Ist es moralisch verwerflich ins Bordell zu gehen?

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Das Ergebnis basiert auf 5 Abstimmungen

80%
Finde ich ok 20%
Ist eig eine naise Sache 0%

15 Antworten

Um es mit Nietzsche zu sagen:

Moralische Entrüstung besteht meist aus 2% Moral, 48% Hemmung und 50% Neid!

Es kommt immer darauf an, unter welchen Umständen (in Beziehung oder Single) man lebt, ob man es ggf. mit seiner Partnerin (sofern vorhanden) abspricht und natürlich wohin man geht.

In einem schönen FKK- oder Saunaclub stimmen nicht nur Hygiene und Ambiente, Dienstleisterinnen und Gäste können sich hier auf Augenhöhe begegnen - fern der Klischees von Schmuddel und Zwang. Eine Session ist meist erotischer, wilder, zärtlicher, verschmuster, alberner und schöner, als es sich die Theoretiker und Moralapostel überhaupt vorstellen können.

Wirklich verwerflich finde ich persönlich lediglich die Inanspruchnahme der Dienste Minderjähriger (verboten!) und Zwangsprostituierter (auch verboten!). Dabei ist es allerdings so, dass die ständig wiedergekäute Parole "Die meisten Prostituierten sind Zwangsprostituierte" schlicht Käse ist. In den letzten 10+ Jahren hatte ich (mit Wissen und Einverständnis meiner Frau) Sex gegen Geld mit rund 1.000 Frauen - dabei ist mir keine Einzige begegnet, die erkennbar unter Zwang mit mir zusammen war.

Da allerdings einige Feministinnen selbst die Notwendigkeit Geld zu verdienen als Zwang auslegen, kann man hier endlos diskutieren (so gesehen bin ich auch Zwangsarbeiter, denn ich gehe nicht ins Büro weil mir langweilig ist!)

Allein die Möglichkeit, dass Frauen zu dieser Tätigkeit gezwungen oder genötigt werden KÖNNTEN, begründet keine moralische Verurteilung oder gar ein Verbot der Sexarbeit an sich - sonst müsste man auch die Institution der Ehe verbieten, weil es immer wieder zu Zwangsehen kommt - auch in unseren Breiten... .

Geld mit dem Körper und den körperlichen (sexuellen) Attributen einer Frau zu verdienen sollte man ebenfalls nicht grundsätzlich verurteilen - denn wo will man die Grenze ziehen? Beim Pornodreh? Beim Striptease? Bei der Gogo-Tänzerin in der Disco? Der Ballett-Tänzerin in der Oper? Bei der "seriösen" Schauspielerei?

Die Sexarbeit hat jedenfalls eine differenziertere Auseinandersetzung mit dem Thema verdient, als diese aktuell an Stammtischen, bei Feministinnen-Treffen und in Kabinetten stattfindet, denn dort ist es meist nur ein unermüdliches Aufsagen von Vorurteilen - in der Regel ohne eine Sexworkerin an diesen Gesprächen überhaupt zu beteiligen... . Schade eigentlich... .

Wer Prostitution verurteilt bedient sich oft einer Doppelmoral, denn bei der gerne empfohlenen Alternative "Such Dir doch einen One-Night-Stand" wird oft gelogen bis sich die Balken biegen ("Natürlich bin ich Single", "Ich suche etwas Festes...", "Ich bin schon so gut wie geschieden..." usw.) um das Opfer ins Bett zu bekommen. Warum der angeblich so verwerfliche "Sex ohne Liebe" in einem solchen Fall moralisch wertvoller ist, als bei einem fairen Geschäft, ist mir nicht klar. Auch eine Versorgungsehe, bei der der Braut die finanzielle Ausstattung des Gatten wichtiger war, als die Liebe zu einem "armen Schlucker" wird selten wirklich beanstandet.

Frauen sind Prostituierte natürlich meist suspekt, da die Möglichkeit jederzeit unkompliziert Sex kaufen zu können, die Damen eines beliebten Belohnungs- und Steuerungsinstruments beraubt... .

