Ist es möglich zu denken, ohnne dass man je eine Sprache gelernt hat?

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20 Antworten

Servus, natürlich kann man, ohne eine Sprechsprache gelernt zu haben, denken! Auch ein "Kaspar Hauser" konnte denken, aber nicht mit Sprache kommunizieren, deshalb haben wir Schwierigkeiten zu wissen, was er dachte. Seit ca. 20 Jahren wissen wir, dass der Mensch über sog. emotionale Strukturen denkt und dann seine erlernte Sprache verwendet, allerdings wissen wir nicht, was ein sprachloser Mensch denken kann, weil er eben betont fühlt - die emotionale Intelligenz, nicht die sprachliche, ist jedoch die wichtigste in der Kommunikation des Menschen mit seiner Umwelt: Z. B. verlieben wir uns ja nicht wegen der Sprechsprache ineinander, sondern wegen anderer individueller Ausdrucksformen; und das denken wir nicht, sondern fühlen wir, bis wir es denken und ausprechen können... Oder nehmen wir als Beispiel die Musik: Wir fühlen Musik und haben körperliche Erscheinungen oder ausgelöste Verhaltensmuster (z. B. spontanes Mitklatschen oder Tanzen). Wir fühlen also Freude/Glück oder Trauer/Leid, müssen es nicht in Sprache denken, können es aber, wenn wir Worte für diese Gefühle gelernt haben (vgl. Musikpsychologie). So ist z. B. möglichst einfach struktuierte Musik ein vorrangig soziologisches, kein musikalisches Phänomen zur wissenschaftlichen Analyse.

Die Psychologie versucht seit Jahren verschiedenste Gefühle und Intelligenzformen zu kategorisieren, d. i. durch eine genaue Abgrenzung diese Zusammenhänge zu erkennen. Z. B. unterscheidet man schon lange nicht mehr in Verstand und Gefühl, sondern in Verstand, Gefühl und Antrieb (Impulsivität) (vgl. das mit gezielten Fragen durch die Antworten erkennbare, meist lebenslang gleich bleibende sog. Persönlichkeitsstruktogramm verschiedener Anthropologen - vgl. Biostrukturanalyse u. ä.): Z. B. sind Unternehmer/innen par excellence "Antriebsgehirne" mit wenig Denkvorgängen im klassischen Sinne des Verstandes (= abwägende Überlegungen mit langsamer Entscheidung für eine Lösung). Ihre Arbeitnehmer/innen sind dagegen meistens Verstandes- und Gefühlsmenschen. Solche Studien gibt es schon seit langem in der Arbeitspsychologie.

Ich glaube auch, dass es eine menschliche Dummheit ist, "anderen" Tieren eine geringere Sprache zuzuordnen und deshalb zu unterstellen, dass sie weniger oder gar nicht "frei" denken könnten (vgl Verhaltenspsychologie). Wir haben das Problem, das Erkenntnisse immer ihre Wahrheit gegen tausende Unwahrheiten beweisen müssen, die sich über Jahrhunderte als Wahrheiten in der Mehrheit der Meinungen manifestiert haben (vgl. Wissenschaftstheorie, wissenschaftliche Beweisführungen in einer Human-/Geisteswissenschaft, Karl Poppers Falsifizierungsprozesse, die Möglichkeit der Wahrheitsfindung über sprachliche Denkprozesse z. B. M. Heidegger u. ä.).

