Ist es moralisch richtig, auf Krieg mit Krieg zu anworten?

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9 Antworten

Mit Moral ist da wenig zu wollen, da eh beide Seiten aus ihrer subjektiven Weltsicht im Recht sind. Die Fragen die sich vorrangig stellen, sind: Wie können wir gewinnen - und jeweils um welchen Preis? Und erst daran anschließend stellt sich die Frage, ob man den jeweiligen Preis zu bezahlen ist.

Daran wird man auch das Handeln unserer Eliten anschließend bewerten müssen.

Und da helfen uns auch unsere ganzen bigotten Wertmaßstäbe nichts. Ich glaube jedenfalls nicht daran, dass man das grundlegende Problem mit Luftangriffen lösen kann, denn obwohl es eine Zeit lang so aussah, als seien Drohnen ein vielversprechendes Mittel, so zeigt sich doch immer mehr, dass auch diese massive "Kollateralschäden" verursachen. Und damit erzeugt jede "Eliminierung" eines "Terroristen" oder "Aufständischen" nach wie vor mehrere neue, verschlimmert also das Problem.

Jetzt mal ganz davon abgesehen, dass derartige Tötungen auf Verdacht mit unseren angeblichen moralischen Maßstäben in keinster Weise zu vereinbaren sind. Ich erinnere daran, dass der vormalige NSA-Chef Michael Hayden öffentlich zugegeben hat, dass bereits abgefangene Metadaten von Telefongesprächen für ein derartiges Todesurteil ausreichen.

Frag dich mal, was ein deutscher Richter sagen würde, wenn ihm ein Staatsanwalt mit dem Ansinnen käme, einen Menschen ohne Verhandlung auch nur ein paar Monate in den Knast zu sperren, weil er mit bestimmten anderen Telefonanschlüssen telefoniert hat, von denen man mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit vermutet, dass sie möglicherweise Verbrechern gehören könnten. Und nicht nur der eine Typ wird eingelocht, sondern auch ALLE ANDEREN, die zum Zeitpunkt der Verhaftung in der gleichen Wohnung sind.

Aber seine moralische Überlegenheit hat der Westen eh längst abgegeben, genau genommen schon SEHR lange vor Guantanamo und Abu Ghreib. Man schaue sich nur das Massaker an den Kikuyu durch die Briten an, schlappe 13 Jahre, nachdem sie sich in Nürnberg auf das ganz hohe moralische Ross gesetzt und eigens den Tatbestand des "Verbrechens gegen die Menschlichkeit" nachträglich erfunden haben.

Es gibt genau GAR keinen Guerilla-artigen Konflikt, aus dem man siegreich hervorgeht, ohne Massaker an Zivilisten zu verüben, ohne Repressalien zu begehen und ohne die Bevölkerung vor Ort nach Strich und Faden zu terrorisieren. Ganz egal was euch Politiker auch immer einreden wollen: Das geht nicht, das gibt es nicht und wenn wir die Bundeswehr in solche Ecken schicken, dann spielt sie dieses Spiel entweder mit oder geht unter. Man schaue nur, was die ganzen Jahre Bundeswehr in Kundus gebracht haben: Nix, nix und drei Mal nix. Die ganzen toten deutschen Soldaten - alle umsonst gestorben. Wenige Monate sind die da weg und es ist, als wären sie nie da gewesen. Abgesehen von dem inzwischen durch die USA bombardierten Krankenhaus von "Ärzte ohne Grenzen". Alles war für die Katz.

Vor diesem Hintergrund wurde sogar schon mit gar nicht so schlechten Argumenten der Gedanke vertreten, dass es das Beste für die Menschheit wäre, den kompletten Islam weltweit mit Stumpf und Stiel per nuklearem Holocaust auszulöschen (http://www.nyu.edu/classes/keefer/joe/dolan.html). Und wer will sagen, dass er am Ende Unrecht hat?