Viele Details über die verschiedenen Geschäftsmodelle findest Du in dem unterhaltsamen und informativen Buch "Wir sehen uns im Puff!" (gibt's als Taschenbuch und eBook bei Amazon) - dann kannst Du Dir ein besseres Bild machen... .

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

"Frauen sind Prostituierte natürlich meist suspekt, da die Möglichkeit jederzeit unkompliziert Sex kaufen zu können, die Damen eines beliebten Belohnungs- und Steuerungsinstruments beraubt..."

Schön, dass du offenbar "die Frauen" so gut verstehst, aber das ist schon ein ziemlicher Quatsch. Selbstverständlich gibt es Frauen, die Sex in der von dir genannten Form verwenden, dies aber so pauschal den meisten Frauen zu unterstellen, halte ich für ziemlich daneben.

Ich hab kein Problem mit Prostitution und Prostituierten - wenn mein Mann meint, diese Dienste in Anspruch nehmen zu müssen, hat ER ein Problem mit mir und sonst niemand. Ja, da gibt es bestimmt auch viele, die das anders sehen - aber so pauschal kann man das einfach nicht sagen.

Auch deine Ausführungen zur Zwangsprostitution halte ich für bedenklich. Ich hatte zwar nur kleine Einblicke in die Welt der Prostitution, dafür nicht aus der Sichtweise des Kunden - Zwang ist an der Tagesordnung für viele Prostituierte, in vielen verschiedenen Formen. Und ich persönlich würde nicht mit einer Frau schlafen wollen, die diesen Job mit Widerwillen deshalb macht, weil sie sonst nicht weiß, wie sie ihrem Kind ein Essen auf den Tisch bringen soll oder wie sie sonst die Miete zahlen will. Dein Vergleich mit dem Büro ist ganz nett, allerdings hinkt der schon ein bisschen, wenn man sich mal ansieht, was Prostitution an psychischen Folgen bedingen kann. 

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@nnblm1

@nnblm1

Das Frauen Sex zur Belohnung/Steuerung verwenden ist nicht erst seit Lysistrata bekannt.

Deine Ausführungen zu "Zwang" lassen sich eigentlich auf jede Arbeitstätigkeit 1:1 umsetzen und verlieren nichts an Gehalt.

Allerdings sollten wir uns einig sein das in einer Gesellschaft welche Prostitution unterdrückt/verbietet der gesellschaftliche Stand der Prostituierten sich verringert und die Möglichkeiten des Zwanges/Missbrauch sich deutlich erhöhen. Bei einer gesellschaftlichen Akzeptanz der Prostitution als Geschäftsmodel von Erwachsenen ist die Möglichkeit des Zwanges/Missbrauches deutlich geringer.

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@nnblm1

@nnblm1: Schön, dass Du Dich so differenziert mit meiner Antwort auseinandersetzt.

Ich hatte ja auch nicht "die Frauen" oder "allen Frauen" geschrieben, sondern "...meist suspekt..." - was bedeutet, dass viele Frauen ein Problem mit Sexarbeit haben. 

Ob sie das erwähnte "Belohnungs- und Steuerungsinstrument" Sex nun bewusst einsetzen, unbewusst nutzen oder bewusst darauf verzichten kann sicher ganze Bücher füllen. Nahezu jeder Mann, der schon ein Weilchen in einer Partnerschaft zugebracht hat, wird bestätigen können, dass Sex meist ausfallen muss, wenn die Frau "etwas hat" - verschärfend kommt hinzu, dass viele Frauen erwarten, dass ER selbst darauf kommt, was dies ist - denn "wenn er mich wirklich liebt, muss er ja selbst merken was los ist...".

Genau sowenig wie es "DIE Frau" oder "DEN Mann" gibt, gibt es auch nicht "DIE Prostituierte". Die meisten Frauen, die aktuell in deutschen Bordellen tätig sind, sind Mitglieder der "Generation Party" aus Ländern wie Rumänien und Bulgarien. Dabei ist es in der Regel nicht schreckliche Armut, sondern das Motto "Ich bin JETZT jung, ich will mit JETZT etwas leisten können!" da kommt ein Job in Germany, wo man in einer Nacht mehr verdienen kann als eine Krankenschwester in der Heimat im ganzen Monat, gerade recht! Die allermeisten Männer gehen mit den Damen auch zärtlich und respektvoll um, weshalb diese ihre Tätigkeit auch z.B. der einer Krankenschwester usw. vorziehen, da Schwestern einen unangenehmen Patienten beim nächsten Mal nicht einfach ablehnen können! 

