Ist es möglich als Nicht-Blinder, keine visuellen Bilder in der Vorstellung haben? (->Kunststudium?)

...komplette Frage anzeigen

Das Ergebnis basiert auf 6 Abstimmungen

JA (Ich glaube ich habe dieses "innere Auge") 66%
Jain (irgendwie kann ich schon etwas sehen) 33%
Nein (wenn ich die Augen schließe gibt es nichts visuelles) 0%

9 Antworten

JA (Ich glaube ich habe dieses "innere Auge")

Dazu musst Du eines verstehen und Dich mal näher dazu erkundigen: Es gibt verschiedene Wahrnehmungstypen beim Menschen. Sie mal hier z.B. auf diese Seite: www.i-bux.com/Wahrnehmungstypen.html.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Wahrnehmung, die bei jedem individuell stärker oder schwächer ausgeprägt ist: sehen, hören, riechen, schmecken und tasten. Man erkennt das auch oft an so äußerungen, die Menschen machen, z.B. würde ein eher visuell veranlagter Mensch sagen: "Ich sah Dich komme", ein auditiver: "Ich hörte Dich kommen". Oder auch: Jemand "macht sich ein Bild", ein anderer "spürt noch den Sand unter den Füßen" usw.

Ich selber bin eher ein visueller Typ, so dass ich schon bildliche Vorstellungen habe. Trotzdem kann ich auch wie Du besser zeichnen, was ich real vor mir sehe....

Du scheinst eher der kinästhetische Typ zu sein, der alles mit Gefühlen und Empfindungen verbindet. Ich glaube aber trotzdem, dass Du auch in Richtung Kunst studieren könntest, vielleicht wäre für Dich auch etwas passend, wobei Kunst als Mittel eingesetzt wird, z.B. was in Richtung Psychologie, wo man halt auch versucht, mit Kunst an die Gefühle heranzukommen oder sowa in der Form. Müsstest Du Dich mal weiter informieren über die Wahrnehumgstypen und vielleicht auch welche weiteren Möglichkeiten in Richtugn Kunst möglich sind.

Viel Glück :-)

Danke fürs Sternchen !!!

0
@Maricat

Du hast wohl aus meiner Ungeduld profitiert, aber gern geschehen ... ;)

0
JA (Ich glaube ich habe dieses "innere Auge")

Hallo Haaaase,

Bei deiner Frage musste ich sofort an Temple Grandin denken. Temple Grandin ist Professorin für Veterinärmedizin und Autistin. Bei ihr ist das visuelle Denken ganz extrem ausgeprägt. Sie kann z.B. vor ihrem inneren Auge ein Schlachthaus entwickeln und dann im Kopf einen Probelauf machen. Wenn es nicht funktioniert , schaut sie einfach nach, woran es liegt. (Temple Grandin: Thinking in Pictures And Other Reports from My Life with Autism. London: Bloomsbury 1995,2006 S.4-5) Nur wenige Menschen können so gut Visualisieren wie Frau Grandin, aber diese Fähigkeit ist in unterschiedlicher Ausprägung bei anderen Menschen auch Vorhanden. Das Spektrum reicht jedoch vom fotorealistischen Denken bis zum fast völligen Fehlen jeglicher innerer Bilder. (ebd.S.12)

Ob dies für die Wahl deines Studiums wichtig ist, kann ich dir leider nicht sagen. Da solltest du eine Studienberatung aufsuchen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass diese Angelegenheit ein Kunststudium zumindest erschwert.

Falls dir abgeraten wird, bedeutet das aber noch nicht, dass du nicht Künstler werden kannst. Nur solltest du es dann nicht auf akademischem Weg versuchen. Ich erinnere mich an eine Dokumentation über einen blindgeborenen Künstler, der zu meiner Verwunderung sogar die Perspektive beherrschte. Nur für die Farbwahl brauchte er Unterstützung. Leider ist es Jahre her, dass ich diesen Bericht gesehen habe, so dass ich die Quelle schuldig bleiben muss.