In jedem Fall macht es aber Sinn, von den Leuten vor Ort, die eine andere Perspektive sehen und für sich wollen, so viele wie möglich da rauszuholen. Jeder in Deutschland integrierte und sozialisierte Flüchtling ist ein potenzieller Terrorist weniger und man darf zumindest hoffen, dass er künftig auf der richtigen Seite zur Geburtenrate beiträgt.

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Kommentar von niklas93
21.11.2015, 12:34

Vielen Dank für den Einblick! Ich denke deine Aussage 

"Und damit erzeugt jede "Eliminierung" eines "Terroristen" oder "Aufständischen" nach wie vor mehrere neue, verschlimmert also das Problem."

trifft es auf den Punkt. 

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Sollte der sogenannte Westen nicht als Ideal voran gehen und die Waffen niederlegen?

Da du deine Frage offensichtlich auf die Terroranschläge beziehst, sage ich folgendes dazu.

Nehmen wir mal als Maß der Dinge die Jahrtausendwende und blicken auf die Anschläge vom 11. 09. 2001. An diesem Tag erhielt der Terror neue Dimensionen, die bis zu dahin kaum jemand für möglich gehalten hätte. Verantwortlich damals zeigte sich Al Quaida, heute steht für den Terror u.a. der IS. Nicht nur im Westen, auch in anderen Ländern, gab es teilweise grausame Anschläge, einer davon war der Anschlag auf eine russische Verkehrsmaschine vor einigen Woche, ebenfalls mit über 100 Opfern, alles unbeteiligte Zivilisten.

Fortführend bis zum Freitag mit den Anschlägen in Paris, ist für jedermann ersichtlich, dass die Terroristen keine Gefangenen machen und ohne Rücksicht auf Verluste agieren. Unschuldige, Frauen und Kinder, keiner ist vor Anschlägen sicher, der Tod wird billigend in Kauf genommen und ist letztendlich Ziel der Anschläge.

Das ist auch ersichtlich, glaubt man den Äußerungen zu dem Vorhaben der Terroristen für das Fußballspiel in Hannover. Nicht auszudenken, was demnach hier hätte alles passieren können.

Wer Angesichts dieser Tatsache immer noch der Meinung ist, man sollte die Waffen niederlegen, der kann die Tragweite der Geschehnisse nicht erfassen. 

Der IS praktiziert eine erdachte Religion, die keineswegs das darstellt, was der Koran predigt. Wer in der geschehenen Form gegen Menschen vorgeht, die einfach nur ihr Leben nach ihren Vorstellungen leben möchten, hat keinen Platz in dieser Welt. 

Halten wir in diesem Fall die andere Wange hin, dann werden wir unnötigerweise immer mehr Opfer zu Grabe tragen, wir werden ständig in Angst vor Anschlägen, Tod und Verwundung leben. Ein Leben, wie wir es z.Z. noch leben, wird dann in der nahen Zukunft nicht mehr möglich sein.

Terroristen wie in diesem Fall, wollen nicht verhandeln, sondern ihre "Ideologien" mit allen Mitteln durchsetzen.

Um unsere Rechte nach unseren freiheitlichen, demokratischen Werten zu schützen, müssen wir jetzt zu den Waffen greifen und diese Werte verteidigen, hier muss "Auge um Auge" als Antwort auf den feigen, vielfachen Mord stehen. 


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Es ist ja sehr vorbildlich,das man mit einem guten Beispiel vorran gehen sollte,und dem Beispiel des IS nicht folgen sollte.Das Problem ist nur,das dem IS Moral und Frieden,ziemlich egal sind.Wenn du denen auch noch die rechte Wange hinhältst,schiessen die dir einfach in den Kopf!Mit dem IS kann man nicht reden oder im Frieden leben.Anders als in der Vergangenheit,in der Terroranschläge auf westliche Truppen und Länder,in erster Linie,als Vergeltung für Einsätze in Afghanistan,oder Irak verübt wurden,sind sie nun als Herausforderung und Vernichtungsfeldzug gegen die westlichen Welt und Lebensart zu verstehen.Der IS wird nicht damit aufhören,nur weil wir uns friedlich verhalten,im Gegenteil.

