Ist es legitim seine Kinder vertraglich zu verpflichten einen nicht ins Altersheim zu stecken, sonst vollständige Enterbung?

15 Antworten

Festlegen kannst du viel. Ob sich deine Kinder jedoch daran halten, ist die andere Frage. Notfalls verzichten sie halt auf das Erbe. Und was machst du dann?

Ich finde so eine vertragliche Verpflichtung im Grunde ein Armutszeugnis. Denn wenn man sich zu so einen Schritt entschließt, dann scheint das Verhältnis zu deinen Kindern ja nicht unbedingt das Beste zu sein.

Anstatt also die Kinder auf diese Art und Weise zu erpressen würde ich viel eher dafür sorgen dass das Verhältnis zu den Kindern besser wird.

Oder aber du nimmt dein Geld und kaufst dich in ene schöne Seniorenresidenz ein, in dem die Betreuung besser ist als in einem normalen Altersheim. Wenn dafür dann dein ganzes Geld drauf geht, ist das so. Dann gibt es nichts mehr zu vererben.

Hmm, einen Pflichtteil gibts aber schon noch...

Und wieso "auf keinen Fall ins Altersheim"? Was, wenn der Nachwuchs und deren Nachkommen nicht in der Lage sind sich um die altgewordenen Eltern/ Großeltern zu kümmern? Was, wenn der Nachkomme verstarb oder selbst ein Pflegefall wurde oder beruflich bedingt im Ausland lebt (sich dort eine Existenz aufgebaut hat)?

Wer soll sich dann um den alten Menschen kümmern, wenn dieser irgendwann nicht mehr in der Lage ist sich selbst und die eigene Wohnung/ das eigene Haus zu versorgen?

Es gibt alte Leute die bis zu ihrem Tod fit genug sind um alleine leben zu können. Manche brauchen nur partiell Hilfe (durch Essen auf Rädern, durch den Pflegedienst oder durch einen Privatgärtner der sich um die Außenanlage kümmert). Und wieder andere erreichen irgendwann im Alter den Punkt an dem die Kartoffeln im Topf schimmeln, der Uringeruch der Inkontinenz nicht wahrgenommen wird, das Haus verranzt, der alte Mensch vielleicht dement wird und demzufolge nicht mehr für seine Sicherheit garantiert werden kann.

Manchmal kann selbst der beste Pflegedienst nicht alles rundherum abdecken, absichern. Manchmal ist da dann ein Altersheim/ Altenpflegeheim besser für den Betroffenen... um wenigstens in Würde noch den restlichen Lebensabend verbringen zu können - statt an Lebensmittelvergiftung im Eigenheim zu krepieren und erst Wochen später gefunden zu werden.

Diesen Vertrag würde ich schon mal gar nicht unterschreiben. Wenn Senioren bettlägerische Pflegefälle werden, kann das zu Hause nicht mehr geleistet werden.

Wir wohnen gegenüber eines Pflegeheimes, in der meine Frau als Altenpflegerin tätig war. Wenn wir noch einmal umziehen sollten, dann nur gegenüber ins Pflegeheim. Das ist ein Rundum-Sorglos-Paket, das man sich als Pflegefall zu Hause nicht einrichten kann. Alles das, was man im Fernsehen Negatives über Pflegeheime berichtet, gibt es hier nicht, so dass wir keine Scheu davor haben. Vor allem das Essen und die Tagesbeschäftigung ist Spitze!

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