Ist es möglich, Kinder zur Ruhe, Konzentration und Rücksichtnahme zu trainieren/erziehen?

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8 Antworten

Kinder sind Kinder sind Kinder. Kinder brauchen viel Bewegung. Kinder sind neugierig. Kinder sind phantasievoll. Kinder sind voller Energie! Kinder haben nur eine begrenzte Kapazität an Konzentrationsfähigkeit. Dass diese immer mehr zu wünschen übrig läßt, liegt sicherlich nicht am Kind.

In meinem Kindheit, als ich 4 war, war es möglich, ein Kindertheater auch bis zum Ende zu sehen. Aber ehrlich gesagt hab ich das Gefühl, dass wir - oder ich in meinem Umfeld - noch nicht so gestresst wurde. Ich durfte viel draussen sein, draussen spielen, mich viel bewegen, rumrennen usw. Besinnung zur Ruhe hatte ich viel durch Musik, Märchen, aber auch Spielzeug, das Phantasie brauchte - einfache Bauklötzer, Meckis, Spielzeugautos uvm. Nicht diese vorgefertigten Sachen, die es heute gibt: Lego kann man ja nicht mehr richtig spielen, weil alles bei Lego schon vorgeformt ist und etwas Bestimmtes werden soll.

Mein Kleiner (10 Mon.) kommt zur Ruhe und der Blick geht nach innen, wenn ich Klaviermusik auflege. Oder wenn ich singe. Oder wenn ich ihm etwas vorlese, wobei er bei letzterem schon mal ungeduldig werden kann. :) Oder wenn ich ihm meine Gitarre gebe, und er dieser ganz vorsichtig Töne entlockt. Dann ist er hin und weg. Ich hoffe, diese Fähigkeit bleibt erhalten.

Bei manchen ehrgeizigen Eltern fehlt die Einsicht, dass das Kind gewisse Grundbedürfnisse hat. Und dass Lernen oft leichter in Bewegung geht oder mit plastischen Beispielen. Wenn den Grundbedürfnissen des Kindes Rechnung getragen wird, und es nicht schon im Kindergarten rechnen lernen muss, wird es von alleine zuhören und aufpassen, wenn jemand mit ihm zum Kindertheater geht.

Naja, das ist jedenfalls meine Überzeugung. Wobei das längst nicht alles ist...

Wunderschön und treffend argumentiert - dankeschön.

PS. Ich hasse diese neuen LEGO-Monster. :-(

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Zuerst einmal leben wir in einer Gesellschaft, in der Leistung viel zu großen Stellenwert hat und das bekommen auch die Kleinen ab. Immer muß irgendetwas getan werden. Auch für die Kinder natürlich. Sie werden dann auch irgendwo hingebracht, wo sie etwas Sensationelles erleben können. Alles ist voller action! Sie lernen niemals still zu schauen, sie werde niemals auf die einfachen schönen Dinge aufmerksam gemacht, die sich rund um sie befinden. Ich bin am Waldrand aufgewachsen und habe von meinem naturverbundenen Vater gelernt still zu sitzen und Tiere zu beobachten. Meine Geschwister und ich haben fasziniert abends zugesehen, wie sich die Blüten der Nachtkerzen ruckweise geöffnet haben. Wir haben den nächtlichen Sternenhimmel betrachtet und bewundert. Wir standen noch bei Dunkelheit morgens auf und gingen "Schwammerl" suchen, weil man diese kurz vor Sonnenaufgang am besten sehen und finden kann. Bei dieser Gegelegenheit lernten wir alle Bäume kennen, die in unserer Umgebung gewachsen sind, und zwar kannten wir sie an ihrer Rinde und ihren Stämmen. Wir lernten, welche Pilze unter welchen Bäumen vorkommen und welche Pilze auf welcher Bodenart gedeihen. Das lernten wir, weil es jemanden gab, der das wußte und sich die Zeit nahm, es uns beizubringen und dem es Vergnügen bereitete, all das mit uns zu unternehmen. Außerdem gab es in meiner Jugendzeit noch so wirklich alte Großeltern, die stundenlang immer wieder die gleichen Geschichten erzählen konnten und die überhaupt keine Eile hatten.

Kinder brauchen viel, viel Natur, sie müssen die Elemente kennen lernen können und erfahren und lernen mit ihnen umzugehen.In unserer jetzigen, ach so fortschrittlichen Zeit kommen die Kinder viel zu kurz, keiner hat oder nimmt sich Zeit für sie, keiner ist geduldig mit ihnen. Alle fordern ununterbrochen irgendeine Leistung von ihnen, hier auf dieser Plattform kann man es ja sehr gut sehen. Wie sollen solche arme (eigentlich gestörte) Kinder denn so lange aufmerksam zusehen und zuhören können, wo doch niemand ihnen aufmerksam zusieht und zuhört und auch nicht mit ihnen aufmerksam zuhört und zusieht?

