Ist es rechtlich korrekt, dass der Arbeitgeber im Nachhinein mit befristeten Verträgen kommt?

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5 Antworten

Kein schriftlicher Vertrag.

damit kann er schon mal nicht befristet sein, sondern ein zeitlich unbefristeter AV. Es gilt ausschliesslich das BGB. Auch Urlaub steht ihr zu.

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Deine Freundin hat, wie schon geantwortet wurde, einen unbefristeten Arbeitsvertrag.

Das Teilzeit- und Befristungsgesetz schreibt bei Befristungen zwingend die Schriftform vor Arbeitsaufnahme vor.

Deine Freundin soll "ganz normal" arbeiten gehen. Sie hat weder einen befristeten Arbeitsvertrag noch eine Probezeit mit verkürzter Kündigungsfrist.

Wenn der AG sie nach dem 30. November nicht mehr arbeiten lassen möchte, soll sie ihm sagen, dass er sich dann nach § 615 BGB in Annahmeverzug befindet und sie dann auch ohne Arbeitsleistung bezahlen muss. Sie teilt ihm dann mit, dass sie keine (schriftliche) Kündigung erhalten hat und ohne Arbeitsvertrag ja keine Befristungen zulässig sind.

Der AG kann sie dann frühestens zum 31. Dezember kündigen, da er die Kündigungsfrist von vier Wochen zum 15. oder Ende eines Monats einhalten muss. Verkürzt geht ja auch nicht, da keine Probezeit mit verkürzter Frist vereinbart ist.

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Kommentar von Familiengerd
10.11.2015, 13:13

Und außerdem hat sie Urlaubsanspruch entgegen der Aussage ihres Arbeitgebers!

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kein Vertrag -> unbefristet

Also, grundsätzlich können Arbeitsverträge auch mündlich geschlossen werden, macht es nur für beide Seiten schwer im Zweifelsfall zu beweisen was vereinbart war. Daher werden die natürlich gerne schriftlich geschlossen.
Einzige mir bekannte Ausnahme von der Mundform ist die Befristung, da sagt §14 vom TzBfG eindeutig das diese schriftlich erfolgen muss.



hier wäre sie wohl bei einem Anwalt besser beraten.


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Selbst wenn es nicht rechtens ist - dann kündigt er ihr halt und macht ihr das Arbeitsleben so lange zur Hölle. Was hat sie damit dann gewonnen?

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Kommentar von Familiengerd
10.11.2015, 17:01

Das ist das "ultimative Totschlag-Argument" gegen alle Arbeitnehmer, die ihr Recht einfordern - und darum ist es völlig inakzeptabel!

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Deshalb würde ich von mündlichen Arbeitsverträgen abraten....

Die Kehrseite an der allgemeinen Formfreiheit von Verträgen...

Theoretisch ist das nicht rechtens, hat deine Freundin denn einen Zeugen, der beweisen kann dass der Vertrag bei Abschluss unbefristet war?

Ansonsten sieht es in der Praxis nämlich so aus, dass Aussage gegen Aussage steht und das wird schwer durchzuboxen.

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Kommentar von FrauStressfrei
10.11.2015, 08:36

Das glaube ich nicht. Denn für eine Befristung ist eine schriftform zwingend notwendig.

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Kommentar von LonelyBrain
10.11.2015, 08:44

Deshalb würde ich von mündlichen Arbeitsverträgen abraten

Bei der Befristung ist nicht nur abzuraten - hier ist die Schriftform zwingend vorgeschrieben.

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Kommentar von Familiengerd
10.11.2015, 16:58

Ansonsten sieht es in der Praxis nämlich so aus, dass Aussage gegen Aussage steht und das wird schwer durchzuboxen.

Hier steht nicht Aussage gegen Aussage, wenn es um die Frage "befristet" oder "unbefristet" geht, weil - wie in allen Antworten schon gesagt - für ein befristetes Arbeitsverhältnis zwingend die schriftliche Vereinbarung vor Beginn des Arbeitsverhältnisses getroffen worden sein muss.

Gibt es also nichts Schriftliches dazu, gibt es auch kein befristetes Arbeitsverhältnis!

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