Ist es nicht heutzutage eine Pflichtaufgabe, Karriere zu machen und nach sehr viel Geld zu streben? Werden Non Akademiker die Verlierer des Systems sein?

20 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Der Wert eines Menschen bemisst sich meiner Meinung nach nicht an seinem gesellschaftlichen Erfolg, seinem Wohlstand, oder der Karriere.

Was bedeutet es schon ein "Verlierer" zu sein - geringes gesellschaftliches Ansehen? So lange ich von der Arbeit leben kann, ist mir egal, ob andere meine Arbeit schätzen.

Ich selbst sehe keinen Sinn darin, auf der Karriereleiter aufzusteigen, nur um Anerkennung zu erlangen und vom Chef einen Schulterklopfer zu bekommen.

Problematisch wird es dann, wenn die Bezahlung einfacher Berufe nicht mehr ausreicht, um einen minimalen Lebensstandard zu erfüllen.

Da ist dann die Lösung meiner Meinung nach nicht, diese Personen zwangsweise die Karriereleiter hochzutreten, sondern da muss der Staat solidarisch sein.

34
Der Wert eines Menschen bemisst sich meiner Meinung nach nicht an seinem gesellschaftlichen Erfolg, seinem Wohlstand, oder der Karriere.

Viele Menschen bemessen ihren eigenen Wert, nämlich ihr Selbstwertgefühl genau daran. Das ist traurig, wenn es nicht mehr reicht, nur man selbst zu sein.

3
20
@TroIIinger

Aber es ist doch völlig normal, dass ein Mensch, für das was er tut, auch anerkannt werden möchte!

0
34
@berndsporrer

Klar möchten Menschen anerkannt werden, aber ich finde es nicht gesund, das eigene Selbstwertgefühl von der Anerkennung Anderer abhängig zu machen.

Auch vom Wohlstand, Erfolg oder der Karriere sollte man es nicht abhängig machen.

Man kann auch vollkommen zufrieden mit sich selbst sein, ohne immer mehr zu wollen.

1
20
@TroIIinger

Du meinst also die Selbstgenügsamkeit wäre die vortrefflichste aller Lebensformen?

0
20
@TroIIinger

selbstgenügsam = an sich selbst Genüge findend, ohne das Bestreben etwas Besonderes zu erreichen.

0
34
@berndsporrer

Wer keine Ziele mehr hat, kann sich eigentlich schon verbuddeln lassen. Um es mal so auszudrücken, ich habe Ziele, die werden mir wohl nie ausgehen. Ich habe aber nicht das Bestreben, etwas besonderes zu erreichen, ich habe recht gewöhnliche Ziele.

Das eigene Selbstwertgefühl von der Anerkennung Anderer abhängig zu machen ist deshalb schlecht, weil Andere einem nicht immer Anerkennung geben und man sich eben abhängig macht. Zudem muß man für Anerkennung immer mehr tun

0
20
@TroIIinger

Ja, es ist hin und wieder auch erforderlich, mit anderen an einen Strang zu ziehen, wenn man dabei an das Gute glaubt. Natürlich nicht, wenn man überzeugt ist, dass etwas in die falsche Richtung läuft.

0
20
@TroIIinger

Na Du hast doch geschrieben:  

Das ist traurig, wenn es nicht mehr reicht, nur man selbst zu sein.
0
34
@berndsporrer

Natürlich bezogen auf das Selbstwertgefühl. Ich dachte es wäre klar, dass es darum geht.

1
20
@TroIIinger

Mitunter, auch in Bezug auf das Selbstwertgefühl, aber natürlich nicht nur. Denke ganzheitlicher!

0
20
@TroIIinger

Na wir stehen doch niemals für uns alleine, sondern sind eingebunden und verflochten in ein soziales System, Umweltfaktoren etc...

0
34
@berndsporrer

In meinem Kommentar ging es um Selbstwertgefühl. Was haben Sozialsysteme und Umweltfaktoren damit zu tun?

0
34
@berndsporrer

Wo hast du das her? Menschen können alleine überleben. Viele haben das schon getan.

0
34
@berndsporrer

Glaubst du etwa, ich kenne deren Namen? Menschen haben sich schon in Wäldern, Gebirgen Steppen und Wüsten verlaufen oder wurden von ihrer Gruppe getrennt und haben überlebt. Was sollte sie auch daran hindern, alleine zu überleben?

0
20
@TroIIinger

Du sagst es, sie haben sich verlaufen und mussten ums Überleben kämpfen. Und waren auch froh, wenn sie von ihrer Gruppe später wieder gefunden wurden oder von selbst wieder heim gefunden haben.

