Ist es peinlich in älteren Jahren noch zum Psychologen zu gehen?

16 Antworten

Hi.

Wieso, was ist daran peinlich? Du gehst zum Profi, da ist das Alter irrelevant. Wir sind doch keine Steinzeitkultur mehr, in der jeder Jäger und Sammler ist. Da könnte man das Alter, sprich die Berufserfahrung als relevant betrachten (wobei man nach Tucholsky seine Sache auch 35 Jahre lang falsch machen kann, und Viele tun das!).

Hier und in dem Fall aber nicht. Mein Zahnarzt ist auch jünger als ich. Und neulich hab ich nem Holzer zugearbeitet, der war n ganzes Stück jünger als ich. Und auch, wenn ich ne Kettensäge in der Hand habe seit ich sie stemmen kann, man hat deutlich gemerkt, wer der Profi ist und wer nicht!

Wenn Dir persönlich die Lebenserfahrung oder das Alter ein zentraler Wert ist, dann such Dir einfach nen Psychologen, der auch schon n paar Jahre auf dem Buckel hat. Du kannst auch ganz ehrlich sein, warum, n guter Psychologe wird das auch so erkennen. Also warum nicht Klartext reden?

Das eigene Alter spielt keine Rolle, sondern der Leidensdruck. Ich selber würde trotzdem eine Person bevorzugen, die sich bezüglich Alter oder Lebenserfahrung in einer ähnlichen Situation befindet. Leider ist das Leben kein Wunschkonzert. Oft sind die Therapieplätze rar und die Wartefristen lang. Voraussetzung Nr. 1 ist gegenseitige Sympathie.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Man kann wirklich in jedem Lebensalter zum Psychotherapeuten und Psychiater gehen. Das spielt gar keine Rolle. Die Krankenkasse muss es sogar übernehmen, wenn besonderer Leidensdruck bei Dir vorliegt. Da gibt es kein Wenn und Aber. Nur freiwillig sollte es schon sein. Wenn Du keine Gefahr für Dich selbst und andere bist, ist sowas immer ohne Druck. Du glaubst nicht wie viele Menschen heute in Therapie ganz heimlich sind, nur die reden alle nicht drüber, was man verstehen kann.

Das ist schade, dass du so denkst. Natürlich kannst du auch mit jenseits der 50 noch sehr profitieren von einer Therapie. Du musst dir ja keinen Therapeuten wählen, der noch keine 30 ist. Das würde ich selbst auch nicht tun.

Es gibt jede Menge Therapeuten jenseits der 40. Und Schweigepflicht haben sie alle..

Nö - ich gehe ja auch zum Automechaniker, der jünger ist als mein Auto. Es ist Einstellungssache. Wenn man davon ausgeht, dass man "bekloppt" ist, wenn man zum Psychologen geht, hat man ein Problem. Wenn man seine Erkenntnis und "Lebensweisheit" vom Alter abhängig macht, hat man ein Problem. Es geht um professionelle Hilfe.

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