Ist es normal, dass Menschen einen außerhalb ihres Arbeitsplatzes nicht oder kaum grüßen?

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8 Antworten

In vielen Berufen ist es gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten - wenn du im Supermarkt an der Kasse sitzt, siehst du ein paar Hundert Kunden pro Tag. Der Kunde sieht dich aber (fast) jedes Mal, wenn er dort einkauft, und wundert sich, dass du ihn auf der Straße nicht erkennst/ einordnen kannst.

Im medizinischen Bereich ist es oft schwer: je mehr man über andere weiß, desto vorsichtiger muss man sein, dass einem keine "Geheimnisse" rausrutschen. Außerdem sprechen viele Menschen Ärzte und Schwestern bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf gesundheitliche Probleme an, während andere gar nicht daran denken wollen, dass sie welche haben

Wenn ein Fitnesstrainer mit einzelnen Kunden privat spricht und mit anderen nicht, macht das einen sehr schlechten Eindruck. Also versuchen die meisten, zwischen Job und Freizeit strikt zu trennen, damit sich niemand benachteiligt fühlt.

Und was die Azubine angeht: gut möglich, dass sie einfach nur froh war, endlich aus der Firma raus zu sein, und nicht mehr daran erinnert werden wollte. Oder dass sie gar nicht weiß, wie sie mit einem "erwachsenen" Menschen außerhalb der Arbeit umgehen soll (ich nehme einfach mal an, dass du deutlich älter bist als sie...)

Natürlich kann es auch sein, dass einer oder mehrere der Personen dich wirklich nicht mögen, lästig oder langweilig oder uninteressant finden.

Letztlich ist aber sowieso egal, warum sie sich privat nicht mit dir unterhalten - akzeptiere ihre Entscheidung einfach und mach dich deswegen nicht verrückt.

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Wenn die Leute privat unterwegs sind, sind sie mit ihren Gedanken auch oft woanders. Vielleicht erkennen sie dich besser auch nur in Arbeitskleidung?

Und dann gibt es eine Sache, die mir persönlich eigen ist: Ich erkenne wirklich viele Leute nicht auf der Straße. Ich kann ihre Gesichter oder auch Namen partout nicht zuordnen. Mich haben schon viele Leute angesprochen, wo ich keinen blassen Schimmer habe, mit wem ich da rede. ;-))

Wenn ich dann nachfrage und mir wird es erklärt, sage ich immer, dass sie es bitte nicht persönlich nehmen sollen, weil mir das wirklich oft passiert.

Wenn du wieder mal mit den entsprechenden Leuten zu tun hast, kannst du sie ja auf Arbeit mal darauf ansprechen, dass du sie gesehen hast. Dann wirst du ja an den Reaktionen erkennen, ob sie sich erinnern können oder nicht.

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Ich hab mich mit der Thematik, aber auch anderen ähnlich gelagerten Themen im Rahmen des Studiums (Soziologie), aber vor allem "privat" / aus Neugier und Interesse am Menschen, seinem konkreten Verhalten, Eigenarten (weiblich vs. männlich) etc. sehr intensiv befasst und will sehr gerne auf deine Frage Stellung nehmen.

Es hängt nämlich von vielen Faktoren ab, welche von Mensch zu Mensch auch sehr unterschiedlich sein können.

Die Erziehung, Sozialisation, das Umfeld etc. tragen maßgeblich zur Charakterbildung eines Menschen bei. Durch die kindheitlichen Einflüsse auf eine Person durch eben die genannten Faktoren wird der Mensch bereits früh in eine bestimmte Richtung gelenkt (was natürlich für die betreffende Person subtil und unbewusst passiert); 

konkretes Verhalten im späteren (Berufs)Leben wird also auch bereits in der Kindheit eines Menschen durch die Einflüsse "vorgeformt".

Intro- bzw. extrovertierte Veranlagungen spielen auch eine sehr große Rolle im sozialen Umgang mit anderen Menschen (das Grüßen bzw. Nicht-Grüßen ist nur ein kleines Stück vom ganzen "Sozial-Kuchen" bzw. nur eine konkrete Beobachtung). Du musst dir bewusst machen, dass viele Menschen nicht bewusst/aktiv auf eine bestimmte Art und Weise handeln, sondern sie handeln u.a. aus ihren introvertierten bzw. extrovertierten Dispositionen heraus. 

