Ist es leicht sich von Windows auf Linux umzugewöhnen?

Das Ergebnis basiert auf 22 Abstimmungen

Es geht/ mittelmäßig. 45%
Nein es ist schwer. 36%
Ja, es ist leicht. 18%
Andere Antwort. 0%

8 Antworten

Von Experte guenterhalt bestätigt
Ja, es ist leicht.

Es kommt darauf an, wofür Du Deinen PC verwenden willst. Alles, was Standard-Software ist, (Office, Browser, Grafik etc.) gibt es auch für Linux und ist in vielen Paketen schon dabei. Hast Du speziellere Anforderungen, kann es schwieriger werden. Eventuell mußt Du Dich von liebgewordenen Programmen trennen und Alternativen verwenden, oder zusehen, ob Du das Programm mithilfe von WINE oder ähnlichen Hilfsprogrammen zum Laufen bringst. Das klappt oft, aber nicht immer.

Schwierig wird es bei aktuellen Spielen, die für Windows geschrieben wurden. Den Kram bekommt man in der Regel nicht zum laufen. Alles, was im Browser gespielt wird, geht normalerweise problemlos.

Ja, es ist leicht.

Wer sich als Einsteiger mit Linux beschäftigt, lernt schnell, daß er mit diesem System erheblich mehr Möglichkeiten hat, als mit Windows.

Die Bandbreite der Distributionen reicht von Anfängerfreundlich bis Profi, für jeden ist etwas dabei. Ein weiterer Vorteil ist, daß Linux wirklich pflegeleicht ist. In den letzten Jahren gab es bei mir lediglich 1 heftiges Problem nach einem Update. Die Fehlerbehebung hat in der Konsole ca. 5 min. gedauert, weil die Community bereits eine Lösung anbieten konnte. Und das bei einer Distri, die ausdrücklich nicht für Anfänger empfohlen wird.

Treiber stellen idR kein Problem dar, die gängigen sind bereits im Kernel eingebaut. Etwas Recherche vor dem Kauf sollte allerdings sein.

Microsoft hat sich auch schon eingeschlichen:

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Microsoft-schliesst-sich-der-Linux-Foundation-an-3486578.html

https://docs.microsoft.com/de-de/windows/wsl/install-win10

Ja, es ist leicht.

umgekehrt ist es ungemein schwieriger.
Ich hatte so einige Verständnisproblem als ich von Unix (quasi der Vater von Linux) auf Windows umsteigen musste. Da gab es plötzlich Laufwerke, obwohl nur eine Festplatte eingebaut war. Dinge wie "Vollzugriff" kannte ich nicht. Beim Einbau einer 2. Festplatte war alles verschoben.
Kurz gesagt, das war ein Kulturschock.

Das hat sich auch nach einem Windows-Administrator-Lehrgang nicht wesentlich geändert. Da wurden ja auch nur die Bildchen erklärt und wo man klicken musste.

Wer es trotzdem alles auswendig gelernt hat, wir dann bei der Nutzung von Linux Probleme haben, das alles zu vergessen.
Ich hab's. Seit 2000 benutze ich nur noch Linux (auch diesen Text schreibe ich unter openSuSE Leap 15.2 mit Firefox).

Wer mit Linux mehr machen will als ein Programm starten, dem bietet das System eigentlich alles. Daraus leiten dann manche ab, dass das furchtbar kompliziert ist.
Man kann damit herumspielen, erforderlich ist das aber nicht.

Wenn du die erste Hürde "Installation" überwunden hast, sollte es keine unüberwindlichen Probleme geben.
Je nach Distribution sind bereits die bekannten Thunderbird (für e-mail), Firefox als WEB-Browser, irgendein Dateimanager (so was wie Explorer), Programme, für Office (MS-Word ähnlich), Bildbetrachter .... gleich installiert.

Noch etwas, vergiss die Bedeutung von Dateinamen-Erweiterungen. Für
Linux selbst ist es egal, ob ein ausführbares Progamm .exe oder .doc oder .jpg oder --- heißt. Einige Anwenderprogramme "bestehen" aber auf solche Erweiterungen.
Eigentlich sind sie nur für den Menschen gut, der damit eine gewisse Ordnung schafft.

Ich bevorzuge openSuSE einfach, logisch, stabil ....

Wenn ich mit 75 das schaffe, dann werden jüngere das auch.
Nur Mut!


Das schwierigste ist, so manche Dinge zu vergessen.

Woher ich das weiß:Beruf – openSuSE seit 1995
Nein es ist schwer.

Ich behaupte: Das kommt vollkommen auf deine persönliche Einstellung an und weniger darauf, was du machen willst. Da aber die meisten Leute, die ich so erlebt habe, geistig unglaublich fest gefahren sind, habe ich mit "schwer" abgestimmt.

Was meine ich jetzt mit meiner Behauptung?

Es gibt so ein paar Punkte, die ich in Zusammenhang mit Linux immer und immer wieder hören, sei es von den Linux-Freaks, sei es von den Windows-Leutchens.