0
34
@berndsporrer

Oder sie überlebten allein. Dass die meisten Menschen gern andere Menschen um sich haben sagt nichts darüber aus, ob sie alleine überleben können. Außerdem gibt es durchaus Menschen, die keine anderen Menschen um sich haben wollen und Menschen, die andere Menschen gern aber am liebsten selten um sich haben.

Das ganze hat jetzt nun gar nichts mehr mit meinem ursprünglichen Kommentar zu tun, in dem es um Selbstwertgefühl geht.

Um nochmal auf die Anerkennung zurück zu kommen:
Anerkennung ist etwas Tolles, aber man sollte sich nicht davon abhängig machen. Ich male, ich mache Musik, ich schmiede, ich schnitze und ich baue Vieles, zum Beispiel Möbel. Es ist schön, wenn Andere toll finden was ich mache, aber ich würde es nicht anders machen, wenn ich keine Anerkennung dafür bekomme, wie zum beispiel für meine Musik, die einfach abseits des Mainstreams ist und nur den Geschmack Weniger trifft. So lange ich mag was ich mache, ist es wert gemacht zu werden.

0
20
@TroIIinger

Gegen all das habe ich auch überhaupt nichts einzuwenden. Meinst Du etwa, ich würde alles das toll finden, was andere tun oder gut finden? Ich bin auch gern mal allein, möchte nicht gestört werden. Kehre aber auch wieder zurück oder suche neuen Anschluss. Viele Wissenschaftler im Übrigen, wählen eine selbst gewählt Einsamkeit. Aber auf Zeit! Auch sie werden eines Tages wieder heimkehren und von ihren Erfahrungen berichten.

0
20
@TroIIinger

Wenn wir auch nicht immer auf physischer Ebene eng mit anderen Menschen zusammen sein können oder wollen, so sind wir dennoch auf geistiger mentaler Ebene miteinander verbunden. Und der Selbstwert eines Menschen, dient dann als ein Indikator, für die soziale Integration eines Menschen.

0
34
@berndsporrer
.... so sind wir dennoch auf geistiger mentaler Ebene miteinander verbunden.

Du hast großes Glück, dass du da falsch liegst. Glaub mir, du willst nicht mit mir auf geistiger mentaler Ebene verbunden sein.

0
20
@TroIIinger

Was für ein selten.... Kommentar: Ich kenne Dich doch gar nicht!

Aber wahrscheinlich hast Du das humorvoll gemeint oder?

0
20
@TroIIinger

Außerdem kann ich den Gegenbeweis zu Deiner These antreten: Wenn wir nicht verbunden wären, wäre es unmöglich, zu lesen, was Du geschrieben hast oder was ich geschrieben habe.

0
20

Aber es ist doch völlig normal, dass ein Mensch, für das was er tut, auch anerkannt werden möchte!

0
20
Ich selbst sehe keinen Sinn darin, auf der Karriereleiter aufzusteigen, nur um Anerkennung zu erlangen und vom Chef einen Schulterklopfer zu bekommen.

Natürlich darf die Anerkennung nicht rein darin bestehen oder darauf beschränkt bleiben, nur die Karriereleiter aufzusteigen oder nur um noch reicher zu werden.

Stattdessen doch auch einmal sich fragen: Was habe ich denn heute schon für meinen Nächsten getan? - für meine Umwelt? - für meine Tiere? ....

Anerkennung kann auch bedeuten, Freunde zu haben, echte Freunde, mit denen man zusammen lachen und weinen kann. Ein einfaches Dankeschön, ein liebendes Wort, wenn es von Herzen kommt .... wie viel schöner?

0
47
@berndsporrer

Ich bin der Meinung, dass man sich nicht von der Anerkennung anderer Menschen emotional abhäng machen sollte.

Es ist natürlich angenehm gelobt zu werden, oder gute Freunde zu haben - aber ein freundliches Wort kann auch unehrlich sein und ein Freund ein verkappter Neider.

Es ist nicht so, dass ich allen Menschen gegenüber misstrauisch bin, aber gesellschaftliches Ansehen oder eben Anerkennung sind mir nicht so wichtig, als dass ich sie als besonders erstrebenswert ansehen würde.

Insbesondere wenn es eben nicht nur um ein einfaches Lob geht, sondern man quasi ohne solche äußere Bestätitung durch andere meint, dass einem etwas "fehlt".

Wie gesagt, Anerkennung ist "nett", aber ich würde sie persönlich nicht als wirklichen Lebenssinn definieren

0
20
@Enzylexikon

Ist es also Deiner Meinung nach die Selbstgenügsamkeit, als die vortrefflichste aller Lebensformen?