Krieg war und ist schon immer eine schreckliche Sache gewesen,egal aus welchem Grund.Aber Krieg war auch schon immer ein fester Bestandteil der Menschheit.Er wird immer exstieren,und man wird sich immer gegen Andere verteidigen müssen.

Ist es moralisch richtig auf Krieg mit Krieg zu antworten?

Wie ich das sehe,gibt es zwei Möglichkeiten,die uns der IS zu Wahl läst.

1.Nichts tun und unsere Lebensweise aufgeben,und im schlimmstenfall sterben.

2.Kämpfen und siegen,auch wenn mit schrecklichen Verlusten zurechnen ist.

Das mit der Moral,ist eine rein westliche Diskussion.Dem IS ist die Sachlage völlig klar!

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Kommentar von ams26
20.11.2015, 10:16

Ob nun wir oder die Politiker es wahrhaben wollen,oder nicht.Wir befinden uns schon längst im Krieg mit dem IS,ob wir die Kriegserklärung nun annehmen oder nicht!

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Du vergleichst da christliche Friedensliebe mit angedrohtem Vernichtungskrieg. (Weil du Muslime bist und den angegriffenen Christen an seine christliche Friedenspflicht erinnern willst? Wie schlau!) Aber es gilt:  Bei einem Angriff auf deinen Körper (Wange) kannst du noch christlich friedlich bleiben, aber bei einem Angriff auf dein Leben hast du das Recht auf Selbstverteitigung.

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Kommentar von niklas93
20.11.2015, 20:47

Nein ich bin kein Muslim. Ich bin getauft und konfirmiert, aber seit langem Atheist. Du solltest auch erkennen, dass die Anhänger des IS sich zwar Muslime nennen, jedoch durch ihre Taten nicht den Werten des Korans entsprechen. Du beleidigst einen Großteil der Muslime, wenn du IS Kämpfer zu deren Glauben zählst. 

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Zuerst war ich etwas irritiert, da die Frage äußerst naiv schien. Der IS beabsichtigt schließlich, wie von ihm schon öfters verkündet, die Welt zu erobern - was er selbstverständlich nicht schafft, da der IS glücklicherweise durch Gewalt langsam in Grund und Boden gestampft wird. Auch hätte eine Regierung, die die Menschenrechte und die Kultur so massiv mit den Füßen tritt, kein Recht auf Existenz, egal welche außenpolitischen Interessen beständen. Als ich dann aber dein Kommentar unter MarcelK17 gelesen habe, wurde mir klar, dass du kein Naivling bist, sondern mit diesen Tieren sympathisierst. Wer meint, die IS-Terroristen seien "Freiheitskämpfer", der ist einfach nur krank. Die Geschichte hat schon öfters gezeigt, dass Gewalt manchmal die einzige Lösung ist.

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Kommentar von niklas93
20.11.2015, 13:15

Nein, ich sehe die Terroristen nicht als Freiheitskämpfer, aber sie betiteln sich als solche. Aus diesem Grund habe ich den Begriff in "..." gesetzt. Ich bin dankbar für alle Antworten und weiß, dass meine Frage provokant naiv formuliert ist. 

Die junge Vergangenheit hat gezeigt, dass ein kopfloses Niedermetzeln in den arabischen Ländern nicht zu den erwünschten Ergebnissen führt. Die USA unter Bush sind dort nach 9/11 einmaschiert und haben das Leben unzähliger Zivilisten beendet. Auf allen Seiten gab es Tote. Ich habe die Befürchtung, dass solche Aktionen immer stärker radikalisieren und die Welten immer weiter auseinander rücken. 