So zeigt sich wiedermal, dass denken Glückssache ist, zunächst, was was meint man mit Sprache?? das ist ein ganz wichtige formale Abgrenzung um überhaupt anzufangen, dann setzt ich mal als Sprachen weitgreifende allgemeine Kommunikation einer Kultur oder Subkultur, wie GL-Sprachen(die übrigens immer noch die Aussprachemimik beinhalten), womit wir gleich beim Thema des Umfanges von Sprache sind, das Abbilden der Gefühls/Gedankenmuster einer Generation an die nächste, geht man davon aus, (was ich nicht tue) dass dieses direkte kommunizieren die einzige Möglichkeit dazu ist, dann blieben ohne so etwas zumindest viele Bereiche verschlossen, die man hilfreich nennen könnte, allerdings schränkt ein Übermass an Kommunikation oft auch die Fähigkeit ein, einem Gedanken zu folgen und ihn auszubauen, und sieht man sich die Weltgeschichte mal umfassend an, kann man wohl getrost davon ausgehen, dass Menschen überhaupt nicht denken können und sie lieber mal anfangen sollten an ihrer kaputten Gefühlswelt was zu machen, als zu versuchen über etwas zu reflektieren das noch nie besonderen Einfluss auf die Welt hatte. Daher setzt ich mal eine andere Frage, die man nicht wörtlich, sondern ganz impulsiv beantworten sollte-:- Was finde ich schön, was zieht mich an. Das andere womit die Aussagenlogik immer zu kämpfen hat, ist der Umfang des gewohnten Denkens, Sprache gehört eindeutig zum Menschen und seinen Wesen, ob denken zwingend dazu gehört muss erst noch bewiesen werden. ;·þ Denn eines ist ziemlich eindeutig, je mehr Menschen rein menschlicher Kommunikation ausgesetzt sind, um so mehr verlieren sie den Drang auf die Welt bewusst zu reagieren, da das relativ schwammige auf einander reagieren, wie beim Smalltalk, einem die Lust nimmt sich in fremdes ungewohnte hineinzuversetzen, um z.B. speziesübergreifende Kommunikation zu erlernen. oder in die Logik von Rechenmaschinen.

Denken beruht auf Erfahrungen, Denken ist eine Sache des Bewußtseins, Denken ist zunächst eine Reaktion auf das, was von außen auf uns zukommt, dann aber auch eine Reaktion auf Erfahrungen mit unseren eigenen Aktivitäten.

Unter Denken verstehen wir also das Verknüpfen von Erfahrungen, Begriffen, Worten, Bildern. Für uns geschieht Denken meistens in Worten und Sätzen. In dieser Weise kann man ohne Sprache nicht denken. Denken ist demnach vornehmlich eine Sache des Bewußtseins, auch wenn manche Dinge vielleicht unbewußt miteinander verknüpft werden.

Denken allein ist für uns wie ein Sprechen mit sich selbst, ohne Gegenüber. Aber auch jeder Satz, der gesagt oder geschrieben werden soll, wird vorher gedacht.

Vor vielen Jahren hat mich ein Bericht über eine Schimpansin sehr beeindruckt. Man hatte ihr in einer Zeichensprache für viele (etwa 100) Gegenstände eine Gebärde beigebracht. Als man ihr unverhofft ein Feuerzeug zeigte, verknüpfte sie erstmals 2 Zeichen, nämlich die für Flasche und Feuer! Das war eindeutig ein bewußter Denkvorgang. Ohne Sprache mit Stimmbändern.

Ohne Stimmbänder gibt es keine gesprochene Sprache, logischerweise auch kein Denken in dieser Sprache. Diese Sprache aber erst ermöglichte zahllose abstrakte Begriffe und damit ein Denken, wie wir es heute verstehen.

Als Kind vokalisiert man das Gelesen ja gewöhnlich, später sieht man einen Text und weiß sofort um was es geht, obwohl man nicht bewusst denkt. Hierbei handelt es sich keineswegs um Instinkt, sondern um eine Assoziation. Solche Assoziationen werden den niedrigsten Kommunikationsebenen verwehrt bleiben, da Texte für diese lediglich eine Ansammlung von Hieroglyphen darstellen, jedoch sind allgemeine Assoziationen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch für diese möglich.

Ich bezweifle demgegenüber, dass ein solcher Mensch, jemals eine feste Grundlage hätte, auf der er sein Bewusstsein gezielt oder unbewusst aufbauen könnte, primitiv würde er also so oder so sein. Beweisen tun dies unsere Vorfahren, die nicht weniger kognitive Fähigkeiten hatten als der heutige Mensch, jedoch gleichzeitig lange Zeit ohne wirkliche Kultur lebten. Die Frage danach, was Kultur überhaupt ist, spare ich hier aus, denn ein paar "Uh"- und "Ah"-Laute erzeugen mitnichten kulturelle Grundlagen für die Nachwelt. Obwohl der Urmensch so primitiv war, hat er es dennoch geschafft, Sachverhalte im Geist zusammenzusetzen (Erfindung von Waffen, des Feuermachens), eben da die kognitiven Fähigkeiten die Barriere der Kommunikationsunfähigkeit überwinden konnten.