0
47
@berndsporrer

Das würde ich nicht pauschal sagen. Einerseits habe ich nicht das Bedürfnis, für mich selbst etwas besonderes zu erreichen. Als Mitglied einer Gesellschaft sehe ich mich aber zusätzlich sozial verantwortlich, also versuche ich, zum Wohle der Menschen zu wirken.

1

Der Wert eines Menschen lässt sich m. E. mehr in seinem guten Charakter und nicht in seinem Bankkonto, Häusern, Fuhrpark und Beruf ausmachen.

Es erscheint traurig, dass unser System - der Frage zufolge -  nur auf Konkurrenz, Kapitalismus, Konsum und Ausbeutung von Schwächeren und der Umwelt aufgebaut ist. Will man in solch einer Gesellschaft leben?

Da auch "Gott" und "Bibel" bei den Themen zur Frage angegeben war, möchte ich noch ergänzen, dass ich davon überzeugt bin, dass es vor allem darauf ankommt, dass wir Gott suchen und finden und nicht an Ihm (und damit am ewigen Leben in Herrlichkeit) vorbeileben.

Jesus bezieht sich darauf im Gleichnis vom reichen Kornbauern (Lukas 12,16-20): https://www.bibleserver.com/text/SLT/Lukas12

Nein. Ein Verlierer ist man nur dann wenn man eigenes angestrebtes nicht erreicht wie mein Vorredner schon erwähnte. Habe mich lange Zeit unwohl gefühlt, obwohl gutes Geld kam. Es war letztendlich das ich unzufrieden war mit dem was ich dort leisten musste. Nun ist mir klat geworden das Geld und Karriere eigentlich so klein wie möglich und so groß wie nötig gehalten werden soll. Denn die wichtigen schönen Momente die in unserem Alltag verloren gehen sind eigentlich die glückbringenden. Man verbringt nur zu wenig Zeit mit Ihnen da es ja überall propagiert wird... nicht work work work sondern stay, sit down and look in the sky. Einfach auch mal Nein sagen bzw nichts tun.

Liebe grüsse

Woher ich das weiß:
eigene Erfahrung

Hat jeder Mensch das Verlangen danach, berühmt und reich zu werden?

Mir ist bewusst, dass es eine seltsame Frage ist. Aber angesichts der ganzen "famegeilen" Menschen auf sozialen Medien etc beschäftigt mich diese Frage in letzter Zeit immer mehr. Ist es jedermanns Traum, einmal reich und berühmt zu sein? Ein sogenannter Star? Oder wollen die meisten Menschen einfach nur ein normales Leben führen - ihrem Traumjob nachgehen, eine Familie gründen, in Frieden leben etc? Wie seht ihr das und wie fühlt ihr? Würdet ihr lieber reich und berühmt sein oder ein normales, glückliches Leben führen?

...zur Frage

Wie werde ich ein besserer Verlierer?

Ich brauche kein Training in verlieren, nur bin ich immer etwas... kindisch, wenn es um das akzeptieren von Niederlagen geht. Und es tut mir wirklich für die Menschen leid, die mich ertragen müssen. Mit was für einer Mentalität kann man Niederlagen und Fehlschläge besser verkraften? Also, besser als respektlos, dreist, aggresiv und ausfallend zu werden und dann den Schauplatz stampfend zu verlassen?

... Ja, ich bin ein schrecklicher Mensch, ich weiß. Deswegen will ich es ja ändern.

...zur Frage

Ist Krieg und Konflikt wichtig für das menchliche Wachstum?

Im Konkurrenzkampf sind Menschen motiviert alles zu geben. Aus dem Kalten Krieg ist die Raumfahrt entstanden.

Muss man Krieg und Konflikt immer als negativ sehen oder kann dadurch der Mensch wachsen?

...zur Frage

Kann mir jemand klar definieren was Demut bedeutet

Hallo Leute ich habe das Wort Demut bei Wikipedia oder im Duden nachgeschaut aber so ganz richtig nicht verstanden. Könnte mir bitte jemand das mit eigenen Worten erklären?

...zur Frage

Wieso sind Menschen bei denen alles glatt läuft manchmal depressiv?

Manche sind attraktiv, reich, haben Freunde und eine Familie und sind dann irgendwie schwer depressiv. Das habe ich nie verstanden. Was bedrückt solche Menschen?

...zur Frage

die wichtigsten "Themen" im Leben eines Menschen? Familie, Liebe, Freunde, Geld, Eifersucht

Hallo, Was sind die wichtigsten "Themen" im Leben eines Menschen? Familie, Kindheit, Liebe, Freundschaft, Hass, Eifersucht, Karriere, Geld, Neid, Krankheit, Tod. Und was noch? Gruß Jo

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?