Ist es moralisch verwerflich, dass in so gut wie jedem Film die Protagonisten versuchen Probleme mit Alkohol zu lösen?

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9 Antworten

Man sollte nicht vergessen, dass die Filmkultur sich verändert und damit auch die gesellschaftlichen Entwicklungen widerspiegeln.

Das ist zum einen sicher der Grad an Freizügigkeit und sexuellen Szenen, als auch das Zeigen von Gewalt, Alkoholismus und anderen negativen Aspekten.

Man kann also durchaus auch Gesellschaftskritik darin sehen, wenn nicht einmal moralische Vorbilder wie die Polizei, menschliche Schwächen abstreifen können.

Allerdings hat es auch schlichtweg etwas mit dem Publikumsgeschmack zu tun - man wünscht sich Abwechslung und interessante Charaktere.

Irgendwann ist das Schema "strahlender, allmächtiger Held rettet bildschöne, hilflos-kindliche Maid aus den Fängen der Schurken" einfach ausgereizt.

Dann ist es nicht nur gesellschaftskritisch, sondern einfach interessanter und vielschichtiger "gebrochene" Personen und "Anti-Helden" zu zeigen.

  • Der Kriminalkommissar mag im Beruf brillant sein - sein Familienleben leidet aber darunter, die Ehe ist am Ende und er bekommt Alkoholprobleme...

oder

  • Der stahlharte einsame Rächer offenbart in filmischen Rückblenden seine grausame Jugend, die ihn zu dem eiskalten Profi machte, die er heute ist...

Solche Schilderungen mögen überzeichnet, oder genau so unrealistisch wie der "strahlende Held" sein - es war aber mal etwas neues.

Dennoch hält sich das "Held-rettet-Jungfrau"-Schema mit Happy End gerade in Hollywood - tragische Enden ohne Trost und Hoffnung sind selten.

Französische oder japanische Produktionen haben sich dagegen meiner Meinung nach deutlich mehr mit der "Würde des Scheiterns" befasst.

Kinder und Jugendliche sollte man ohnehin nicht unbeaufsichtigt Medien konsumieren lassen, sondern das Gesehene durchaus anschließend in Gesprächen behandeln.

Auch die "FSK" ist keine Schikane, um Kinder von "coolen" Filmen fernzuhalten, sondern soll einen altersgemäßen Medienkonsum unterstützen.

Ich sehe also keine sittliche Gefährdung durch Filme.

mir würden wesentlich interessantere geschichten einfallen, finde viele klischeebladene geschichten lieblos und zu konstruiert. ich breche auch viele bücher wieder ab, die von solchen klischees und kostruktivität nur so strotzen. auch logiklücken sind ein grund. leider bin ich selbst sehr kreativ und wenn mir was besseres einfällt, ist das buch oder der film schon weniger interessant... kannst ja gerne meine ausgangsidee in der nächsten frage lesen, wo ich eine mögliche alternative für das wasserfall klischee beschreibe...

es gibt immer eine bessere idee als die üblichen klischees wie alkohol, kneipenschlägereien oder das unzerstörbare auftreten eines helden.... wenn helden schwäche zeigen ist das immer interessanter...

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@Funmichi

und man muss sich den üblichen scheinbaren grenzen des handlungsstranges entsagen.... 

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Im Gegenteil, es kann sogar gut sein. Der Alkohol wird nicht verherrlicht, sondern mit Problemen in Verbindung gebracht. Der Betrachter assoziiert "Probleme = Alkohol".

Der Alkohol unterstreicht: Der Protagonist ist wirklich total am Ende. Sobald er kraft schöpft, lässt er das Trinken sein.

Der Zuschauer weiß, was er zutun hat oder wo er anfangen kann, wenn er seine Probleme gelöst haben will, die ihn zum Alkohol geführt haben.

Leicht bedenklich sind Ausnahmen wie "Die Simpsons". Da wird Alkohol wirklich schon fast verherrlicht, je nachdem wie differenziert man die Serie schaut.

es ist die darstellung: wenn im noir stil die gläser voll alkohol schön beleuchtet werden und der held genüsslich an seiner kippe zieht und dann seinen "doppelten" herunterkipppt, hat das was von genuss, und weniger von "lass die finger davon". 

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@Funmichi

Das ist etwas ganz anderes als du in deiner Frage beschreibt. Dabei geht es nicht ums Problemlosen.

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Natürlich ist das aus moralischer Sicht nicht der Umgang mit Problemen, den man wählen sollte. Alkohol ist nie eine Lösung. Es betäubt Schmerzen temporär, löst sie aber nicht und evoziert den Betroffenen meist nur noch mehr Probleme.

LG

Filme wollen und müssen Geld verdienen - und das tut man, indem man Menschen bestätigt und ihnen etwas gibt, um sich wiederzuerkennen - und nicht, indem man sie belehrt.

Nur so - und natürlich dank opulenter Werbung - kommen Wahnsinnszuschauerquoten zustande, Moral hin oder her. 

Nein, das ist künstlerische Freiheit und das Aufzeigen von realen Dingen, sowas passiert nunmal auch im Leben.

Filme haben meistens Altersbeschränkungen, damit sich eben nicht zu junge Leute ein Vorbild daran nehmen und das als richtig erachten. Nicht jeder Film hat eine Vorbildfunktion zu sein, im Fokus steht immer noch die Unterhaltung und das künstlerische Schaffen.

LG

Ich weiß ja nicht was für Filme du siehst, aber ich kenne genug Filme in denen Probleme nicht mit Alkohol gelöst werden.

Dann sind es eben Filme und Filme sollten nie als Vorbild dienen, weil fiktiv

die autoren des films entscheiden was in ihrem film vorkommt. ich als künstler würde auch nicht mit penisskulpturen aufhören nur weil sie ordinär sind

Viele viele Filme mit Bars, Saufen, Schlägereien? Ja, Mitte des letzten Jahrhunderts war das so. Aber heute?

Schlechtes Vorbild? Warum? Der wissbegierige Zuschauer lernt doch: Saufen hilft nicht. Oder zeigen deine Filme etwas anderes?

*Steppengras rollt über die staubige, menschenleere Straße.....*

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ist es moralisch verwerflich, dass die meisten Filme unrealistisch sind? 

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