Man könnte z.B. meinen, dass Person A verschlossen, schüchtern, passiv etc. ist, für einige "socially akward" und das alles aktiv "betreibt"; Außenstehende fragen sich aber nicht, was es eigentlich genau heißen könnte und dass die Person vll. gar nicht anders kann bzw. sehen einiges falsch (in etwa die Gleichsetzung von schüchtern und introvertiert)

Wenn jemand dich also z.B. außerhalb der Arbeit nicht grüßt bzw. mürrisch, "negativ" gestimmt reagiert, dann kann das damit zu tun haben.

Bei einigen Introvertierten lässt sich meiner Meinung nach sagen, dass sie am Arbeitsplatz freundlich sind und grüßen, weil es eine "sichere" Umgebung für sie ist; eine Umgebung, in der Abläufe fest geregelt sind und Verhalten (samt der darauffolgenden Reaktionen der Mitmenschen) planbar ist, wie wann wo was ... Ein Introvertierter weiß also ganz plakativ gesagt, worauf er sich einlässt bzw. womit er zu rechnen hat, wenn er am Arbeitsplatz grüßt.

Das Ganze sieht natürlich in "freier Wildbahn" anders aus; Introvertierte sind Menschen, die in nicht-planbaren bzw. spontanen Situationen lieber abwarten, sich zurückhalten, beobachten etc., weil u.a. außerhalb des Arbeitsplatzes andere "Regeln" gelten; 

andere Regeln, andere Dispositionen, andere Verhaltensweisen, andere Verhaltenserwartungen an Mitmenschen gestellt werden; die Spontanität und Unberechenbarkeit solcher Situationen außerhalb einer "sicheren" Umgebung können zu deinem beschriebenem Verhalten führen.

Man kann in dem Zusammenhang auch die "sozialen Rollen" bzw. die "Rollentheorie" ansprechen; ich will dir ein anschauliches Beispiel geben: man kann es sich mit einem Theaterstück vorstellen, bei dem jeder Darsteller eine, aber auch mehrere Rollen inne haben kann (das auch gleichzeitig);

oft ist es dann so zu beobachten, dass eine Person auf den ersten Blick unverständlich/komisch etc. handelt, wenn man sich aber das Konzept mit den verschiedenen Rollen vor Augen führt, macht es Sinn ... ein Mann z.B., der Lehrer und Vater ist, hat eben diese zwei Rollen zur Disposition nach denen er in bestimmten Situationen handeln kann (mit seinen Kindern kann er der Vater sein, er kann aber auch (zugleich) als Lehrer auftreten bzw. gemäß dieser Rollen handeln)

... 

Das war jetzt vergleichsweise viel Text, aber ich wollte dir keinen Zweizeiler da lassen und dir keine Standardantwort geben, wie man sie vll. für alle Themen  hier geben könnte.

(Wenn du noch Fragen hast bzw. dich auch andere Themen interessieren, auf die du vll. noch keine/keine zufriedenstellende Antwort bekommen hast, kannst du mir auch gerne eine PM schreiben)

Grüße Johnny

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Das ist vielleicht auch unbewusst. Auf der Arbeit grüßt man eher automatisch aus Höflichkeit und wenn man jemanden Privat trifft muß man die Person ja erstmal einordnen...und kann das vielleicht gar nicht.

Ich hab auch jeden Tag mit vielen Leuten zu tun und auch mir ist es schon passiert das mich jemand im Bus grüßte und ich im ersten Moment nicht wußte wer das ist...

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Ich glaube da kann man nur interpretieren solange man die Personen nicht darauf anspricht. Es könnte vieles sein. 

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Das ist ganz normal.
Auf der Arbeit ist verhält man sich ja anders. Es geht ja auch um die Bewertung, Einschätzung des Chefs usw.

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es reicht doch, wenn diese Menschen an ihrem Arbeitsplatz nett zu den Kunden sind , dann müssen sie es doch nicht auch noch ausserhalb des Arbeitsplatzes . Für mich ganz normales Verhalten.

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Kommentar von Myamara
12.08.2017, 19:49

Aber es kostet doch nichts, jemanden auch außerhalb des Jobs zu grüßen.

Ist das nicht auch eine Frage des Anstands?

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na sicher ist es normal (und je größer die stadt noch normaler), im hamsterrad sind nur deine mitmäuse, die auch schuften müssen, aber mit welchen du nichts gemeinsam hast, da draussen ist dein revier, da entscheidest du wen du grüsst - in der arbeit "musst du mitmachen" dich "als freund" stellen


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Kommentar von Myamara
12.08.2017, 19:50

Ok, dann ist es wohl normal, sich im Job scheinheilig zu geben.

Dann brauche ich es wenigstens nicht persönlich nehmen.

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