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Kommentar von Jonnymur
20.11.2015, 14:07

@niklas93 Wenn es nur darum geht, wie sich jemand betitelt, ist das Argument weg, wieso man den Zweiten Weltkrieg nicht damit vergleichen könnte. Hitler wäre entsprechend durchaus ein "Freiheitskämpfer" gewesen, da die Überzeugung vorherrschte, die Deutschen müssten von einem ausländischen Joch befreit werden. Die Lebensraum-Ideologie basierte darauf, dass die Deutschen angeblich, im Unterschied zu den sowjetischen Völkern, nicht genügend Platz hätten um sich ernähren zu können. Auch ging es um die Befreiung vom Versailler Vertrag und der Überfall auf Polen als auch der gesamte Zweite Weltkrieg wurde von den Nazis als Verteidigungskrieg und Konflikt um die eigene Freiheit und Selbstbestimmung wahrgenommen. Im übrigen radikalisiert Krieg zwar, doch gegen wen? Radikalismus ist zwar allgemein, richtet sich jedoch immer in eine bestimmte Richtung, an ein Feindbild. Bei den Kriegen unter Bush war das Problem, dass sie unter Vorwänden und Lügen zustande kamen. Es geht hier aber nicht darum Krieg in jedem Fall gut zu heißen, sondern nur hin und wieder für notwendig zu betrachten. Im Gegensatz zu der vormaligen Situation in Afghanistan und im Irak, ist es hier ein Krieg als Verbündete einheimischer Gruppen. Diese Gruppen sind bereits im Krieg und sind bereits radikalisiert, aber nicht gegen uns, die Alliierten, sondern gegen den islamistischen Terror. Die Zusammenarbeit hat da eher den Effekt der Annäherung.

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Kommentar von Jonnymur
21.11.2015, 12:08

@niklas93 Waffenlieferungen tätigen wir ja bereits. Das ist aber noch kein Kriegsakt. Deutsche Luftangriffe wären der nächste Schritt. Der Einsatz von Bodentruppen sollte aber gründlich überlegt sein. Das eine als auch das andere sollte mit den Peschmerga abzusprechen sein. Zu verhindern, dass sich weitere Leute aus Deutschland dem IS anschließen ist nur teils möglich. Es gibt zwar natürlich solche Projekte, welche den Zuwachs islamistischer Extremisten verhindern sollen, doch sind die auch nur in einzelnen Fällen erfolgreich. Wir haben ein hervorragendes Sozialsystem und trotzdem wird es immer eine Minderheit geben, die fast nichts zum Leben lohnendes hat - manchmal auch selbstverschuldet -, von der Teile nach neuen Perspektiven im politischen Extremismus suchen. Das wird, denke ich, leider immer so bleiben.

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Manchmal ja, manchmal nein. Ist im kleinen privaten Kreis auch nicht anders. Wenn eine Seite nie bereit ist zu kooperieren braucht es auch eine wehrhafte Reaktion.

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Krieg ist nie richtig, ob nun moralisch richtig oder nicht. Leider ist Krieg nicht mit Verstand zu beenden. Es bleibt nur der Gegenschlag oder die Kapitulation. Wir leben in einer kranken Welt, voller kranker Menschen. Sie schrecken nicht davor zurück, alles und jeden in den Tod zu reißen und zu zerstören, was nicht mit ihnen gegen ungläubige kämpfen will. Es ist nicht richtig, aber man muss sie stoppen. Egal mit welchen Mitteln. Der Terror darf nicht siegen. 

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Krieg ist manchmal einfach notwendig. Oder glaubst du, dass Hitler damals aufgehört hätte zu erobern, wenn alle Alliierten ihre Waffen niedergelegt hätten? Sei nicht so naiv, Mensch ist Mensch und so ist unsere Natur.

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Kommentar von niklas93
19.11.2015, 23:38

Der Zweite Weltkrieg war eine andere Situation als die heutige. Terroristen der Al Quaida oder des IS wollen nicht die Welt erobern, sondern haben Hass auf die westliche Welt. Sie werfen Amerika, Russland und Europa vor, ihren Glauben zu unterdrücken. Hitler war kein "Freiheitskämpfer". 

Natürlich hat der Mensch seine Natur, aber der Mensch entwickelt sich weiter, weil er Erfahrungen macht und eine Geschichte hat. 

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Terorristen kann man nur mit gewalt bekämpfen. Wenn man nur auf friedlicher basis was schlichten will, zieht man bei solchen Leuten immer den kürzeren, außer man kapituliert vollkommen.

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