Der Amerikaner Chuc Close leidet unter Gesichtsblindheit (Prosopagnosia). D.h. Er kann Gesichter keiner Person zuordnen. Dennoch schafft er es, fotorealistische Portraits zu malen. Er fokussiert seine Aufmerksamkeit auf kleinste Details und setzt dann diese kleinen Teile so zusammen, dass das gewünschte Gesicht entsteht. ( http://www.charlierose.com/view/interview/11264?sponsor_id=1 )

Wie du siehst, gibt es manchmal Möglichkeiten, auch größere Schwächen zu kompensieren.

Ich wünsche dir einen guten Studienstart Octopamin

Jain (irgendwie kann ich schon etwas sehen)

Ich selbst habe ein Spezialtalent im Zeichnen (immer Note Eins bei sonst bestenfalls durchschnittlichem Notenquerschnitt) und besonders im Portraitzeichnen. Letzteres war sogar eine offenbar angeborene Fähigkeit, die sich nicht erst durch jahrelanges Üben entwickelte. Inzwischen habe ich wohl Hunderte von Portraits gemacht, teilweise auch zum Gelderwerb auf der Straße (was ich allerdings nicht empfehlen möchte, weil das nicht unbedingt förderlich ist), aber ich habe nie die Fähigkeit besessen, mir das Aussehen bestimmter Menschen vor meinem inneren Auge vorzustellen. Über eine solche Fähigkeit verfügen wohl nur sogenannte Savants (wie der von Dustin Hoffmann dargestellte 'Rainman'). Dein Manko scheint vielmehr darin zu liegen, daß du dir nichts erarbeiten möchtest und alles immer sofort zur Verfügung haben möchtest (wie du auch hier sofort die 'Hilfreichste Antwort' unter den Direkteingängen ausgewählt hast, ohne weitere abzuwarten, was wohl viele weitere Antworter abschgereckt haben könnte, die insofern ehrgeiziger sind als ich selbst, dem das weniger bedeutet.) Merke dagegen: Genie ist zu 90 % Fleiß und Ausdauer und nur zu 10 % angeborene Begabung. Heute dagegen - doch das fällt in den Bereich Kultur- und Gesellschaftskritik - wohl eher zu 60 % Beziehung und 40 % Chuzpe.

Ich habe dir gerade einen 5500-Zeichen-Text verfasst über den ich im nachhinein entäuscht war und ihn wieder gelöscht habe ... hätte ich wohl auf 2 Kommentare aufteilen müssen ^^ ...

2.Versuch

Gut das du nicht nur auf Punkte aus bist. Das ist lobenswert und diese Antworten schätze ich mehr, als eine große Summe von Antworten, die ich möglicherweise bekommen hätte, wenn ich mir den Stern aufgehoben hätte. Der Stern war wohl überhastet und - das bin ich die letzte Zeit oft. Fleiß ist wirklich nicht meine Stärke und wirklich erarbeitet habe ich mich auch noch nicht viel. Doch Fleiß bedeutet Mühe und was Mühe ist hängt von der ganz persönlichen Erfahrung ab. So wäre es für eine andere Person Fleiß ein Portrait zu malen oder es zu erlenen, wohingegen andere diese Fähigkeit einfach so besitzen (dazu zähle ich mich auch mal, auch wenn Gesichter nciht meine Spezialität sind, sondern eher Plastiken ^^). Fleiß gibt es nicht für den Handelnden, sondern Fleiß ist nur die Sicht des Betrachters. Wer also etwas "Fleißiges" tut, für den ist diese Handlung kein Fleiß, sondern die einzige Handlung die er hätte tun können. Handelt jmd mit Chuzpe, dann war das auch die einzig mögliche Handlung. Ich glaube nicht an Willensfreiheit. Die Handlung hängt also von unserer Individuelen Erfahrung ab. Erfolg liegt im Auge des Betrachters und somit die Bewertung der Handlung auch.

