Ist es legal Placebos als Homöopathie zu verkaufen?

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Du kannst einfach säckeweise Zuckerkügelchen kaufen, in kleine Fläschchen füllen und die gewünschten Etiketten drauf kleben. Es würde mich wundern, wenn das nicht schon viele machen würden, denn der unterschied zwischen einem homöopathischen Mittel und einem Zuckerkügelchen ist nur bei sehr niedrigen Potenzen und dann nur mit aufwändiger Technik nachweisbar. Ist der Unterschied nicht nachweisbar, kann man auch nicht dafür bestraft werden, was anderes verkauft zu haben.

Das ist wie Leitungswasser als Weihwasser zu verkaufen.


Homöopathische Arzneimittel unterliegen nicht denselben gesetzlichen Anforderungen wie die übrigen Arzneimittel (AMG,§ 38). So müssen die meisten homöopathischen Stoffe nicht zugelassen, sondern registriert werden. Diese Registrierung erfolgt durch das BfArM.

Quelle: http://www.bfarm.de/DE/Arzneimittel/zul/_node.html

Hallo DeCnJackZ, 

ganz so einfach ist es nicht, denn Du musst nach gesetzlicher Regelung nach dem HAB herstellen und diese auch registrieren lassen.  Sonst sind es nach gesetzlicher Regelung keine "homöopathischen Arzneispezialitäten". 

Du musst also mindestens eine Halle haben, in der feste verdünnt und verschüttelt wird und durch die Du dann Betriebsführungen anbietest. 

Bei homöopathischen Hochpotenzen, die keinerlei Wirkstoff enthalten, ist natürlich nicht nachprüfbar, ob sie diesen Verdünnungszyklus durchlaufen haben. Trotzdem kann man Dir drauf kommen, wenn Dein Vorführraum nur einen Bruchteil aller Mittel im Jahr produzieren kann, die Du verkaufst... Und Deine Firma offensichtlich keine wesentlichen  weiteren Räume beherbergt. 

Draußen macht sich auch ein Blumenbeet - biologischer Anbau versteht sich - gut, damit Du zeigen kannst, wie natürlich Deine Wirkstoffe heranwachsen. Dass drinnen dann auch Arsen verschüttelt wird, stört dann keinen. ;-)

Im Ernst: Ich denke tatsächlich, dass die meisten Homöopathika im Handel den ganzen Zyklus durchlaufen. Kein Hersteller könnte es sich leisten, da erwischt zu werden. Und letztlich ist die Herstellung auch so noch billig genug, weil man kaum Rohstoffe (außer der Saccharose) braucht und keinerlei Wirkungsnachweise zu finanzieren braucht. Scharlatanerie setzt immer bewusstes Täuschen voraus und das ist erstens schwer nachweisbar und zweitens zumindest meiner Ansicht nach in den allermeisten Fällen auch nicht gegeben. Man halte sich an den Spruch: "Unterstelle nie Betrug, wo simple Selbsttäuschungsmechanismen das Verhalten genauso erklären."

Grüße

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