Wenn ein solches Mädel beim Heimaturlaub dann mit Markenklamotten, Designer-Schuhen, teurem Schmuck, iPhone und Laptop auftaucht, den Eltern ein Apartment kauft und Bilder vom letzten Luxusurlaub zeigt, wird die eine oder andere Freundin schnell neugierig und fragt, ob sie denn nicht auch in Deutschland arbeiten könnte. Die Mädels, die ich kennengelernt habe (und das sind ein paar hundert) wussten auch konkret, wie diese "Arbeit in Deutschland" aussieht - "glaubst Du wir sind doof in Rumänien und haben dort kein Internet?!" bekommt man auf Nachfrage schnell um die Ohren... . 

Dabei braucht es auch keine Zuhälter und Menschenschmuggler, denn als EU-Bürger brauchen sie keinen Schleuser und dürfen hier arbeiten. Ihre Arbeit ist in Deutschland (und anderen EU-Ländern) legal und darf beworben werden, daher brauchen sie auch keinen "Beschützer" oder jemand der sie "versteckt" und "Kunden versorgt".

Gefährlicher sind da die sog. "Loverboys", die einem Mädel die große Liebe vorgaukeln, aber "leider" einen "Berg Schulden" haben, die sie helfen soll abzutragen damit man endlich heiraten kann... . Wenn solchen Typen ein Mädel mal ein paar Jahre ihr Geld anvertraut hat, lässt dieser sie fallen und sucht sich das nächste Opfer... Diesen Subjekten ist allerdings schwer beizukommen... 


Schau Dir bitte mal einen schönen Club, die Arbeitsbedingungen dort, den Umgang miteinander usw. an und rede mit den Sexarbeiterinnen, bevor Du weiter über ihr Tun urteilst, denn alle reden ÜBER sie, aber die Wenigsten MIT ihnen!

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

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Nein!

Du gehst eine Geschäftsbeziehung zur sexuellen Befriedigung ein. Hättest du dieses Bedürfnis zur Befriedigung nicht würdest du nicht gehen.

Du gehst doch auch ab und zu essen owohl Zuhause gut gekocht wird/werden kann, oder?

Komisch Antwortmöglichkeiten... blau und orange stimmen beide zu und was grün aussagen soll weiß ich nicht.

Ich finde es ok, wenn die Frauen freiwillig da sind und die Person Single ist (oder die Partnerin nichts dagegen hat). Ansonsten ist das für mich ganz klar Fremdgehen!

Ob die Frau wirklich freiwillig da ist, kann man vermutlich nur schwer rausfinden. 

Was ist es dann wenn die Partnerin die Bedürfnisse des Partners nicht zu erfüllen wünscht?

Dann bleibt der Partner mit seinen persönlichen Sehnsüchten alleine und der ohne Leidensdruck bestimmt die Regeln?

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@Ursusmaritimus

dann muss sich der Partner entscheiden ob sein Leidendruck so stark ist, dass die Beziehung keine Chance mehr hat oder ob er es aushält.

Natürlich sollte man offen darüber reden und versuchen eine Lösung zu finden, aber wenn der Partner etwas absolut nicht will, dann muss man es akzeptieren.

Ich kann nur klar sagen: für mich wäre es egal ob mein Freund mich mit einer Prostituierten oder anderen Frau betrügt, das geht für mich gar nicht.

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@testwiegehtdas

Das ist aber sehr egoistisch von dir, du forderst von deinem Partner einhalten weil du nicht liefern willst. Gleichzeitig stellst du deinem Partner frei bei anhaltendem Leidensdruck gegen deine Vorgabe die Partnerschaft aufzulassen.

