohnung zu kaufen?

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12 Antworten

Erst mal brauchst du Kapital. Alles unter 30% Eigenkapital ist finanzieller Selbstmord. Dann zahlst du die Immobilie noch ab wenn dein Nachwuchs bereits Enkel zeugt.

Außer das Objekt ist günstig genug das du es wirklich binnen 10-15 Jahren alleine (oder mit PartnerIn) stemmen kannst.

Eine Wohnung ist i.d.R. günstiger als ein ganzes Haus. Außerdem Teilen sich die anfallenden Renovierungskosten auf mehrere Eigentümer auf. Beispiel: Loch im Dach. Gehört dir das Haus zahlst du alles. Gehört dir eine Mieteinheit von 10 Stück zahlst du nur 10% der Reparatur (sehr vereinfacht dargestellt).

Finger weg von »sanierungsbedürftigen« Objekten. Da sind i.d.R. Kosten dran, welche man auch mit eigenem Arbeitsanteil nicht absehen kann. Einfaches Beispiel aus meinem Freundeskreis:

Vor 8 Jahren eine »Traumimmobilie« gekauft. Geplant war in einer Wohnung zur Miete zu leben, das Haus zu zweit abzubezahlen und nach 12 Monaten einzuziehen.

Aufgrund bei der Renovierung offengelegter Mängel des »Superschnäppchentraumhauses« wurde am Ende 6 Jahre lang Renoviert und teilweise entkernt. Die 6 Jahre inklusive Baupausen weil kein Geld mehr da war. Warum?

  • Monatlich Miete bezahlen 
  • Monatlich den Kredit bei der Bank abstottern
  • Zwischendurch musste auch mal ein neuer (gebrauchter) PKW her
  • Handwerker wollen auch ihr Geld, man kann nicht alles selber machen

Ohne finanzielle Unterstützung der Eltern und Verzicht auf alles (Urlaub im Ausland, unnötige Anschaffungen, teilweise auch Internetzugang und Festnetztelefonie (Prepaid reicht auch - und wenn man keine Kohle mehr hat kann man eben nur noch angerufen werden).

Die mittlerweile geschlossene Ehe stand auch mehr als einmal auf der Kippe.

Jetzt nach 8 Jahren hat der Umzug stattgefunden. Die angehäuften Schulden laufen noch mindestens 25 Jahre weiter. Hat sich das gelohnt?

Das ist alles richtig und sollte zur Warnung allen blauäugigen TV Kuckern die sowas wie "Schnäppchenhaus" im Fernsehen sehen und denken "kann ich auch" gesagt werden.

Allerdings hat das 

a) wenig mit der Frage zu tun und 

b) kann man sehr wohl einwenden: Der Weg ist das Ziel, das von Dir beschriebene Ehepaar hat 8 Jahre lang auf einer Gefühlsachterbahn gelebt - und das ist erwiesenermaßen ein Jungbrunnen. 

Sie sind wie man sagt "durch Dick und Dünn gegangen" und haben damit einen emotionalen Erfahrungsschatz und Vorsprung gegenüber einer "glatten" Ehe.

Also würde ich sagen: Es hat sich gelohnt. (aber wahrscheinlich nicht finanziell)

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Auf die Finanzierung gehe ich jetzt mal nicht ein, da dass ja nicht Deine Frage war. Ob Haus oder Wohnung liegt auch ein bisschen daran, was Du selbst bevorzugst und wie weit Du in die Zukunft denkst. Solltest Du schon im Blick haben, dass Du irgendwann Familie hast, musst Du auch den notwendigen Platz einrechnen. Möchtest Du Dein eigener Herr sein, wäre wohl ein Haus die richtige Wahl, da gibt es dann noch Unterschiede wie freistehend, Reihenhaus etc. pp.. Willst Du dabei einen Garten haben, den Du alleine nutzen kannst? Möchtest Du in der Stadt, stadtnah oder auf dem Land leben? Das sind alles Fragen, die man nur beantworten kann, wenn man wüsste, was Deine eigenen Ziele sind. Eine Wohnung zu kaufen, wäre für einen Single mit Sicherheit nicht schlecht, die könnte man dann später vermieten, wenn man sich vergrößern will oder andere Pläne hat, die man mit Partner oder Partnerin umsetzen will. Auch ist die Frage, wo es Dich einmal beruflich hinverschlägt. Ein Haus oder eine Wohnung binden Dich ja schon an den Ort. In einer Eigentumswohnung ist es mitunter schwierig alleine Entscheidungen zu treffen, da man sich immer mit den anderen Eigentümern abstimmen muss.

Die Standorte sind hier auch sehr wichtig. Auf dem Land wirst du eher Häuser kaufen können, in Städten kommt es auf die Größe der Stadt an. Je größer die Stadt, umso mehr Wohnungen werden zu finden sein. Zumindest im Zentrum. Was du in Berlin für eine Wohnung bezahlen musst, reicht woanders für ein großes Haus mit riesigem Grundstück. Zustand ist auch preisbildend.

Ansonsten möchte ich mich den Vorrednern anschließen: du benötigst auf jeden Fall Eigenkapital. Je mehr desto besser. Auch wenn jetzt die Zinsen günstig sind - sie sind oft für eine bestimmte Zeit festgeschrieben. Ist diese Bindungsfrist vorbei und noch nicht alles abbezahlt, dann wird nur zum neuen Zinssatz "verlängert". Der kann dir dann den Kopf kosten und du verlierst dein Eigentum doch noch. Natürlich kannst du die Wohnung/das Haus als Sicherheit bieten. Im schlimmsten Fall ist es dann weg und du hast trotzdem noch Schulden.

Hast du bereits einen Bausparvertrag? Lasse dich doch einfach mal dazu beraten.

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