Ein Genie ist auch nicht durch den Willen enstanden ein Genie zu werden. Nehme ich dafür auch mal einen Film ... Matt Damon in Good Will Hunting. Das Mathegenie, das selbst keins sein will, aber trotzdem im Putzoverall die Preisaufgabe des Matheprofessors löst. Er lässt uns hier an einer Sicht der Welt teilnehmen die Mathematik nicht überirdisch erscheinen lässt, sondern als gegebenes Naturgesetz. Und das faszinierende ist, das er es schafft uns einen Moment aus dem Gefühl der Überlegenheit des Menschen, auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Mathematik ist nicht Wissenschaft sondern Wissenschaft gehorcht den Gesetzen der Mathematik.

Nicht das Genie hat den Willen ein Genie zu sein, sondern es wurde dazu determiniert eines zu sein (die Fähigkeiten dazu hat es "zufällig" - ohne sein Zutun). Ein Genie ist aus sich selbst Genie, nicht durch sich selbst.

Ich komm zu keinen guten Abschluss und ich weiß nicht was ich damit sagen will. Fleißig oder ein Genie sein zu wollen, reicht nicht um erfolgreich zu sein; man muss es sein, vielmehr sind es Erfahrungen, die einen leiten und die eine Persönlichkeit bilden. Ich habe mich übrigens bei einer Menge Unis für Soziologie und Philosophie beworben und ich lass mich überraschen wie ich mich in Zukunft weiterentscheide ^^

Naja ... egal ... ignoeriers einfach^^

0
@Haaaase

Deine Skepsis gegenüber dem 'Fleiß'-Begriff teile ich teilweise. Ich habe dazu folgenden Spruch: "Es gibt nichts Schöneres als Arbeit, das Dumme an ihr ist nur, daß sie am Ende immer in Arbeit ausartet." Doch wenn du über diesen Punkt hinausgehst und immer noch weitermachst, dann ist das eben Fleiß, und der ist bisweilen nötig, um weiterzukommen.
Aber noch etwas zum Genie-Begriff aus meiner Sicht: Manche Mathegenies sind oft nichts anderes als sog. Kalenderidioten wie etwa der von Dustin Hoffmann dargestellte Rainman. Ich denke dagegen, man muß diesen Begriff sehr viel umfassender und nicht nur auf irgendwelche Spezialfähigkeiten bezogen sehen. Er hat etwas mit der ganzen Persönlichkeitsstruktur zu tun. Es gibt keine Feierabendgenies. Der spanische Maler Salvador Dali (den ich tatsächlich für ein echtes Genie halte, aber auch das ist nur meine eigene Wertung) hat dazu einmal gesagt: "Wer sich lange genug bemüht, ein Genie zu sein, wird am Ende auch eines." Also: auch hier kommt der Fleiß-Gedanke ins Spiel, aber eben als Fleiß auf höherer Ebene.

0
JA (Ich glaube ich habe dieses "innere Auge")

Ich habe absolut diese Fähigkeit die du beschreibst und zu vermissen meinst. Ich nenne das Fantasie. Meine Mutter zum Beispiel ist wie du, sie kann super gut abzeichnen, aber sich vor ihrem geistigen Auge nur schwer was vorstellen und das dann malen oder beschreiben. Ich kann mich echt nicht gut an was erinnern, daher denke ich mit dem Gedächnis hat das wenig zutuhn, aber ich besitze sehr viel Fantasie und daher bin ich in der Lage selbst mit offenen Augen Dinge zu sehen, die eigentlich nicht da sind. Das sind quasi absichtlich heraufbeschworene Halluziantionen. Ich kann aber nicht studeren, weil ich erstens schizotypisch persönlichkeitsgestört bin, und 2. viel zu unkonzentriert bin und nur aufnahmefähig für Dinge bin die mich interessieren. In einem Studiensaal über Stunden jeden Tag zuzuhören, wäre für mich unmöglich, das kann ich nur 5 Minuten durchhalten. Das ist wol Ironie des Schiksals. Ich denke, wenn du es willst kannst du alles studieren, wenn du nur das Interesse, Durchhaltevermögen, Aufnahmefähigkeit, Verständnis und einen gewissen Intelligenzgrad hast kannst du auch das schaffen. Ob es möglich ist, das was du vermisst zu lernen, denn wenn du Kunst studieren willst, solltest du das schon können, denn was machst du, wenn du was bestimmtes malen sollst, was man gerade nicht zur Hand hat um es abzuzeichnen, denn bestimmte Dinge sind ja nicht real, darauf weiß ich leider auch keine antwort.

