Ist es sinnvoll, den Dividendenabschlag als Einstiegszeitpunkt für den Aktienkauf zu wählen?

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3 Antworten


"Der Dividendenabschlag ist der Kursverlust einer Aktie am Tag nach der Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft, an dem die Dividende gezahlt wird. Es gibt allerdings an der Börse niemanden, der die Dividende "abschlägt". Der Abschlag kommt vielmehr automatisch zu Stande, indem Käufer und Verkäufer ihre Orders anpassen. Wer z.B. am Stichtag die Aktie noch für 50 Euro kaufen würde, weil er mit 2,00 Euro Dividende rechnet, senkt seinen Auftrag am Folgetag auf 48 Euro. Spiegelbildlich geschieht dies auf der Verkäuferseite, woraus sich der neue Kurs ergibt." aus http://boerse.ard.de/boersenwissen/boersenlexikon/dividendenabschlag

Das kann man nicht generell so sagen. Börsianer haben ja "lange Ohren" und hören schon mal das Gras wachsen. Eine Hauptversammlung ist immer auch ein Zeitpunkt der Teiloffenbarung wirtschaftlicher Verhältnisse der Aktiengesellschaft. Wenn Dividende gezahlt wird, um die Aktionäre zu beruhigen, um Mut in die Zukunft vorzutäuschen, dann sinkt der Kaufpreis an der Börse auch, weil sich einige zurückziehen. Wenn Dividende gezahlt wird zusammen mit der Botschaft, dass das Unternehmen auf gutem wirtschaftlichem Pfad ist, dann steigt der Aktienkurs, weil viele daran teil haben wollen. Da Aktien bei Null-Zins-Politik immer häufiger als Vermögensanlage auch Spekulationsobjekt werden kommt es auch auf die Politik der Zentralbank an. Schüttet sie mehr "Spielgeld" aus, wird die Börse zum Casino und verlässt einen soliden Pfad der Bewertung ökonomischen Handelns der Unternehmen.

Man muss also immer die Gesamtsituation im Auge haben und z.Zt. sind die Aktivitäten der Zentralbanken oft wichtiger als Dividendenausschüttungen.

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Kommentar von sophie1235
21.04.2016, 13:18

Spiegelbildlich geschieht dies auf der Verkäuferseite, woraus sich der neue Kurs ergibt.

Das ist zwar aus dem Börsenlexikon der ARD ( http://boerse.ard.de/boersenwissen/boersenlexikon/dividendenabschlag100.html ), trotzdem würde ich sagen, dass das so nicht stimmt.

Der Dividendenabschlag geht maßgeblich von der nachfragenden Partei aus. Der anbietenden Partei ist das ja eigentlich egal, die würde das Wertpapier zu jedem noch so hohen Preis verkaufen wollen. Nur der Nachfrager weiß, dass das durch die Dividende ausgeschüttete Geld dem Unternehmen nicht mehr zur Verfügung steht und ist nicht mehr bereit, diesen Preis für die Aktie zu bezahlen.

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Du kannst auch vorher einsteigen und die Dividene mitnehmen, unterm Strich kommt es quasi aufs gleiche raus (Evtl. Steuern mal außen vor).

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Kommentar von sophie1235
21.04.2016, 13:19

Das gilt doch nur, wenn man einen sehr langen Anlagehorizont hat, oder?

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Rechnerisch ist es natürlich strenggenommen egal. Früher hat man das jedoch genau so gesagt und es hat auch häufig gestimmt, daß der Einstieg nach der Dividendenzahlung sinnvoll ist.

Die Aktie sieht natürlich nach dem Abschlag optisch günstiger aus. Da einTeil der Kurse sicherlich auch psychologisch beeinflußt wird, konnte man oft beobachten, das der Dividendenabschlag bereits nach kurzer Zeit wieder ausgeglichen wurde. Bei der heute stark gestiegenen Volatilität und der Gewöhnung an deutlich höhere Tageskursschwankungen als in den 70er 80er Jahren, gilt diese "alte" Boersenweisheit aber nicht mehr.

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