Ist es normal dass das Inkassounternehmen weiterhin Briefe schickt und Zinsen berechnet, obwohl schon und ein Titel (Vollstreckungsbescheid) vorliegt?

4 Antworten

Das Inkasso ist und bleibt zuständig. Ob ein Gerichtsvollzieher kommt, das liegt im Ermessen des Gläubigers/Inkassos. Also ob sie einen Gerichtsvollzieher beauftragen. Wenn sie das tun, kommt er. Wenn nicht, dann halt nicht. Sprich: Es gibt keinen Automatismus, dass der GV vorbei kommt.

Zu den Zinsen: Es ist ausschließlich das erlaubt, was im Titel steht. Du kannst die Zinsen ggf. nachrechnen. Wenn samt Gebühren 300€ im Titel stehen und bei 5% über Basiszins muss es schon verdammt viele Jahre gehen, dass daraus 500€ werden. Manchmal verpacken Inkassos reichlich Unfug in ihren Forderungen. Um das zu prüfen müsste man aber Details kennen.

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Woher ich das weiß:
Berufserfahrung
das Inkassounternehmen die Forderung immer noch eintreiben will

Ja natürlich. Die Forderung besteht weiterhin bis sie getilgt ist. Ein Schuldner kommt in aller Regel nicht von allein auf den Gläubiger zu um etwas zu bezahlen. Da muss man ständig erinnern.

und Zinsen berechnet

Auch das ist völlig normal. Und das ist etwas, was nicht das Inkassounternehmen von sich aus macht. Sondern es steht auch im Vollstreckungsbescheid. So kommen tagtäglich mehr Zinsen dazu.

Wieso ist das so und warum ist dafür nicht der Gerichtsvollzieher zuständig?

Der Gesichtsvollzieher kommt nur, wenn er vom Gläubiger dazu beauftragt wird. Diesen zu beauftragen kostet aber wieder neue Gebühren, die du als Schuldner letztendlich zahlen musst. Daher sollte es dir entgegen kommen, wenn darauf verzichtet wird, und man dich stattdessen mit Briefen an die Zahlung erinnert.

Du könntest dir überlegen, mit dem Gläubiger eine Ratenzahlungsvereinbarung zu treffen. Dann hast du deine Ruhe und bekommst keine weiteren Briefe, solange die Raten geleistet werden.

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Das kann ich mir sparen, denn ich bin praktisch mittellos und denke nach in Insolvenz zu gehen.

Der Gesichtsvollzieher kommt nur, wenn er vom Gläubiger dazu beauftragt wird. Diesen zu beauftragen kostet aber wieder neue Gebühren, die du als Schuldner letztendlich zahlen musst. Daher sollte es dir entgegen kommen, wenn darauf verzichtet wird, und man dich stattdessen mit Briefen an die Zahlung erinnert

ok. Und weil halt kein Gerichtsvollzieher beauftragt wurde, ist das Inkassounternehmen weiterhin zuständig?

Bin nur verwundert. Das Gericht wurde ja schon eingeschalten und ich hätte gedacht dass es auf einen Titel keine Zinsen mehr gibt.

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@HelloReform
ist das Inkassounternehmen weiterhin zuständig?

Richtig. Vermutlich schickt man keinen Gerichtsvollzieher, weil bekannt ist, dass du zahlungsunfähig bist. Aber Briefe schreiben zur Erinnerung ist legitim. Es könnte sich deine Situation theoretisch geändert haben.

ich hätte gedacht dass es auf einen Titel keine Zinsen mehr gibt.

Das ist stimmt nicht, es ist normal, dass jeden Tag neue Zinsen dazu kommen. Lies nochmal auf dem Vollstreckungsbescheid. Dort findest du sicherlich die Zeile:

"hinzu kommen weitere laufende Zinsen zu Hauptforderung I:
Zinsen von 5,000 Prozentpunkten über dem jeweils gültigen
Basiszinssatz aus xxx EUR ab dem xx.xx.xx"

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@HelloReform
Bin nur verwundert. Das Gericht wurde ja schon eingeschalten und ich hätte gedacht dass es auf einen Titel keine Zinsen mehr gibt.

Schaue dir mal den Titel genau an. Unterhalb der Beträge in dem Text stehen die weiteren Zinsen, die berechnet werden dürfen.

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Machen die Hausbesuche oder wie darf man sich das so vorstellen, wenn Du sagst die wollen die Forderung eintreiben.

Also in regelmäßigen Abständen Briefe schreiben, um den Schuldner zu erinnern, das wäre auch legitim.

Ruhe hast Du erst, wenn alles bezahlt ist.

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Aber da liegt doch schon ein Titel vor, also wundere ich mich wieso das Inkassounternehmen noch zuständig ist. Zu Hausbesuchen wäre ja nur der Gerichtsvollzieher berechtigt und nicht das Inkassounternehmen.

Es ist ja so: Im Titel steht 300€ und das Inkassounternehmen möchte 500€ weil es Zinsen auf den Titel berechnet.

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