Ist es möglich, dass ich bei Austritt aus einer Genossenschaft weniger bzw. mehr Geld bekomme als ich bei Eintritt gezahlt habe ?

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7 Antworten

Wenn du heute an einer Genossenschaft beteiligt bist, musst
du folgendes wissen:

1. Du bist mit deinem Geschäftsanteil Miteigentümer der Genossenschaft

2. Alle Geschäftsanteile haften bei Verlusten welche die Genossenschaft macht.

Das bedeutet, wenn bei deinem Ausscheiden bei der Genossenschaft ein Verlustvortrag besteht, bekommst du nicht den vollen Betrag ausbezahlt, den du eingezahlt hast.

3. Wenn in der Satzung eine Nachschusspflicht vorgesehen ist, haftest du auch nach dem Ausscheiden noch 18 Monate lang für den Fall einer Insolvenz mit dieser Nachschusspflicht. (§ 115b GenG)

4. Wenn deine Genossenschaft Gewinne macht bekommst du vielleicht eine kleine Dividende davon.

Aber selbst wenn deine Genossenschaft durch Gewinne Vermögen in Millionenhöhe gebildet hat, bekommst du nichts davon. 
Du bekommst immer nur deinen eingezahlten Anteil zurück. 
Auf das Vermögen der Genossenschaft hat  das Mitglied keinen Anspruch. (§ 73 Abs. 2 Satz 3 GenG)

Typisches Beispiel dazu sind die Genossenschaftsbanken, also die Volks- und Raiffeisenbanken. Dort gibt es Banken bei denen der Vermögenswert bereits mehr als das 100-fache beträgt. Wenn du dort einen Anteil mit 100 €  gezeichnet hast, hätte dieser zwar einen Vermögenswert von 10.000 € 
aber zurückerhalten wirst du immer nur 100 €, den Rest behält die Bank.  Macht die Genossenschaftsbank durch schlechte Geschäfte allerdings enorme Verluste, dann wiederum bist du dabei.

Ist doch eine tolle Rechtsform, oder?

Um deine Frage zu beantworten:

Wenn deine Genossenschaft keinen Verlustvortrag hat, bekommst du dein eingezahltes Geschäftsguthaben wieder zurück. 
Den auf deinen Anteil entfallenden Vermögensanteil bekommst du nicht, den behält die Genossenschaft.

Interessante Beiträge dazu sind auch unter  www.wegfrei.de   oder  www.igenos.de zu finden.

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Kommentar von freistern
04.02.2017, 12:53

Diese Anwort ist die einzige, die unter allen anderen in diesem Thread Sinn macht.

Weniger herauszubekommen ist immer möglich, wenn die Genossenschaft Verluste macht oder insolvent ist.

Mehr herauszubekommen, geht in der Regel nicht, jedenfalls nicht, wenn Du Deine Anteile kündigst und aussteigst. Wie dies bei der Genossenschaft, um die es Dir geht, ist, musst Du beim Vorstand, Aufsichtsrat oder bei den Delegierten der Delegiertenversammlung erfragen. Wollen sie Dir keine Antwort geben, hast Du die Möglichkeit, Dich an den Prüfungsverband Deiner Genossenschaft zu wenden. Welcher Prüfungsverband zuständig ist, steht im Geschäftsbericht der Genossenschaft.

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Da du mit Eintritt in eine Genossenschaft Anteile dieser kaufst, ist es möglich, dass sich je nach Entwicklung der Genossenschaft auch entsprechend deine Anteile verändern können.

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ist immer möglich - Anteile können an Wert verlieren oder Gewinnen

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Da hilft es nur, einen Blick in die konkreten Vertragsbedingungen zu werfen.
Dort ist das Procedere beschrieben.

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Was heißt "weniger oder mehr". Was denn nun?

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ja, das ist möglich. Mehr kann man ohne weitere Details nicht sagen.

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Der Wert der Einlage kann sich selbstverständlich verändern.

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