Aber um deine Frage klar zu beantworten: Ja, ich habe ein geistiges Auge.

Zu deiner Frage: Ja bei mir entstehen mit unter komplexe visuelle Welten.

.

Aber mal zu deinem Text! Du gehst ja da völlig falsch ran. Wenn du Lust hast dich visuell im weitesten Sinne auszudrücken, dann mach das. Wenn du nicht meinst, dass das dein Ding ist, dann lass es. Es ist keine Frage der Abwägung der Fähigkeiten. Es geht da viel mehr um die Begeisterung oder einen inneren Drang. Gute Kunst hat aus meiner Sicht etwas mit der Persönlichkeit zu tun, und wie viel davon nach aussen drängt.

Vllt war Kunst garnicht so im Mittelpunkt ... Vllt ist das doch eher die philosophsich-psychologische Komponente die mcih interessiert

0
@Haaaase

Was soll an deinen Überlegungen psychologisch oder philosophisch sein?

.

Du wirkst etwas verkopft. Aber das macht nichts. Das legt sich meistens automatisch wieder ;)

0

...ohne nun selbst aus dem Bereich zu kommen - kann ich mir ziemlich gut vorstellen, dass gerade (!) du mit deiner Art, "die Welt zu sehen" (mit dieser besonderen Form der Betrachtungsweise, wie du sie eben beschreibst) sehr gut im künstlerischen Bereich aufgehoben bist.

.

Und wenn du unsicher bist: Es wird sicher ohnehin sowas wie ein Eignungs-Prüfungsverfahren geben, an der jeweiligen Kunsthochschule; und die Zulassung erfolgt wohl nur beim Bestehen dessen.

.

Denn mal los, würd´ich demnach sagen...;-)

.

Die Antwort-Optionen hier von dir versteh´ich übrigens grad nicht so recht. Aber ich glaube, dass du alles Nötige für so ein Studium (bzw. noch einiges mehr oder: anderes) hast, was die meisten nicht haben. Und das kann so schlecht nicht sein...

...seh´grad deinen Kommentar bei anderer Antwort - und fürchte fast, ich hab´nicht nur die Antwort-Optionen, sondern gleich die ganze Fragestellung nicht verstanden...

ô.ô

0
Jain (irgendwie kann ich schon etwas sehen)

Noch ein kurzer Nachtrag: Übrigens machst du dir offenbar inzwischen völlig überholte und unrealistische Vorstellungen über die heute zum Künstler notwendigen Eigenschaften. Ich empfehle dir dazu den folgenden Artikel:

http://ouroboros-forum.de/index.php?option=com_content&view=article&id=235:der-moderne-kunstbetrieb&catid=42:thema-kultur&Itemid=72

JA (Ich glaube ich habe dieses "innere Auge")

ja allerdings fehlt mir das Räumliche Denken

Jain (irgendwie kann ich schon etwas sehen)

Mal ne andere Frage: Wie gut bist du in Mathe/Physik?

In Mathe und Physik ists am Ende ziemlich mies gelaufen. Am besten ist bei mir in Geistes und Gesellschaftswissenschaften gelaufen ... Aber in Kunst hatte ich auch gute Noten ...

0

Was möchtest Du wissen?