Ist es Rassismus, wenn ich eine muslimische Frau bitte ihr Kopftuch auszuziehen, weil ich mich davon gestört fühle?

66 Antworten

Rassismus ist deine Bitte in meinen Augen nicht. Man könnte dir vielleicht vorwerfen, nicht tolerant genug zu sein. Warum soll die Frau ihre Überzeugung nicht offen zur Schau stellen? Hänge dir zum nächsten Unterricht ein großes Kreuz um den Hals und setze dir eine Luther-Mütze (falls du ein Protestant sein solltest) auf den Kopf (es gilt allerdings als unhöflich, sich als Mann in einem geschlossenen Raum den Kopf zu bedecken) oder zieh dir ein T-Shirt mit einem Bild von Papst Franziskus an.

Bringe doch deine Einwände bei der Leitung der Volkshochschule vor oder bei deiner Stadt, da sie vermutlich eine städtische Einrichtung ist.

Kein evangelischer oder katholischer Würdenträger, kaum ein frommes seiner einfachen Schafe, würde vermutlich im weltlichen Umfeld seine religiöse Überzeugung derart zur Schau stellen wie diese Frau.

Käme ich an deiner Stelle zu dem Gefühl, diese Frau sei eine Fanatikerin, oder wüsste es, würde ich vielleicht noch den aktuellen Kurs besuchen, da ich eine finanzielle Verpflichtung eingegangen wäre, dann aber auf späteren Unterricht bei ihr verzichten. Religiöse Fanatiker sind eine eigene Sorte von Menschen, nicht immer die beste - ich müsste mir das nicht antun.

Deine angedachte Forderung nach dem Kopftuch ist ungehoerig und steht dir nicht zu.

Solche Probleme werden durch Vorschriften/Verordnungen der Administration veranlasst und liegen somit nicht in den Bereich eines X beliebigen Buergers.

Ich dachte zuvor immer, dass in institutionellen Einrichtungen ein Neutralitätsgebot vorherrsche aber da habe ich mich wohl getäuscht.

Das gilt zunächst mal in dieser Form nur in Einrichtungen, die Pflichtveranstaltungen sind und darüber hinaus schreibt es lediglich vor, dass Lehrkräfte nicht aktiv Parteien bewerben dürfen und ihren Position nicht missbrauchen dürfen um bestimmte Meinungen durch Druck in Form der Benotung zu erzwingen.

Da es sich bei der VHS um eine rein freiwillige Veranstaltung handelt, bei der es eo ipso keine Zwänge gibt, die ausgeübt werden könnten, ist das von vorn herein hinfällig.

Natürlich kannst du der Dame sagen, dass dich ihr Kopftuch stört. Freilich ist es auch das recht der Dame dir dann zu sagen, dass du störst und dir zu zeigen, wo die Tür ist.

Mit welchem Recht du anderen Menschen ohne dass du Inhaber irgendeines Hausrechts wärst, vorschreiben zu können, wie sie sich zu kleiden haben, erschließt sich mir nicht.

auch von mir danke

0

Das deine Lehrerin Kopftuch trägt und du das „entsetzt Festellen“ musstest, finde ich diskriminierend. Schon diese Aussage finde ich nicht in Ordnung.

Es heißt laut Neutralitätsgesetzt das Lehrer/-innen an Schulen(!) keine religiöse Kleidung/Symbole tragen dürfen. An jeder Schule die ich war, gab es Lehrer, die religiöse Symbole, in meinem Fall ein Kreuz, getragen haben.

Es hat mich und meine jüdischen/muslimischen/hinduistischen Klassenkameraden nicht gestört!

Natürlich handelt es sich in deinem Fall um eine freiwillige Veranstaltung und keine Schule! Aber ich Hoffe, das du verstehst, vorauf ich hinaus will!

Im Allgemeinen heißt es nicht immer (natürlich öfters!), dass das Kopftuch ein „religiöses Symbol“ ist. Es kann auch traditionell oder kulturell sein, wie z. B. wie die Keffijeh oder die indische Kleidung Sari/Saree und vieles mehr!

Und Kopftuch heißt auch nicht sofort Unterdrückung! Du kannst nicht für jede Kopftuchträgerin behaupten, das sie unterdrückt wird!

Aber mit „Rassismus“ kann ich es nicht in Verbindung setzten, ich sehe es eher als religiöse Diskriminierung.

Aber im Endeffekt sind beide, meiner Meinung her, menschenunwürdig!

Na, ich wage mich mal an das Ding ran.

Vielleicht war sie ehrenamtlich ohne angestellt für Geld? Ich meine da kannst du zur Zeit nix machen außer wegbleiben. Also dich abmelden und wenn du was gezahlt hast dein Geld zurückverlangen. Die VHS wird das zurückweisen weil deine Argumente "nicht zumutbar" sind. Dann kannst du die verklagen und die Sache geht vor Gericht. Wenn du einen guten Anwalt hast gewinnen deine Argumente. Wenn nicht, hast du Pech gehabt außer du hast eine RS Versicherung.

Warum? Weil wir derzeit in einer Zeit leben in der jeder sich damit abfinden muss dass auch in öffentlichen bzw. staatlichen Ämtern die Beamten oder Angestellten ihre religiöse (aber nicht politische ) Einstellung per Grundgesetz zur Schau stellen dürfen. So wie früher die Nonnen in den Schulen. Das dumme ist eben dass ein Kopftuch auch eine politische Einstellung ist.

Was möchtest Du wissen?