Ich habe selbst 5 Töchter und auch Enkel und seit ich mich erinnern kann, beobachte ich nicht "nur" Pflanzen und Tiere, sondern auch Menschen und ihr Verhalten. Ich habe im Laufe meines abeteuerlichen Lebens und auf der Suche nach dem Sinn des Lebes allgemein und meines im Besonderen viele verschiedene Standpunkte Theorien, Lehren und Lebensphilosophien kennengelernt und bin einer Meditationstechnik begegnet, die ich seit 20 Jahren praktiziere. Ich habe mir ein wertvolles Wissen um das subtile Energiesystem des Menschen angeeignet und weiß, daß es möglich ist, Schädigungen an diesem durch unnatürliche Lebensweise, zu beheben und weiß auch, wie das möglich ist. Allen und somit auch Kindern kann damit geholfen werden.

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@gottesanbeterin

Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Hoffen wir, das "Ruhe und Stille" in naher Zukunft für Kinder wieder ein Begriff und ein Zustand sein wird, den sie kennen und zu schätzen wissen...

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Kinder sind nicht genug ausgelastet. Sie können sich nach ca.20 min. rumtoben wieder besser kontzentieren(mit kleiner pause nach dem toben).Ein anderer Weg wäre die neue Kinderschule. Neben Sitz,Platz und mach männchen lernen sie sich auch sich zu kozentrieren.

Diese 20 Minuten können viele leider auch schon nicht mehr 'durchhalten' Aber Pausen in einer Vorstellung sind schon noch länger nicht mehr möglich - nach einer Pause kann der Einstieg in das Stück nicht mehr gefunden werden. Ausserdem, würdest Du mit Deinen Kindern in ein Theaterstück gehen, das nur 20 Minuten dauert?

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Es gibt auch Kinder-Yoga, die Kinder, die ich kenne, mögen das sehr sehr gerne. Kurze Entspannungen, Phantasiereisen, körperliche Übungen etc. kommen bei den meisten kindern sehr gut an und führen zu gesundem körperlichem Zustand und mehr Konzentration und Selbstbewusstsein.

Nach meiner Erfahrung ist vorleben, oder besser: konsequent vorleben, das beste Mittel.

Wie soll man ein Kind zu Ruhe und Konzentration "erziehen", wenn ständig drei Sachen gleichzeitig gemacht werden? (Bsp: Beim Essen fernsehen und sich dabei angeregt unterhalten)

Richtig... aber wie ändert man das... :-(

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Ich habe heute wieder erlebt, dass Kinder von ca. 3-4 Jahren noch nicht einmal 20 Minuten ruhig einer Puppentheatervorstellung folgen konnten, ohne durch Herumrennen, schwatzen und scharren aufzufallen. Die Erzieherinnen konnten trotz Ermahnungen keine Ruhe in die vier/fünf Kinder hineinbringen, der Rest von ca. 30 Kindern war jedoch einigermassen konzentriert. Nach der Vorstellung haben sich die Erziehrinnen entschuldigt, dass sich die Kinder nicht/noch nicht konzentrieren können. Sie könnten da leider nichts machen....

Ich denke so einfach ist die Problematik nicht zu lösen denn insgesammt hat der Lärmpegel und die Hetzerei zugenommen, auch die Umwelteinflüsse sich immer stärker bemerkbar und Rücksichtnahme kann man nur Vorleben ansonsten wäre es andressiert. Ich glaube aber das bei den 4-5 Kindern evtl. eine Verhaltensauffälligkeit vorliegen könnte und auch die kommt durch unsere verschmutzte Umwelt mit den vermehrten Reizüberflutungen. Dafür nur das Elternhaus und die KIKAS verantwortlich zu machen und zu fordern ist etwas zu einfach. Wenn Du viel für Kinder auftrittst bist Du sicherlich auch gefordert dich den erforderlichen Umständen laufend anzupassen und evtl. in der Vorstellung auch diese Kinder mitzufangen. Ansonnsten sind wir Alle gefordert uns mehr auf unsere Menschlichkeit zu besinnen, andere Menschen und vor allen Dingen die Kinder mehr wahrzunehmen, uns ihnen auch mal unsere ganze Zuwendung zu schenken und nicht mit einem Ohr/Auge schon wieder beim Fersehen oder ähnl. zu sein.

Bei diesem Stück haben wir keinen Sichtkontakt zu den Kindern - da ist man leider darauf angewiesen, dass die Kinder zuhören. Eine direkte Ansprache der "Unruhigen" ist schlecht möglich - das bischen, was man da machen kann (Kasper bittet um Aufmerksamkeit, weil er sonst vom Auto überfahren weren kann...)wird schon genutzt. Aus diesem Grunde spiele ich viel lieber offenes Puppentheater - da kann ich auf diese Kinder besser und wirksamer eingehen.

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Gute Antwort, seh ich auch so.

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Natürlich lernen Kinder, wenn sie denn so angeleitet werden, Ruhe und Konzentration. Allerdings muss man auch bedenken, dass es unterschiedliche Charaktere gibt. Manche Kinder sind von haus aus ruhig und konzentriert, anderen fällt es eigentlich immer schwer still zu sitzen. Frag mal eine/n Grundschullehrer/in, der/die wird dir bestätigen, dass auch 6-7 jährige da noch Probleme haben.

Klar, ich kenne das - wir spielen im Altersbereich Kindergarten bis dritte Grundschulklasse.... :-)

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