Ist es normal, Belanglosigkeiten im Angesicht eines nahenden Todesfalls so extrem wahrzunehmen?

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10 Antworten

Das ist keine Überreaktion sondern ganz normal. Ich habe gestern wieder ein Familienmitglied verloren, es war vorauszusehen und kam doch völlig überraschend. Mir geht es genauso, und mir graut vor der nächsten Zeit weil ich weiß, dass es mir noch lange schlecht gehen wird. Aber es tröstet mich zu wissen, dass die geliebte Person nicht mehr leidet, weder Schmerzen noch Sorgen hat. Und ich denke mir immer, dass die Person sich sehr wünscht, dass wir glücklich sind und unser Leben genießen! Irgendwie und irgendwann können wir das auch wieder...

Sei dankbar für die Zeit die ihr hattet und denke mit Freude an die schönen Erlebnisse zurück. Das hilft mir zumindest immer sehr. 

michi57319 16.05.2017, 23:29

Danke pingu und mein aufrichtiges Beileid.

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michi57319 20.05.2017, 06:20
@pingu72

Und seine Seele spannte die Flügel weit aus.....

R.I.P. Papa

Ich danke dir, du warst mein Leben.

Erfülltest die Tage mit deinem Sein.

Wir gingen zusammen durch Sonne und Regen

und niemals ging einer von uns allein.

Es war unsere Zeit.

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Hallo mich57319,

es tut mir sehr leid, dass Du gerade so eine schlimme Zeit durchmachen musst! Dich selbst vor wenigen Jahren sowohl meine beiden Elternteile als auch meine Schwester durch den Tod verloren habe, kann ich Deine Empfindungen einigermaßen nachvollziehen. Ich weiß daher, dass der Schmerz nach dem Verlust eines geliebten Menschen sehr groß sein kann und man braucht unter Umständen sehr viel Zeit, um diesen Schmerz verarbeiten zu können.

Der Tod eines lieben Menschen stößt einen unweigerlich in tiefe Trauer und es fällt einem sehr schwer, diesen als gegeben hinzunehmen. Doch habe ich in dem, was die Bibel sagt, großen Trost gefunden. Sie spricht nämlich von der Möglichkeit, die Verstorbenen eines Tages wiederzusehen. Jesus sagte einmal über die Toten: " Denn so, wie der Vater die Toten auferweckt und sie lebendig macht, so macht auch der Sohn die lebendig, welche er will. Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören   und herauskommen werden, ..." (Johannes 5:21, 28 u. 29a).

Diese Verheißung beschreibt, dass Millionen von Verstorbenen wieder auf der Erde leben werden, und zwar unter besseren Verhältnissen als heute. Wir werden sie so sehen, wie wir sie gekannt haben und können sie dann endlich wieder in unsere Arme schließen! Ist das nicht großartig? Diese Hoffnung lässt mich immer wieder aufleben, besonders dann, wenn alles um mich herum grau und trüb aussieht. Ich danke Gott oft dafür, dass er uns diese schönen Verheißungen gegeben hat und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass er sie auch erfüllen wird.

Vielleicht könnte Dir ebenso wie mir die Hoffnung der Auferstehung helfen, mit der Trauer besser umgehen zu können. Ich sehe mit großer Erwartung der Zeit entgegen, in der niemand mehr den Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen ertragen muss und sich das erfüllt haben wird, was mit sehr ergreifenden Worten im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung, beschrieben wird, wo es heißt: "Siehe! Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen.“ (Offenbarung 21:3,4). Dieser Text aus der Bibel gefällt mir besonders gut und ich denke oft über die Zeit nach, in der Gott dieses Versprechen wahr macht.

Ich hoffe, Du nimmst es mir nicht übel, dass ich in meiner Antwort mehrmals die Bibel zitiert habe, da ich ja nicht weiß, wie Du dazu stehst. Ich habe jedoch festgestellt, dass sie eine unvergleichliche Quelle des Trostes und der Ermunterung ist.

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass es Dir gelingt, mit Deinem Schmerz zu leben und ihn nach und nach zu verarbeiten!

LG Philipp

Ja, Lieb.

