Ist es möglich, als Student in allen Zweigen der Sozialversicherung Sozialversicherungsbeiträge abzuführen, auch wenn man nicht mehr als 20h pro Woche arbeitet?

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4 Antworten

Rentenversicherungsbeiträge kann man ja freiwillig abführen

Nee, kann man in dem Fall eben nicht!

  • Als Werkstudent bist du versicherungspflichtig in der gesetzlichen Rentenversicherung. Diese Beiträge sind NICHT freiwillig. Die 9,35% (weniger in der Gleitzone) werden vom Lohn abgezogen, die restlichen 9,35% trägt der Arbeitgeber. Ausnahmen gibt es nicht.
  • Auch in der Krankenversicherung der Studenten besteht Versicherungspflicht, dies ist ebenfalls nicht freiwillig. Eine Befreiung ist nur in den ersten 3 Monaten nach Immatrikulation möglich und bedingt den Nachweis des Abschlusses einer privaten Krankenvollversicherung o.Ä.
  • Pflegeversicherung gilt immer analog zur Krankenversicherung.
  • Der Arbeitgeber ist ferner ebenfalls verpflichtet Beiträge zur BG abzuführen (Unfallversicherung).
  • Bliebe einzig noch die Arbeitslosenversicherung um einen Anspruch auf ALG I zu generieren. Eine freiwillige Versicherung gibt es nicht, jedoch die Pflichtversicherung auf Antrag (§ 28a SGB III). Jedoch sind dort Studenten nicht erwähnt. Hatte so einen Fall noch nie drum weiß ich nicht ob das möglich ist. Lies dir die §§ 24-28a SGB III mal durch.

Der Grund der Frage ist der, dass sich für den den besagten Studenten dadurch finanzielle Besserstellungen ergeben könnten.

Welche Besserstellung soll denn das sein?

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Kommentar von Daniel5678
18.02.2016, 17:46

Danke für den Hinweis. Ich drücke mich juristisch vielleicht zu unpräzise aus. Überhaupt keine Krankenversicherung soll natürlich nicht gezahlt werden. Es geht um die teurere freiwillige gesetzliche Krankenversicherung ab dem 30. Lebensjahr für Studenten. Wenn man stattdessen über den Arbeitgeber gemeldet ist, könnte man das mit ihm zusammen teilen und so bis zu bestimmten (für Studenten typischen) EInkommensgrenzen dann besser kommen.. Meine Überlegung...

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Wer dem Arbeitgeber bei der Aufnahme der Tätigkeit keine Studienbescheinigung vorlegt, bei dem wird automatisch abgezogen.

Wäre aber aus meiner Sich unvernünftig. Man zahlt z. b. für die Krankenversicherung mehr, obwohl nicht nötig und man zahlt Arbeitslosenversicherung, die man als Student nicht in Anspruch nehmen kann.

Aber grundsätzlich geht es.

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Kommentar von Daniel5678
18.02.2016, 17:39

danke für die Antwort. Mit geht es vorrangig genau um die Krankenversicherung. Über 30 wird die bei Studenten ja einiges teurer. 150-180 weiß ich vom Hörensagen. Bei einem Lohn für studentische Verhältnisse würde ich bei Aufteilung mit dem Arbeitgeber daher dann besser kommen (selbst mit Arbeitslosenversicherung wahrscheinlich).

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Ich habe dasselbe Problem wie Sie. Ich werde jetzt 30 und bin dann nicht mehr in der studentischen -Versicherung, müsste mich also privat versichern. Ich bin als Werkstudent (verdiene über 450€) nicht krankenversichert. Meine Krankenkasse weiß, dass ich Student bin und sagt eine Einstufung als Werkstudent sei unabänderlich, eine normale versicherungspflichtige Beschäftigung, also mit Krankenversicherung, gehe nicht. Hat sich bei Ihnen eine Lösung ergeben? Können Sie mir weiterhelfen?

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Kommentar von Daniel5678
10.09.2017, 17:14

Ich Problem hat sich sicherlich schon geklärt bzw. Sie werden wie ich damals schon automatisch mit der Lösung konfrontiert worden sein. Da Sie über 30 sind, müssen Sie sich also entweder privat versichern (jetzt ein paar Jahre später würde ich Ihnen raten, sich gut damit auseinanderzusetzen, da ein Wechsel in die Private mit Hürden für eine Rückkehr in die Gesetzliche verbunden sein kann + Gesundheitszustand ist beitragsentscheidend), oder sich freiwillig gesetzlich versichern, dann aber den Beitrag ohne Arbeitgeberanteile vollständig selbst zahlen. Dafür haben Sie später alle Optionen offen.

Wie es sich mit den anderen Versicherungen verhält, würde in anderen Beiträgen auf dieser Seite ja bereits gut beschrieben.

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Wer dauerhaft über 450 Euro im Monat verdient, bleibt kranken-, pflege- und arbeitslosenversicherungsfrei, wenn das Studium Vorrang hat.
Verdienen Sie mehr als 450 Euro, dürfen Sie höchstens 20 Stunden pro Woche arbeiten. In der Rentenversicherung sind Sie mit Ihrem Verdienst von mehr als 450 Euro versicherungspflichtig. Sie und Ihr Arbeitgeber
müssen jeweils 9,35 Prozent des Bruttoverdienstes als Beitrag zahlen, wenn Ihr Bruttoverdienst mehr als 850 Euro beträgt.

quelle: Deutsche Rentenversicherung

In 2 Sekunden ergoogelt!

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Kommentar von Daniel5678
18.02.2016, 17:11

Die Möglichkeit der Versicherungsfreiheit (abgesehen von der Rentenversicherung) ist mir bekannt. Meine Frage zielt aber mehr darauf, ob die Befreiung von der Versicherungspflicht selbst unumgänglich ist oder ob man nicht auf sie verzichten kann, wenn man möchte.

Wenn man etwas mehr als 2 Sekunden googelt, trifft man oft auf den Begriff Werkstudenten-"privileg". Dieser legt nicht gerade nahe, dass man in den Sozialversicherungen zwangsweise nicht angemeldet sein darf, woher meine Frage rührte. Für einen Studenten über 30 ergeben sich durch durch dieses "Privileg" zudem durchaus Nachteile, wenn man bestimmte Beiträge nicht mit dem Arbeitgeber teilen kann.. Aber wenn Sie die Gesetzesauslegung so eindeutig kennen, ist meine Frage beantwortet. Ansonsten hoffe ich auf weitere Antworten.

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