Da ist z.B. das klassische "zum Zocken brauchst du Windows". Das ist hier auf GF mindestens 1x wöchentlich zu hören. Dummerweise ist das pauschal aber falsch. Wenn du nur die ultra-neuesten Mega-Ego-Shooter-Grafikblender aus dem Epic Store mit einem Kopierschutz, der selbst gesündeste Windows-Systeme in die Knie zwingen würde - wenn du nur so etwas zocken willst, ja, dann wirst du keinen Spaß an Linux haben. Andere installieren ein vollständiges Windows in einer virtuellen Umgebung (VMWare) und nutzen das zum Zocken. Oder sie haben ein Dual-Boot-System mit Linux und Windows parallel und wenn sie zocken wollen, booten sie Windows und für alles andere Linux. Ich persönlich habe mich vollständig von Windows gelöst und weiss so aus dem Stegreif kein Spiel, das mich reizen würde und das ich nicht unter Linux zocken kann. Allerdings habe ich auch nicht viel mit Ego-Shootern am Hut. Gelegentlich mal Doom 2016 genügt mir. ;)

Das nächste MASSIVE Hindernis sind Photoshop und Office. Die Windowsbenutzer haben sich an diese beiden Programme gewöhnt und können sie bedienen und erwarten exakt das gleiche unter Linux. Das kann natürlich nicht funktionieren. Unter Linux gibt es Alternativen, aber die sind teilweise etwas anders zu bedienen. Und schon krakeelt der Photoshop-User los: "Gimp ist kein Ersatz! Das kann ja nicht mal annähernd das, was Photoshop kann!" Ich habe in meinem bisherigen Leben noch nicht einen einzigen Fall erlebt, der nur mit Photoshop hätte gelöst werden können und nicht mit gimp. Die Bedienung von gimp ist einfach anders und er macht Dinge anders. Aber solange du kein hauptberuflicher Grafiker bist, der massivste Effekte inklusive 36-Bit-Farbtiefe (da werden jetzt viele denken: "Der spinnt!" Nein, ich weiss genau, wovon ich da schreibe...) benötigt, ist gimp für dich vollständig ausreichend.

Genau das gleiche bei Microsoft Office und LibreOffice. Ich benutze nicht nur zu Hause viel lieber Writer von LibreOffice als Microsoft Word, einfach weil Letzteres mittlerweile von seinem Bedienkonzept her für mich unglaublich umständlich geworden ist. Mit LibreOffice komme ich besser zurecht. Im Umkehrschluss fühlt sich aber der Windowsbenutzer von LibreOffice vor den Kopf gestoßen. Wenn er dann noch erfährt, dass es keinen direkten Ersatz für Outlook gibt, ist es meistens ganz aus.

Auch das Allheilmittel von Windows (Rechner neu booten) funktioniert unter Linux oftmals nicht. Wenn du dir eine Konfiguration versaut oder eine Bibliothek versehentlich gelöscht hast, dann bringt dir ein neues Booten unter Linux rein gar nichts. Du erhältst nach dem Booten exakt den Zustand, in dem du das System zurück gelassen hast. Da werden keine Systemdateien aus einer Volume Shadow Copy wiederhergestellt, ohne dass du davon etwas erfährst. Das ist dann wieder so etwas, wo der normale Windodwsbenutzer beim Umstieg schnell verzweifelt.

Unter'm Strich behaupte ich: Wenn du erwartest, dass du dir locker-flockig Linux installierst und sofort ohne nennenswerte Umgewöhnungsphase loslegst, dann wirst du scheitern wie schon so viele vor dir.

Wenn du dir stattdessen wirklich bewusst machst, dass du in der Linuxwelt ein Kackn00b bist und wieder bei Null (nein, nicht mit etwas Vorkenntnis, sondern wirklich bei Null!) anfängst und dich langsam in Linux, die üblichen Standardprogramme, das Handling, die Konfiguration und alles, was darum besteht rein arbeitest - dann kannst du es schaffen.

Letzter Tip: Ich habe mir selbst immer gesagt: "Wenn ich irgendetwas unter Linux nicht konfiguriert oder funktionierend bekomme, dann liegt das nicht an Linux oder den Programmen und wie Schei*se das alles ist, sondern daran, dass ICH einfach noch zu wenig Ahnung habe. Also kann ich das Problem erst einmal liegen lassen und später, wenn ich mal mehr Ahnung habe, kann ich es mir noch einmal anschauen und dann vielleicht lösen." Und soll ich dir was sagen? Genau so war es bisher auch immer.

Es geht/ mittelmäßig.

Kommt drauf an was du damit machen möchtest.

Für den 08/15 Office und Internet Bedarf gibt es inzwischen viele gute Distributionen welche den Umstieg möglichst angenehm gestalten.

Linux Mint wäre da ein gutes Beispiel.

Nach der Installation bringt es schon eine Auswahl an Basis Software für Office, die Wiedergabe von Musik und Videos sowie einen Browser mit. Neue Programme kannst du dann im Softwarecenter suchen und per Klick installieren (quasi wie im AppStore deines Handy).

Gaming oder der Betrieb exotischer Hardware können den Umstieg dann schon etwas Frickelig gestalten.

Wenn man im Internet dann nach Tutorials sucht trifft man häufig auf Kommandozeilenbefehle zum eingeben. Das ist in der Community Recht beliebt da es einfacher ist einen Befehl zum Kopieren in einem Forum zu Posten als jemandem den klickweg durch Menüs zu beschreiben die sich je nach Desktop Umgebung massiv unterscheiden können. Diese Kommandozeilenbefehle wirken für Anfänger gerne abschreckend aber am Ende ist es für dich optional ob du verstehst was sie tun oder ob du dich einfach nur freust das sie das richtige tun.

Woher ich das weiß:Beruf – Administrator mit über 12 Jahren Berufserfahrung

Was möchtest Du wissen?