Ist es möglich, daß die Menschheit ihre Gesetze und Moralvorstellungen auch ohne sog. "Worte Gottes" bestimmen könnte, ohne dabei an Qualität zu verlieren?


03.05.2021, 21:25

Vielen Dank für Eure Beteiligung!

 - (Schule, Psychologie, Politik)

Das Ergebnis basiert auf 33 Abstimmungen

Selbstverständlich! 55%
Etwas anderes:... 12%
Ein gottloser Staat ist verloren. 12%
Niemals! 9%
Gottes Wort ist Gottes Wort! 9%
Sie würden an Qualität verlieren, weil.... 3%
Sie würden an Qualität gewinnen, weil... 0%

17 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Etwas anderes:...

Die Frage wäre vielmehr: Woher kommen Moral- und Ethikvorstellungen? Dich nur aus uns heraus, aus dem Inneren eines Einzelnen.

Empathie zB ist keine rational geprägte Einstellung oder Indoktrinierung, sondern eine emotionale Empfindung. All die 'Worte Gottes' und / oder Gesetze trügen nicht zu dieser emotionalen Erkenntnis bei...

Ein Verbrecher, der diese Eigenschaft nicht aufweist, wird diese auch nicht durch ein Gesetz oder Wort Gottes wahrnehmen...

Da dies aber gewusst ist, dass nicht jeder Mensch diese Empfindung in sich auslebt, benötigte es Gesetze - zur Abschreckung...

Würde jeder Mensch diese Eigenschaft in sich wahrnehmen, bräuchte es so gut wie keine 'Verhaltens-Regeln und Gesetze'...

Dass noch heute so viele Menschen von empathieloser Eigenschaft agieren, beweist, dass die Gesetze und Worte Gottes wohl nicht ausreichend genug sind, was sie auch nicht sein können, da, wie bereits geschildert, Empathie ein Sache inneren Angelegenheits ist...

Jedoch glaube ich, dass es wohl noch mehr Menschen ohne Moral und Ethik gäbe, gäbe es nicht die 'mahnenden' Worte Gottes, sprich die 'uralten' Verhaltensregeln mystischer Weisheiten und Religionen....

Die heutige Zeit gilt als die intellektuell höchste Phase - und dennoch ist die Menschheit immer noch nicht in der Lage, 'globalaround' in Frieden zu agieren - Kommunismus, Anti-Faschismus, Totalitarismus, BLM, Profitgeier, Macht-Politiker, u.v.m. zeugen davon, dass die Menschheit es dennoch bisher nicht geschafft hat...

Woran liegt dies? Weder die 'Worte Gottes' noch die Moral- und Ethikvorstellungen, geschweige denn Gesetze haben dies geschafft!

Die Umsetzung kann nur ein jeder für sich vornehmen und vollziehen. Doch dazu gehört Arbeit: Mit sich und in sich - durch Innenschau, durch innere Wahrnehmung, durch Hineinversetzen in andere etc....

Moral ist immer eine Frage der Perspektive - und Perspektive fußt stets auf ein Weltbild, eine Sichtweise, die man sich aufgebaut hat, oder sich aufbauen ließ...

Möchte man 'seine' Moral(vorstellung) ändern, muss man sein Weltbild ändern - die 'Worte Gottes' sind im Islam eine andere als im Christentum, die Scharia ein dem Grundgesetz zum Teil widersprechendes Gesetz - deshalb kann ein Änderung nur aus dem eigenen Inneren erfolgen, in diesem zB. Empathie gefühlt und nicht gedacht wird....

Gruß Fantho

Wahre Worte! Danke! Ich sage manchmal: "Wir müssen Religion beenden! Jeder für sich, und alle zusammen!" Dieses "alle zusammen" ist wohl das, was nur die Wenigsten verstehen. Viele fürchten sich davor, ihr Weltbild zu verändern, weil sie meinen, es wäre das beste. Doch nachdem man es geändert hat, ist es immer noch das beste. Erkläre das mal jemandem...

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Niemals!

Bleiben wir mal bei den Fakten: Die Geschichte und die Gegenwart zeigen, dass es bisher nicht gelungen ist, qualitativ hochwertige Moralvorstellungen durchgängig in einem Staat zu etablieren, der gottlos ist.

Menschen sind in dieser Welt egoistisch. Dies durchgängig abzulegen (für die komplette Bevölkerung eines Staates oder gar alle Menschen der Welt), halte ich für praktisch unmöglich. Dies ist auch durch die Geschichte massiv belegt.