Ohne jegliche Kommunikation sterben Babys. Friedrich der II. hat da mal einen Versuch machen lassen. Also wird sich deine Frage wohl nicht beantworten lassen. Unsere Fähigkeiten Kommunikation zu erlernen, sind aber im allgemeinen sehr viel weiter ausgebildet als man sich das so allgemein vorstellt.Hier ein schönes Beispiel einer Taubblinden Frau :

http://de.wikipedia.org/wiki/Helen_Keller

(1) Es ergibt sich einfach ein performativer Widerspruch, wenn du von einem Begriff des Denkens ausgehst und fragst: ob es ohne Sprache möglich sein kann, zu Denken. Du setzt sprachlich aber eine bestimmte Performanz des Denkens voraus, die immer auf Sprache und Kommunikation, d.h. Begriffe, bezogen bleibt.

(2) Unabhängig davon, ob jemand ohne jeglichen Sprach- und Kommunikationserwerb gegeben sei, bleibt die Frage interessant: Ist nicht-begriffliches Denken möglich und wenn ja, wie?

Aber jegliche Antwort erweist sich zugleich als problematisch. Denn es tritt der gleiche Fehler wie bei (1) auf, nur hier als negative Form. Denn eine Form des nicht-begrifflichen Denkens kann sich nicht beschreiben lassen; in jedem Fall nicht in einer begrifflich (oder symbol-)funktionierenden Sprache, darüber kann man nur schweigen.

Zum Beispiel wenn man etwas schneiden will dann muss man nur sehen wie ein anderer es macht und kann es danach selbst machen, man muss die Begriffe Schere, Papier, Hand etc nicht kennen wenn man es nur sieht. Weiteres Beispiel, Kinder lernen oft früher zu laufen bevor sie sprechen lernen, was bedeutet dass sie es auch können ohne die Wörter dafür zu Wissen. Dafür müssen sie auch denken was der andere (von dem man es lernt) bewegt und was man selbst dafür bewegen muss damit es klappt.

Also braucht man nur die Bilder, Worte sind nur dazu da einem anderen die Bilder die man im Kopf hat zu zeigen. Irgendein Philosoph hat mal gesagt eine alternative zur Sprache wäre wenn man lediglich alle Gegenstände bei sich trägt die es gibt oder Bilder davon, dann kann man diese einem anderen zeigen und so sein denken einem anderen deutlich machen.

http://www.gutefrage.net/frage/kan-man-denken-ohne-je-eine-sprache-gerlert-zu-haben

Wie kommst du darauf, dass die "Gedanken" der Gefühlswelt "primitiv" wären?!

Ich würde eher sagen, dass ein Gefühl, eine Intuition, einen Gedankenkomplex erfassen kann, den du mit Worten nur unzureichend, zerpflückt, wiedergeben kannst.

Wenn ich die Antwort auf "Warum bin ich hier?" fühlen kann, ist dies doch weitaus gehaltvoller, erfüllender, bewegender, als wenn ich darauf eine "vernünftige und logische" Antwort habe, die aber mein Herz nicht erreicht...

Statt "Warum bin ich hier?" wird sich ein Urmensch vielleicht gefragt haben: "Ummps?" oder Ommmps?". Aber das bedeutete das gleiche. Doch es kam sicher weniger häufig vor, daß sich ein Urmensch solche Fragen stellte, denn für ihn war es u.U. lebensgefährlich, dumm herumzustehen und noch nicht einmal zu wissen, warum er da war, wo er gerade war, und was wohl als nächstes geschehen würde. Das ist offenbar eher ein Problem der Neuzeit. Der moderne Mensch hat aber vielleicht eher die Voraussetzung, die Frage philosophisch zu stellen. Dann hieße sie etwa: "Warum bin ich?" oder "Wer bin ich?" Aber das setzt wiederum Kommunikation voraus.

