Ist es korrekt, in der Miet-Nebenkostenabrechnung die Kosten für den Hausmeister von 3412 € auf 6707 € zu erhöhen?

9 Antworten

Ja, das ist gerecht, wenn...

Angenommen, der Hausmeister ist eine Firma und keine fest zugeordnete Person und es fielen im vergangenen Jahr deutlich mehr Arbeiten an, die von ihrer Art her auf die Mieter umlegbar sind, wäre es ohne weiteres denkbar, dass sich die Hausmeisterkosten um nahezu das Doppelte erhöhen.

Der gleiche Effekt kann eintreten, wenn bisher ein Hausmeister nebenberuflich angestellt war und für umlegbare Aufgaben rund 300 € pro Monat bekommen hat und diese Hausmeister musste seinen Dienst quittieren. Stattdessen hat man vielleicht nun einen Hausmeisterservice beauftragt, der nun auch endlich in der Lage ist, viel mehr und viel ordentlicher zu arbeiten, als das bisher der Fall war.

Schließlich wäre es auch denkbar, dass bis zum vorletzten Jahr die Mieter noch selbst das Treppenhaus reinigen mussten und das wurde dann ab dem letzten Jahr so umgestellt, dass nun der Hausmeisterservice das mit übernimmt.

Es kann also viele Gründe geben und von hier aus ist es mit den vorliegenden Angaben kaum zu beantworten, ob die Steigerung gerecht ist oder nicht.

Es handelt sich um eine sehr überschaubare Wohnanlage in der sich der vom Hausmeister geleistete Aufwand nicht verändert hat. Aber ich werde dem Hinweis folgen die Belege einzusehen.

Ggf. muß ich nochmals um Hilfe bitten.

Vorerst vielen Dank.

0

Eine Verdoppelung der HMK ist erklärungsbedürftig. Außerdem ist der V. verpflichtet, nach dem Wirtschaftlichkeitsgebot zu arbeiten (BGB). 

Lege schriftlich per Einwurfeinschreiben Einspruch ein mit der Begründung der Nichtnachvollziehbarkeit der Verdoppelung und fordere Einsichtnahme in sämtliche diesbezüglichen Originalbelege (Arbeitsvertrag, Arbeitsnachweise etc.).

..... das besteht aber die Gefahr, daß der Einspruch zurückgewiesen wird.

Unsere Gerichte hier sehen dies jedenfalls so, wenn noch keine Einsichtnahme erfolgte.

Die hat nun einmal Vorrang, was ja auch richtig ist.

0
@schleudermaxe

@Schleudermaxe

Lesen soll bekanntlich helfen. Albatros spricht von Ein-/Widerspruch beim Vermieter, nicht bei Gericht.

0

Das kann man nicht allgemein beantworten, es kommt auf die genaueren Umstände und die Wohnanlage an. Vielleicht musste ein 2. Hausmeister eingestellt werden, weil es einer nicht schaffen konnte.

Mache von deinem Recht zur Belegeinsicht Gebrauch. Und bei dem Termin kannst du dann auch fragen und dir erklären lassen, welchen Grund die Erhöhung hat. Diese Information musst du zuerst einholen, bevor wie weiter darüber reden können.

Und bei dem Termin kannst du dann auch fragen und dir erklären lassen, welchen Grund die Erhöhung hat.

Der Vermieter wäre verpflichtet gewesen, bereits im Rahmen der Abrechnung dem Mieter zu erläutern und zu begründen, warum diese Kostenexplosion erfolgte. Da das so nicht geschah, wäre der Mieter bereits deshalb berechtigt gewesen, wegen Nichtnachvollziehbarkeit zumindest diese Position nicht zu bezahlen.

0
@albatros

Das sehe ich anders. Wenn die Kosten tatsächlich entstanden sind, dann dürfen sie auch umgelegt werden. Erklärt werden müssen nur Vorwegabzüge für nicht umlagefähige Tätigkeiten des Hausmeisters.

Du findest viele Gerichtsurteile, in denen auf die Belegeinsicht verwiesen wird, weil gerade dieses Recht darauf dazu geschaffen ist, die Ausgaben in Höhe und Verwendung zu überprüfen. Es ist vom Gesetzgeber vorgesehen, dass dies genutzt wird, weil sich dadurch viele Fragen erübrigen.

Aber du hast recht, dass es für den Mieter so oder so hilfreich wäre, wenn eine kurze Erläuterung dabei steht. Daher schreibe ich in meinen Abrechnungen grundsätzlich Hinweise mit rein, um Transparenz zu schaffen und möglichen Fragen vorzubeugen.

0

Was möchtest Du wissen?