Ist es nicht eine unvertretbare Geste, dass der deutsche Bundespräsident seit Jahren nicht mehr auf der Siegesparade am 9. Mai in Moskau erscheint?

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5 Antworten

Für den Sohn eine Offiziers der Kriegsmarine und überzeugten Nazis ist der 9. Mai ein Tag der Niederlage.

Da trifft es sich gut, wenn die antirussische Konfrontationspolitik des Westens ihm ein gutes Alibi gibt, nicht an diesem für Russland so wichtigen Feiertag teilnehmen zu müssen.

Die Zeiten, in denen der 8. Mai als Tag der Befreiung in Deutschland galt, sind vorbei. "Der Russe" ist heute wieder der Feind, dem gratuliert man nicht zu seinen Siegen, schon gar nicht, wenn dadurch die Welt vor der eigenen Barbarei gerettet wurde. Dieses Verdienst will man nicht auch noch anerkennen müssen.

alexklusiv 07.05.2016, 18:12

Genau so sieht es aus, wenn man nicht hingeht. Man könnte das als Russe dann tatsächlich denken - und so schwer ist es nun wirklich nicht, für einige Stunden auf einer Tribüne Platz zu nehmen.

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barfussjim 07.05.2016, 21:13
@alexklusiv

Es ist eine Militärparade, die in ihrer Aufmachung an den Reichsparteitag erinnert. Ich bin froh, dass keine deutschen Staatsoberhäupter daran teilnehmen.

Bilder zum Vergleich:

https://i.ytimg.com/vi/n8aLxiLDxrE/maxresdefault.jpg

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/ff/Bundesarchiv\_Bild\_183-C12701,\_Nürnberg,\_Reichsparteitag,\_RAD-Appell.jpg

Hierzulande hat man stillere und angemessenere Formen gelernt mit der eigenen Vergangenheit umzugehen. Andere Länder (darunter keineswegs nur Russland) sollten sich ein Vorbild daran nehmen.

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PeVau 07.05.2016, 21:25
@barfussjim

Du hast nichts verstanden. Vor allem hast du nicht verstanden, was dieser Tag für Russland bedeutet. Du solltest diese Militärparade in Zusammenhang mit dem Unsterblichen Regiment sehen.

Darin nur die Zurschaustellung militärischer Kraft zu sehen, kann nur gelingen, wenn man den historischen Hintergrund nicht kennt und nicht einmal ansatzweise Verständnis für ein Volk hat, dass nur noch deshalb existiert, weil es unter Aufbringung der letzten Kräfte sich gegen die geplante Vernichtung gewehrt und gesiegt hat.

Für Russland ist die Armee aus der historischen Erfahrung heraus Garant für die Existenz und vor dem derzeitigen geopolitischen Hintergrund sowieso.

Dein Vergleich mit dem Reichsparteitag ist in diesem Zusammenhang an Schäbigkeit kaum zu überbieten.

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barfussjim 07.05.2016, 21:35
@PeVau

Ich stelle keinen inhaltlichen Vergleich an, die visuellen Ähnlichkeiten (s. Bilder) drängen sich aber geradezu auf. 

Ja, fairerweise sollte man in diesem Zusammenhang auch nach Frankreich und Großbritannien schauen, wo es ähnliche Aufzüge gibt.

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Ruehrstab 07.05.2016, 22:03
@barfussjim

Schau mal, jim, da feiert eine Nation ihre Rettung vor dem eigenen Untergang durch die deutsche Aggression - das ist legitim, das ist gut so. Und auch dass ein Bundespräsident sich dazu verhält, und zwar weitestgehend unabhängig von akuten politischen "Lagen", nicht wahr? Das ist doch sein Job.

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Huckebein 09.05.2016, 09:58
@barfussjim

Hierzulande hat man stillere und angemessenere Formen gelernt mit der eigenen Vergangenheit umzugehen.

Hierzulande ist nicht dazulande. Gottseidank hat jedes Volk seine eigenen angemessenen Formen und ist nicht verpflichtet, die Formen Deutschlands zu übernehmen.
Übrigens: Was Form betrifft: Wieder mal die typisch westdeutsche Art, von der Form auf den Inhalt zu schließen.