Du nimmst jede Erinnerung auf, die du noch zu Papas Lebzeiten erhaschen kannst, und bist dabei bereits in der Trauerphase, da du weisst, was geschehen wird.

Das ist gut und wichtig, wird dir helfen, und: Nein, es ist keine Überreaktion sondern eben Eintritt in die Trauer, die enorm wichtig ist.

Du verabschiedest dich bereits von Papa.

Als wir damals an Mamas Bett sassen, gab es einen Moment, in dem regelrecht die Zeit stillstand, schien die Welt inne zu halten und wir taten es mit ihr: und dann war Mama gegangen...

Sie schien die Stille benötigt zu haben, um loslassen zu können.

Alles ganz Liebe und tiefstes Mitgefühl sendet euch ilknau.

michi57319 17.05.2017, 22:45

Ich danke dir von Herzen. Auch wenn es erst zwei Tage sind, die wir in dieser Ausnahmesituation leben, es fühlt sich an, wie Wochen. Es ist erschöpfend.

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Auf deine Frage eingehend würde ich dir ein Ja geben, eine Begründung dazu kann ich dir leider nicht geben.

Ich wünsche dir und deiner Familie ganz viel Kraft für diese Schwere Zeit.
Möge dein Vater seinen Frieden finden. Wir alle fühlen mit dir.

Das ist keine Überreaktion. Du merkst,  dass du Abschied nehmen musst, und das tut verdammt weh. 

Ich wünsche dir ganz viel Kraft in dieser schweren Zeit! 

Nein! Du reagierst nicht über! Das Revue passieren lassen, all die vielen kleinen Dinge, die du erlebt hast, ist ganz was Schönes.  Lass deine Gefühle zu, mit jeden Gedanken, mit jeden Stückchen von ihm, dass du in der Hand hältst sind Erinnerungen verknüpft ... 

Mir ging es auch vor einigen Jahren so ... von jeden Gegenstand, den mein Vater in der Hand hatte, hab ich innerlich Abschied von meinem Vater nehmen können ... 

Ich umarme dich und wünsche dir Kraft ... 

Alles Gute ... 

SSiMmMone 16.05.2017, 22:19

so echt und herzlich sind deine wworte

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Susisduerfendas 16.05.2017, 22:26
@SSiMmMone

Als ich Frage von @michi57319 gelesen habe, wusste ich genau von was sie spricht, ich habe es fühlen können, ihren Schmerz und es war ... als ob ich es noch einmal erlebe, meine eigene Trauer ... 

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michi57319 16.05.2017, 23:30
@Susisduerfendas

Die Situation ist völlig surreal. Er lebt. Aber wie lange, weiß niemand. In der Form, wie ich ihn kenne, wird er nicht zurückkehren. Er wird überhaupt nicht mehr zurückkehren.

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Nein ich denke das ist ganz normal. Ich hatte das Glück das noch niemand wichtiges gestorben ist, daher kann ich das nicht ganz so gut beurteilen.

Jedenfalls herzliches Beileid und alles Gute an dich und deine Familie.

Es ist egal, wie alt man ist. Ein Elternteil zu verlieren tut weh.

All diese Gedanken, die Du empfindest, die Tränen und die Trauer, wenn Du die Sachen Deines Vaters siehst und Seinen Geruch brauchst, sind völlig normal.

Ich wünsche Dir, wie musso, ebenfalls viel Kraft in dieser Zeit

Abschied nehmen tut weh. Immer.

Meine Frau ist vor einem reichlichen Jahr verstorben. Mir kommen da immer noch die Tränen. Vergessen kann ich sie nicht, obwohl ich bereits eine neue Beziehung habe.

Mein Vater starb in meinen Armen, Mutter lag im Koma, als ich sie das letzte mal sah.

Jeder kommt anders damit klar. Verarbeite das so wie es Dir persönlich am besten damit geht.

Hallo michi57319!

Tut mir voll Leid mit Deinem Vater!

Reagiert man so über, wenn man etwas mit anderen Augen, bzw. unter anderen Umständen betrachtet?

Das ist doch keine Ueberreaktion, in so einer Situation ist das mehr als selbstverstaendlich, dass man sehr sehr traurig ist.

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