"ohne dabei an Qualität zu verlieren" - Die schlechten Moralvorstellungen bzw, -umsetzungen könnten theoretisch vielleicht gehalten werden. Trotzdem denke ich, dass die ohnehin schlechte Qualität ohne Gott weiter abnimmt.

Es ist wohl eine massive Selbstüberschätzung der Menschen, die meinen, ohne Gott könnte man die Qualität halten oder gar steigern.

Selbstverständlich!

Selbst heute ist Moral und Gerechtigkeitsempfinden allerdings nicht universell überall auf der Welt gleich.

So ist es zb in manchen Ländern moralisch akzeptabel Frauen durch Vergewaltigungen für vermeintliches Fehlverhslten zu bestrafen.

Für Europäer in der Regel ein Unding, unmoralisch und falsch.

In Indien sagte ein Staatsanwalt nachdem eine Frau in einem Kleinbus von 5 Männern ua mit einer Eisenstange zu Tode vergewaltigt, und dann auf die Straße geworfen wurde, als Strafe weil sie abends im Kino war (ihr quoll am Ende der tat ein Teil des Darms raus, so krass war sie im Intimbereich verletzt, sie kannten die Frau nicht mal) das wenn das seine Tochter gewesen wäre, er sie Persönlich mit Benzin übergossen und angezündet hätte...

In deren Augen war die tote Frau die böse, weil sie sich unehrenhaft verhalten hat, und weil Frauen ihrer Meinung nach immer die Hauptschuld an einer Vergewaltigung tragen, und die Männer, ja keine andere Wahl hätten...

Das zeigt, das Götter wenig mit unserem Gerechtigkeitssinn zu tun haben

Selbstverständlich!

Der funktionale Mehrwert einer religiösen Komponente bei moralischen Werten besteht meines Erachtens darin, aus dem Wunsch heraus zu handeln, moralisch "gut" zu sein. Nicht ein Handeln aus Angst vor Verderben ("Vergeltung", "Fegefeuer", "Hölle" etc.), auch nicht ein Handeln aus dem Wunsch nach Belohnung ("gottgefällig", "Himmel") macht die religiöse Motivation für moralisches Handeln wertvoll, sondern nur die gleichsam "naive" Sehnsucht, gut zu sein, ohne Bedingung und Hintergrund, etwa im Sinne von Idealen wie Nächstenliebe, Empathie und Mitgefühl.

Sofern eine Moralvorstellung diese Qualität des bedingungslosen Wunsches auch ohne Religion und deren Gebote/Verbote vollständig substituieren kann, wäre sie imstande, auch ohne Religion einen Anspruch als hohes menschliches und soziales Gut zu erheben und dennoch keiner funktionellen Kausalität, Evolutionstheorie o.ä. als Begründung zu bedürfen.

Ein "Du sollst nicht töten, weil sonst kommst Du in die Hölle und nicht in den Himmel!" braucht kein Mensch. Aber der moralische Wert von Konzepten wie der bedingungslosen Nächstenliebe steht für eine Qualität von Idealen, die so leicht nicht zu ersetzen sind. Diese können aber grundsätzlich auch außerhalb von Theologie ("Theologie" wäre hier eigentlich das korrektere Wort) existieren. Wo sie aber ersetzt werden können und auch ohne eine Theologie Ideale aufrecht erhalten werden können, die zu grundlosem gutem Handeln anregen, wäre es jedoch kein Problem.

etwa im Sinne von Idealen wie Nächstenliebe, Empathie und Mitgefühl.

Und woher kommt das? "Ich will Menschen machen in meinem Gleichnis!" Es sind also göttliche Eigenschaften.

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Selbstverständlich!

Moralvorstellungen sind teilweise aus der intellektuellen Entwicklung des Homo Sapiens entstanden, ohne Gottesglauben, aber daraus auch Religionen. Geistige Entwicklung und daraus generierte Vorstellungen religiöser Art haben sich verwoben mit der Zeit. Die Entwicklung zu allgemein humanitären Moralvorstellungen hätte es auch ohne die Religionen geben können, vielleicht sogar mit Gewinn ihrer Qualitäten(!), aber die Entwicklung ging nun mal so.

Gesetze sind in den modernen demokratischen Staaten nicht mehr religiös besetzt, sondern Sache der unabhängigen Gewaltenteilung, aber sicher von den von mir genannten Einflüssen in Grundsätzen geprägt.

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