Ist es politisch korrekt einen Menschen durch seine Behinderung zu beschreiben?

9 Antworten

Ich bin der Elektrorollstuhlfahrer oder der E-Rolli-Fahrer. Es gibt ein paar Idioten die durch die Sozialen Netzwerke eine Stimme haben die meinen, "Nein, das darf man nicht sagen, das ist diskriminierend, das ist politisch inkorrekt!"

Nach deren Meinung heißt es dann "Mensch mit körperlicher Herausforderung der den Elektrorollstuhl fährt". Und sicherlich gibt es hier welche, die auch darin noch "Fehler" finden.

Ihr Heuchler, steckt euch euer pietistisches, politisch und geschlechtsneutrales, antidiskreminierendes Geschwafel sonst wo hin!

Allein, dass hier jemand nach der angeblich korrekten Formulierung fragt, finde ich traurig. Der Shitstorm irgendeiner noch so kleinen Minderheit lauert an jeder Ecke.

Als gäbe es sonst keine Probleme, im Land der Dichter und Denker schafft man sich allzeit Neue!

Lieber Fs, es ist korrekt die offensichtliche Eigenschaft als Beschreibung für einen Menschen zu nehmen.

Lass Dich nicht beirren!

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Was ist daran politisch inkorrekt, will man einen Menschen objektiv beschreiben? Im Personalausweis sind die Größe und die Augenfarbe vermerkt, früher auch besondere Kennzeichen, das alles ist nicht diskriminierend.

Die subjektive Ausdrucksweise bei der Beschreibung eines Behinderten sollte immer respektvoll sein.

Ich bin durch Unfall beidseitig hüftexartikuliert, also vollkommen beinlos und Rollifahrer. Ich höre unheimlich oft, das ich als der Beinlose, der Ohnbeiner, oder der Beinamputierte bezeichnet werde. Mich stört das überhaupt nicht, ich nutzte die Ausdrücke ja selbst für mich, denn das beschreibt mich ja genau. Es ist nicht zu übersehen, dass ich keine Beine mehr habe und das unterscheidet mich von fast allen anderen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Naja, man beschreibt Menschen nunmal nach einem ihrer auffälligsten Eigenschaften. Es ist ja auch ok zu sagen "Kennst du Tim? Den Großen, Dünnen?"

Wenn es nunmal eine der auffälligsten Eigenschaften ist und man sie jemanden beschreiben will bzw. feststellen will, ob der Gegenüber sie kennt, muss man eben auf diese zurückgreifen.

Wir sollten eher aufhören diese Eigenschaften als etwas beleidigendes aufzufassen und stattdessen anfangen es zu normalisieren. Und das tut man ja nicht, wenn man so tut als gäbe es das nicht und es nicht anspricht aus Angst politisch inkorrekt zu sein.

Solange man alles nett meint und niemanden beleidigen will ist alles gut, manche Menschen sollten aufhören alles als Beleidigung zu sehen und entspannter sein.

Ich versteh, was du meinst^^ Kann mir aber auch gut vorstellen, dass wenn man eine Person immer wieder mit den gleichen Merkmalen beschreibt usw., das irgendwann vielleicht genau dazu führt, dass man die Person in gewisser Weise auf diese Eigenschaften etwas reduziert.
Oder dass die Person, um die es geht, das Gefühl vermittelt bekommt, dass die anderen vor allem diese Eigenschaften an ihr sehen und sich somit auch auf diese Eigenschaften aus Sicht der Anderen beschränkt fühlt.

Klar, man meint sowas nicht beleidigend oder so und will auch Niemanden damit herunterspielen oder so. Ich denke, wenn man immer wieder so etwas wiederholt irgendwie, dann spielt sich das doch so ins Unterbewusstsein ein irgendwann z.B.^^

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Ich bin querschnittsgelähmt und Rollifahrerin, ich höre oft, das ich als die Rollstuhlfahrerin bezeichnet werde. Das stört mich aber überhaupt nicht, denn nicht laufen zu können und Rollifahrein zu sein ist definitiv kein Makel.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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