Es ist eine Militärparade, die in ihrer Aufmachung an den Reichsparteitag erinnert.

Allein dieser Vergleich ist nicht nur daneben, sondern perfide.

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kayo1548 08.05.2016, 00:09

"
Für den Sohn eine Offiziers der Kriegsmarine und überzeugten Nazis ist der 9. Mai ein Tag der Niederlage. "

Fakt ist, dass der Vater von Gauck zwar im Militär tätig war und auch diese Überzeugung ist etwas, das eine weit verbreitete Annahme ist und auch Gauck selbst bezeichnete die Eltern als "Mitläufer";

inwiefern da welche Überzeugung vorhanden war ist da natürlich schwer zu sagen; man musste damals ja auch nach außen hin ein gewisses Bild präsentieren.

Wenn du da Dokumente kennst die da genauere Infos über das politische Wirken o.ä. von Gaucks Vater haben wäre das natürlich eine interessante Sache und über einen Link o.ä- würde ich mich freuen

Auch richtig ist, dass Gauck das DDR Regime abgelehnt hat, aber ist er deshalb ein nationalsozalistisch eingestellt? Ich sehe da den Zusammenhang nicht.

Möglicherweise bestand die Ablehnung auch aus den früheren Erfahrungen mit dem Vater oder der politischen Einstellung der Eltern, das mag sein;

aber ob das der springende Punkt war?  Ich kenne auch viele die aus der DDR kamen und mit Hitler und co nicht viel zu tun haben wollten und trotzdem von der Politik der DDR nicht begeistert waren, was ja auch nicht verwunderlich ist.

Und wie Gauck heute dazu eingestellt ist, ist wieder eine andere Sache und ob er den Tag als Niederlage sieht oder nicht vermag ich ebensowenig zu beurteilen.

Aber nur weil die Eltern entsprechend eingestellt waren dasselbe Bild auch auf Gauck zu projezieren halte ich für zu einfach.

"
nicht an diesem für Russland so wichtigen Feiertag teilnehmen zu müssen."

ob er will, was er will und warum er es so will sind Dinge, über die man nur spekulieren kann

Aber daraus abzuleiten das man den damaligen Tag als Niederlage empfand (wie auch immer man das definieren mag), sehe ich hier kaum als machbar an, weil man damig die ganzen anderen Faktoren die bei so einer Handlung eine Rolle spielen vernachlässigt.

"
"Der Russe" ist heute wieder der Feind,

"

was heißt heute; die Konflikte zwischen den USA und Russland gibt es ja schon sehr lange.

Das Problem bei dem Thema ist, dass die meisten nur pro USA oder pro Russland gelten lassen; wenn jemand etwas das die USA macht nicht gut heißt muss er ja pro Russland sein und umgekehrt.

Und wenn jemand Kritik an der russischen Politik äußert  muss er ja dem "Feindbild" zum Opfer gefallen sein.

Das finde ich einfach zu stark pauschalisiert.

Nicht jeder der eine Seite kritisiert muss pro der anderen Seite sein und nicht jeder der die Poltik einer Seite nicht gut findet muss das aufgrund eines Feindbiles machen, sondern kann auch einfach aufgrund individueller Überlegungen und Vorstellungen zu diesem Bild kommen.

Daher sollte man sich auch fragen ob dieses Schwarz-Weiß denken (das es auf jedenfall gibt - keine Frage) wirklich immer existent ist oder es nur dadurch wird, das man selber einfach immer dieses Bild hineinsortiert

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PeVau 08.05.2016, 00:26
@kayo1548

Im Hinblick auf Gauck Schwarz-Weiß-Denken zu unterstellen, ist nicht zielführend.

Gauck ist kein Russland-Kritiker. Gauck ist ein Russland-Feind, ein außenpolitischer Scharfmacher, ein Geschichtsklitterer und nebenbei gesagt auch ein willfähriger Unterstützer jener neoliberalen Agenda, die hierzulande den Sozialstaat immer weiter abbaut.

Gauck ist ein Kalter Krieger ...

... ich höre jetzt auf über diesen Herrn noch etwas zu schreiben, sonst könnte es justiziabel werden.