Ist dies deine Vorstellung einer Partnerschaft auf Augenhöhe/mit Augenmaß?


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Ich denke, da muss man sich selbst verschiedene Fragen beantworten:

- Partnerschaft: gibt es eine Partnerin? Wenn ja, stimmt diese zu, weiß sie Bescheid? Wird angemessen verhütet (vor allem, was Krankheiten betrifft) und auf entsprechende Hygiene geachtet, so dass keiner einer Gefahr ausgesetzt ist?

- Zwangsprostitution: Kann ausgeschlossen werden, dass die Prostituierte in irgendeiner Form zu dieser Tätigkeit gezwungen wird? Ist für den Freier ein wirtschaftlicher Zwang bereits eine moralische Hürde? Wird niemand ausgebeutet (was auch abseits von Zwang geschehen kann)?

Um der Zwangsprostitution auszuweichen, wird es ratsam sein, mehr Geld in die Hand zu nehmen.

Ich finde Prostitution prinzipiell in Ordnung, würde aber als Freier bereits wirtschaftlichen Zwang als Hürde sehen, die ich persönlich nicht überschreiten wollte.

Das ist alleine deine Sache. Allerdings, wenn ich bedenke, dass viele Frauen nicht gerade freiwillig in die Prostitution geraten sind, wäre dieses der einzige moralische Aspekt, der m.E. hier zum tragen kommt.

wenn jemand über 18 ist und keine Beziehung hat, natürlich nicht, wenn es ihm Spaß macht und er dafür bezahlen möchte.

Mann bezahlt immer für Sex. Egal ob im Bordell oder zuhause.

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nein ist es nicht. Der Begriff von Moral unterliegt einem ständigen Wandel. Es war mal völlig normal ins Bordell zu gehen, bei den alten Römern z.B. war das Standard. Insbesondere durch den Einfluß der Religionsgemeinschaften wurde das in die Schmuddelecke gedrängt.

Man holt sich Abwechslung, Ausgleich und auch Anregungen, was auch wieder Leben die Beziehung bringen kann. Alles gut :) Ich mags.

Schwere Frage, einige Sagen jetzt ja, andere nein. Ich sage NEIN.

Deine Umfrage allerdings hast du ziemlich blöd gestellt, was ist der Unterscheid, wenn man sagt: Nö (also: Ich finde es nicht moralisch verwerflich) und ich finde es okay (also: Ich finde es okay ins Bordell zu gehen, was heißt, dass ich es nicht moralisch verwerflich finde)? Und was ist eine "naise Sache"?

Finde ich ok

Natürlich nicht. Denn wie sonst sollen die Unterleibsfachverkäuferinnen zu Geld kommen? 

Nein das geht nur dich alleine was an

Ich finde schon. Viel Prostituierte werden dazu gezwungen und das darf man auf keinesfall unterstützen!

das stimmt mit großer Wahrscheinlichkeit so nicht. Wenn der Zwang, den du meinst darin besteht, dass sie Geld benötigen und es damit verdienen wollen, gebe ich dir Recht. Das ist aber bei jedem Job so.

Das Thema Zwangsprostitution ist seit der Legalisierung der Prostitution 2002 seit Jahren auf dem Rückweg. Es gibt immer weniger aufgedeckte Fälle. Der Zustrom der osteuropäischen Frauen in diesem Bereich erklärt sich in erster Linie aufgrund des enormen Einkommensgefälles. Ich kenne einige der Frauen mittlerweile sehr gut.

Das die Politik derzeit das Gegenteil behauptet, ist weit weg von der Realität und hat wahltaktische und moralische Gründe. Sicher ist natürlich dass es sowas gibt und gut wäre auch wenn man mehr dagegen unternimmt. Leider greift die Politik hier zu völlig falschen Lösungen und ignoriert die allermeisten Fachmeinungen völlig.

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Daher du die Frage stellst, musst dir doch gedanken drüber machen!! Also sag du es uns!!! ist es moralisch verwerflich?

Wenn du für die volle Service zahlst und noch etwas Trinkgeld dazu gibst dann bist du immer dort very welcome

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