Es gibt gewiß eine Art von vorsprachlichem Denken, aber dieses ist nicht sehr differenziert. Daher sind wir im Denken auf unsere erlernten Sprachen angewiesen. Es gibt aber noch einen Weg ins "Freie". Das ist das Denken des Denkens, wie es Rudolf Steiner in seiner "Philosophie der Freiheit" schildert.

Keine Sprache - kein zusammenhängendes Denken!

Das ist es, was das Studium von Fremdsprachen so interessant macht: Man lernt über die Struktur der Sprache das Denken der anderen besser kennen!

Eine Frage kann ich nur stellen, wenn ich die Struktur der Frage kenne - sie von den Eltern gelernt habe. Daher ist der sprachliche Umgang mit Kleinkindern besonders wichtig. Die vor dem Fernseher abgesetzten Kinder hören nur Sprache - aber ohne Bezug auf ihre jetzige Situation. Wie soll ein Kind begreifen, dass dort zwei Kinder über eine Schokolade sprechen, wenn es bisher keine Schokolade kennt?

"Sprachlose" Eltern -> dumme Kinder!?

Zusammenhängendes Denken ist die Grundlage um eine Sprache oder allgemein Kommunikation zu lernen, sonst kann man ja nicht die zusammenhänge zwischen dem Objekt oder Tätigkeit und dem Wort erkennen.

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beschäftige dich mal mit der Erkentnissetheorie Imanuel Kants. Der Verstand muss immer Begriffe bilden, sonst kann er die empirischen Anschauungen nicht einordnen und somit keine Urteile herausoperieren.

Der Mensch, der nie in Kommunikation stand stirbt. Dementsprechend gibt es das Problem so nicht. Man könnte die Frage allerdings auch anders stellen: Was sind die von Sprache unabhängigen Grundprinzipien des Denkens? Wenn dich so was interessiert bist du bei "Immanuel Kant - Kritik der reinen Vernunft" ganz richtig.

Rudolf Steiner äußerte einmal sehr richtig, die heutige Welt leide an einem sehr ungesunden "Kant-Glauben".

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@mha1213

Rudolf Steiner hat eine Menge erzählt. Kant auch. Übrigens ist Rudolf Steiner nicht aus der "Heutigen Welt". Das ist schon etwas her. Das mit Kant auch. Systemphilosophie ist nicht mehr von Heute. Der Rassismus und Eklektizismus Steiners ebensowenig. Es wurde auch zwischendurch eine Menge dazu geschrieben. Man wäre töricht Kant zu unterschätzen und es wäre töricht eine Religion daraus zu basteln. Das war im übrigen nicht Kant sondern Hegel. Bei dem sehe ich das Problem - bei Kant nun wirklich nicht. Man kann natürlich über die Aufklärung diskutieren und ihre Folgen. Aber dann kann man auch irgendwann bei Adam und Eva anfangen.

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ich denke mal das man auch in bildern denken kann. ein mensch der taub auf die welt gekommen ist kann ja schließlich auch denken.

... aber er versucht sich dann vermutlich schriftlich zu äußern!

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Ein Baby bzw. Kleinkind hat keine Sprachfähigkeit, beobachtet aber, macht etwas nach und beginnt, einfache Zusammenhänge zu kombinieren. Wenn es etwas will, setzt es Geschrei ein. Also denkt es, wenn auch begrenzt.

ja glaube habe in meinem deutsch lk mal sowas gehoert das man als baby in Bildern denkt. weiß nicht mehr von wem herder humboldt oder iwie sowas hab ich da im kopf :D verlass dich nicht auf mich der lk war im abi 5- :P

nein ohne kommunikation stirbt ein kind recht schnell

!! Ein Mensch spricht immer eine Sprache !!

Im Normalfall sicherlich, aber nur mal angenommen, ein mensch würde zwar mit sozialen Bindungen, aber ohne jegliche akustische Kommunikation aufwachsen..

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Man kann in Bildern denken.. aber natürlich nicht in worte ...

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