Ist es nicht beschämend wenn der Mindestlohn im Januar von 9,35Euro auf 9,50Euro steigt, das sind 15Cent und deckt die steigenden Mieten nicht?

16 Antworten

Mindestlohn ist zweischneidig.

Je höher der Mindestlohn um so eher entfallen Tätigkeiten, die man automatisieren kann. Es lohnt sich eher eine Maschine anzuschaffen. Für die Maschine benötigt man Bedienpersonal, dieses ist in der Regel aber nicht jenes, was aus dem Mindestlohnsektor generiert wird.

Gerade im Dienstleistungssektor, entfallen viele Dienstleistungen ersatzlos bei einer gewissen Kostensteigerung oder werden erheblich reduziert.

Ein hoher Mindestlohn gefährdet gerade in den Dienstleistungsbereichen die Gewerkschaften, würde der Unterschied zwischen Tariflöhnen und Mindestlohn zu gering werden, werden die Arbeitnehmer den Gewerkschaften den Rücken zu kehren. Warum 30 Euro im Monat an die Gewerkschaft wenn ich nur 40 Euro mehr habe?

Gerade im Bereich der großen und guten Tariflöhnen, hat sich das erkaufen von Dienstleistungen zum Mindestlohn durchgesetzt. Durch Fremdvergabe und SubSubSysteme klappt es sehr gut. Zum Lasten der Dienstleister. Logistik ist so ein Fall in der Industrie, warum werden in vielen Industrieunternehmen die Leistungen der Logistik Fremdvergeben? Das ist ein Deal unter Arbeitnehmern und Arbeitgebern. So sind am Ende des Jahres halt Sonderzahlungen von 2000 bis 8000 Euro drin für die Stammbelegschaft. Das die Logistiker keine Prämien erhalten oder gar Weihnachtsgeld., egal .So lange das eigene Geld stimmt hört bei vielen die Solidarität auf. Ebenso ist kaum ein Arbeitnehmer bereit, für bessere Bedingungen der anderen Mitarbeiter auf Geld zu verzichten.

Sich selbst das meiste gönnen anderen noch nicht mal das schwarze unter den Fingernägeln.

Für die nicht Stammbelegschaft sind keine 2000Euro bis 8000Euro drin, die lassen sich für die Stammbelegschaft noch versklaven und halten den Kopf für sie hin - für nichts. Für zeitarbeiter macht es auch keinen Sinn Gewerkschaftsbeiträge zu entrichten. Jede normale Versicherung ist günstiger, bzw. halb so teuer und ich komme genauso zu meinem recht.

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@Aufklaerer111

Das Problem der Gewerkschaften ist, in den neuen Berufsgruppen bekommen sie keinen Fus an den Boden und bei den alten verlieren sie ihn.

Zeitarbeit ist eines der besten Instrumente um für beide Seiten flexibel zu bleiben. Nur haben die Gewerkschaften nichts daraus gemacht.

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Um wieviel sollte denn deiner Meinung nach der Mindestlohn steigen?

Ich gebe nur zu bedenken, dass sich diese zusätzlichen Kosten auch wieder wo niederschlagen und von jemanden, z.B. den Kunden, bezahlt werden müssen.

Der Mindestlohn sollte 12,00 € betragen.

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@NicoFFFan

Warum? Bist du im Gegenzug bereit im Laden dann mehr zu bezahlen.
Was ist mit den Bauern? 50 Cent/Liter Milch wäre doch auch angebrachter.

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Das sind zumindest 24 Euro pro Monat bei einer 40 Std. Woche. Insgesamt entsprich der Mindestlohn 1520 Euro unter diesen Vorraussetzungen. Natürlich ist das kein guter Lohn, aber ich sehe das ganze als ein Balanceakt.

Desto höher der Mindestlohn ist, desto unattraktiver wird Deutschland als Industriestandort, da simple Aufgaben (z.B. das Reinigen von Industriegebäuden) teuerer werden und besonders das Herstellen von einfachen Gütern oder die Nahrungsmittelproduktion daraufhin häufiger ins Ausland verlegt wird. So etwas führt dann wieder zu mehr Arbeitslosigkeit, womit die Sozialausgaben steigen und man entweder in anderen Bereichen einsparen muss oder mehr Steuern erheben muss. Das wiederum verärgeret Gutverdiener (Ingenieure etc.) und Reiche, welche wiederum problemlos abwandern können und somit Deutschland auch als Standort für z.B. Produktentwicklung usw. unattraktiver machen und weniger in die deutsche Wirtschaft investiert wird. Schlussendlich wäre dann nach einiger Zeit weniger Geld für die Armen der Gesellschaft vorhanden als zuvor, obwohl man genau das Problem angehen wollte.

So wie ich es sehe muss man eine gute Balance schaffen, da es sonst nur negative Folgen hat und die Opfer dieser sind hauptsächlich jene, welchen man eigentlich helfen wollte. Wo genau der am besten ausbalancierte Punkt ist kann ich nicht sagen, vielleicht kann man da schon noch ein paar Euro erhöhen, aber man muss sich da Gedanken darüber machen.

Der Mindestlohn wird überwiegend an Leiharbeiter bezahlt, die keine 40-Stunden-Woche haben, sondern nur 151,67 Stunden pro Monat (35 pro Woche umgerechnet). 1520 gibt es auch nicht netto, höchstens brutto (habe es aber nicht nachgerechnet). Also katastrophal niedrig!

