Ist es normal, wenn man 4 Tage nach Kunstherz-OP noch immer nicht aufgewacht ist?

... komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Ich habe im Frühjahr 2013 ein LVAD (linsksventrikuläres Unterstützungssystem) eingesetzt bekommen und bin seitdem ein sog. BTT(Bridge to transplant-) Patient. Nach der OP war ich fast 3 Wochen im künstlichen Koma, und ich kenne keine Mitpatienten, die nicht mindestens 1 Woche lang ins Land der Lächelns geschickt worden sind. Also kein Grund zur Panik.

Du solltest Dich übrigens darauf einstellen, dass Dein Vater gar nicht einmal glücklich ist, wenn sie ihn wieder aufwecken.

Seht zu, dass er so schnell wie möglich Physio- und Psychotherapie bekommt und nervt ihn nicht. Mit dem Loch im Bauch und dass zukünftig 2 Batterien über sein Leben entscheiden und der Perspektive, dass das Teil eine Dauerlösung sein wird, muss er erst einmal klarkommen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Caesar3
08.02.2016, 17:32

Danke für die Info.

Aber natürlich wird er glücklich sein. Seine Lebenserwartung betrug noch zwei Wochen, bevor der Eingriff entschieden wurde. Uns wurde bereits mehrfach gesagt dass nichts mehr zu machen ist bevor wir auf die Idee mit der destination therapy kamen.

Der hat sich voll gefreut, dass er nicht schon sterben muss, womit er schon 3 Monate fest gerechnet hat. 5 Lebensjahre (und wenns nur 1 Jahr ist wäre es ein Gewinn!) sind locker nochmal drin und zwar nicht als totaler Pflegefall wie 3 Monate lang vor der OP.

Ich sehe an Ihrer subjektiven Aussage, dass man manches doch differenziert sehen muss.

0

Nicht nur nach Herz-OPs sondern auch nach schwierigen anderen Eingriffen wird ein Patient ins künstliche Koma gelegt, so wie jetzt Dein Vater. Sämtliche Funktionen werden herabgesetzt, um die Aufwachphase so schonend wie möglich zu gestalten, eventuell nochmals notwendige Eingriffe vorzunehmen und dem Patienten Schmerzen zu ersparen.

Je nach Allgemeinzustand wird das Koma verlängert bzw. die Narkosemittel ausgeschlichen, wobei da sehr schonend vorgegangen werden muß, um Schockzustände zu vermeiden. Da jeder Mensch auch noch anders auf die verabreichten Medikamente reagiert, kann niemand, auch nicht der beste aller Ärzte, genau sagen, wann diese Vorgänge im Körper abgeschlossen sind oder nicht. Man gibt ungerne Antidots, die ein sofortiges Wachwerden ermöglichen, eben um alle Risiken zu vermeiden. Und da Dein Vater sehr krank war, wie Du ja selbst sagst, muß man alles tun, diese Probleme so gering wie möglich zu halten.

Der Arzt kann Dir auch nur eine ungefähre Einschätzung geben, was das Ganze angeht, es geht um die Gesundheit Deines Vaters, da sollte es egal sein, ob er einen Tag länger oder nicht schläft, wichtig ist, daß er wieder aufwacht und es ihm gut geht. Die Ärzte haben sicher alles dafür getan, jetzt muß der Körper den Rest machen. Ich hoffe, daß alles gut geht und Dein Vater noch viele Jahre vor sich hat.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Caesar3
08.02.2016, 18:26

Danke. Sie sagten uns jedenfalls dass die OP gut verlief und er nicht mal direkt nach der OP blutete.

0

Der Arzt hat recht, das ist sehr individuell und auch abhängig vom allg. Gesundheitszustand des Patienten. 

Dein Vater hat eine sehr schwierige OP hinter sich, er bekommt viele Medikamente und wird schonend aufgeweckt. Das hat alles seinen Sinn.

Die Beatmung wird dem Zustand angepasst, sobald dein Vater kräftig genug ist selbstständig zu atmen wird er von dem Beatmungssystem entwöhnt- langsam entwöhnt.

Alles Gute euch.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Weiß auch nicht genau.. Aber mach dir nicht zu viel sorgen der Arzt weiß was richtig ist viel Glück und gute Besserung!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?