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barfussjim 08.05.2016, 00:55
@kayo1548

Völlig sinnlos sich für jemanden, der in einem Paralelluniversum lebt und nur provozieren will, derart die Finger wund zu schreiben. 

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Sowjetunion208 08.05.2016, 15:34
@barfussjim

Provozieren?  Sagt der richtige 

Der in jeder Antwort dieses Themas nur hetzen tut und Pöbeln 

Bei aller Kritik gegen Russlands Kritik,  gegenüber Amerika zb im nahen Osten kam nie ein kritisches Wort 

Oder bei Clinton das schlimmste sie sei eine Frau,  den naheh Osten muss man nicjt erwähnen 

Also bevor du anderen Provokation,  gepöbel etc vorwirfst,  aufpassen 

6
kayo1548 08.05.2016, 17:20
@PeVau

"
Im Hinblick auf Gauck Schwarz-Weiß-Denken zu unterstellen, ist nicht zielführend. 
"




auch nicht wenn selbiges zur Anwendung kommt?

Es gibt keine Person und nichts auf der Welt das so klar und einfach das es nur Schwarz Weiß gibt.

und das mit dem Feindbild war ja denke ich nicht (nur) auf Gauck bezogen

2
Ruehrstab 08.05.2016, 22:46
@barfussjim

Man kann ja sowohl "Russland-Feind" als auch "beliebtester Politiker Deutschlands" sein.

7
PeVau 08.05.2016, 12:07

Danke für den Stern!

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Was soll ich als Russe davon halten wenn ein ranghoher, regierender Politker aus dem Land das die Nazis in den baltischen Staaten und in der Ukraine unterstützt kommt? Es ist hier wirklich die Frage was schlimmer ist: wenn er kommtoder wenn er nicht kommt. Ich persönlich will so eine Heuchelei nicht sehen. Leute, die die Nazi-Schwadronen in der Ukraine an die Macht gebracht haben möchte ich nicht am 9.Mai in Moskau haben.

Man "darf" solche Militärparaden ablehnen - auch wenn man sich über den Sieg der Alliierten über Nazi-Deutschland freut.

Das gilt auch für Feiern am Jahrestag der alliierten Invasion am Atlantik. Man "darf" - ohne sich dem Vorwurf des Nationalismus oder der Geschichtsvergessenheit aussetzen zu müssen.

Gruß, earnest


Ehrlich gesagt fände ich das ziemlich skurril.
Man stelle sich einen Frieden predigenden, deutschen Bundespräsidenten vor, wie er in Moskau auf einem Balkon eine Militärparade eines Landes bewundert, welches die Demokratie, Menschenrechte, Meinungsfreiheit und so gut wie alles was wir als schützenswert erachten, mit Füßen tritt. 

Huckebein 10.05.2016, 09:14

Du solltest deinen Redefluss!!! eindämmen. Es kommt nichts Gutes dabei heraus.
Demokratie, Menschenrechte, Meinungsfreiheit, alles, was schützenswert ist...
Hört sich gut an, aber wie wär's denn mal, wenn du diese Güter bei unseren Freunden einfordern würdest: Polen, Ukraine, Türkei?

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Redefluss 10.05.2016, 09:39
@Huckebein

Mache ich gerne, bei einer passenden Frage. Hier geht es aber um die Sowje... äh Russland. 

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Das dort kein westlicher politiker ist wundert mich nicht mehr, es würde mich wundern wenn dort einer währe.

Das mit dem russland-hass ist soweit gekommen das dort keiner mehr erscheint.

Ich finde das es rein aus Respekt zu den Millionen toten jeder da sein sollte.

Und zu den anderen kommentaren das es sinnlos ist oder verschwendung - das ist nicht nur eine parade das ist auch ein andenken an all die toten und all die Veteranen.

Und sowas ist besser als eine Gay-parade!

alexklusiv 07.05.2016, 17:03

Genau so sehe ich das auch;)

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lupoklick 08.07.2016, 21:19

Eine Militärparade 

hat nichts mit würdigem Gedenken zu tun, sondern zeigt in diesem Jahr nur die Großmannssucht eines ehemaligen KGB-Offiziers, der in Dresden den "Parteiauftrag" ausführte....

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