"Nahrungsmittelproduktion": Kann man nicht verallgemeinern. Bei Fleischbetrieben wird sehr wenig bezahlt. Aber ich als Vegetarier sag mal, es wäre nicht schade um sie wenn sie ganz schließen. In Molkereibetrieben sind die Löhne sehr viel höher. Da ist aber auch mehr Maschinenarbeit, kaum Handarbeit.

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@Tarzanoid

Ich weiß, dass es niedrig ist und die Zahlen habe ich nur genannt damit man die Dimensionen besser abschätzen kann.

Das mit der Nahrungsmittelproduktion war auch nur ein Beispiel und damit sind auch nicht alle Bereiche dieser gemeint, jedoch werden dort eben einige niedrig vergütet. Das betrifft auch nicht nur die Fleischereibetriebe, ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass die es bei den Erntebetrieben noch stärker ausgeprägt ist. Diese Leben nämlich davon, dass man polnische Gastarbeiter ins Land holt und diese für diesen niedrigen Lohn schuften lässt. Würde man dort den Lohn höher ansetzten, dann würde wohl noch deutlich mehr Nahrung aus dem Ausland bezogen werden.

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@AOMkayyy

Da muss man in der EU generell höhere Mindestlöhne vereinbaren. Das muss staatlich geregelt werden. Und gegen Staaten außerhalb der EU soll man sich durch Zölle oder sogar Einfuhrverbote schützen.

Ja, im Erntebereich sind die Löhne am niedrigsten. Das vergesse ich leicht. Wir haben hier zwar Landwirtschaft, aber fast nur Früchte, die nicht von Hand geernet werden und nur der Bauer mit Familie beschäftigt ist.

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@Tarzanoid

Das stellst du dir alles einfacher vor als es in Wirklichkeit ist.

Allein in Europa gibt es starke Unterschiede in der Wirtschaftskraft der Länder und auch die Lebenshaltungskosten unterscheiden sich gigantisch. Würde man in den östlichen Staaten Mindestlöhne von z.B. 12 Euro ansetzten, dann würde man die gesamte Wirtschaft des Landes mit Höchstgeschwindigkeit gegen die Wand fahren. Diese Länder leben teilweise davon, dass man nicht so hohe Personalkosten hat und die Menschen können dort damit Leben, da die Lebenshaltungskosten deutlich niedriger sind als hier.

Auf Zölle und Einfuhrverbote würden die betroffen Länder ebenfalls mit solchen antworten. Das würde die Wirtschaft von Exportnationen wie Deutschland stark schädigen. Protektionismus würde wohl in die Hose gehen.

Also hier wo ich lebe sehe ich ständig ausländische Feldarbeiter. Sei es bei der Spargel-, Erdbeer- oder Traubenernte.

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Ein massiver Anstieg von Leistungen, bzw. Ansprüchen (beispielsweise Mindestlohn) ist meines Erachtens volkswirtschaftlich problematisch.
Ich stimme aber wohl mit dir überein, dass (beispielsweise) die Mietpolitik ein Trauerspiel, bzw. eigentlich skandalös ist.
Möglicherweise ist es schwierig, eine rechtlich durchsetzbare Lösung zu finden, die zugleich sozial effektiv ist. Aber da weiß man doch schon seit vielen Jahren um das Problem.
Ich habe z.B. auch nicht verstanden, wieso man den Zwang zu Mietzahlungen weiterlaufen lässt in voller Höhe bei Menschen und Unternehmen, die durch Corona unverschuldet in massive finanzielle Schwierigkeiten geraten sind.

Wenn die Menschen aus prekären Arbeitsverhältnissen in Rente gehen und von Transferzahlungen abhängig sind, wer muss diese bezahlen? Ist es dann nicht besser man verdient sich seine Rente während seines Berufsleben mit einem anständigen Lohn? Für den Zusammenhalt einer Volkswirtschaft nicht problematisch.

Wer in Deutschland wohnt und arbeitet, sollte vernünftig entohnt werden. Es gibt zum Glück AG die dies auch tun.

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@Akki27

Der von der ausgeführte Aspekt ist sicherlich beachtenswert!

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Leider wahr. Ist eben so.

Man entschuldigt sich ja dadurch dass der Mindestlohn ja nur ne unterere Grenze wäre. Aber dass gerade in der gastro immer nur das minimum gezahlt wird xD.

Die werden es merken wenn durch corona die arbeitslosen Zahl steigt und komischerweise nicht runter geht. Denn dann merken sie ich habe im Schnitt das gleiche wie mit Mindestlohn gerade in Stadtlage.

Die h4 Empfänger bekommen nicht zuviel Geld sondern die Arbeiter Schlicht zu wenig.

Und deswegen finde ich das BGE für richtig. Es würde diese Lücke eher schließen und Leute werden belohnt wenn sie arbeiten und nicht bestraft weil das Geld angerechnet wird. Faulheit wird dadurch belohnt

Ja, BGE wäre gut dann könnte man viele unnötige Arbeiten wie beim Jobcenter wegrationalisieren. Wer braucht schon jemand wo die ganze Zeit hinter einem steht und nur stellenangebote verschickt und von den stellen und vom Profil überhaupt keine Ahnung hat. Wenn ich denen sage, dass ich z.B. kein AutoCAD 3D kann, dann bekomme ich mehrere Stellen wo genau das gefordert ist. aber von Förderung keine Spur. selbst Dienstaufsichtsbeschwerden helfen nichts.

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@Aufklaerer111

Ich weiß. Das soziale Netz ist in Deutschland sehr inefficient. Ein Euro soziales Geld kostet den Staat soviel mehr. Mit dem bge bräuchte man dies nicht

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