ist es jedi verboten sich gegenseitig zu lieben?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Wie so oft bei den Jedi: es kommt drauf an...

Der Hauptstreitpunkt ist, was du unter "sich gegenseitig lieben" verstehst. Dazu führe ich mal die Stelle, auf die CountRuben anspielt, ein wenig weiter aus. Padmé stellt Anakin schließlich genau die gleiche Frage, als sie in Episode II im Flüchtlingsschiff nach Naboo sitzen ("Ist es dir erlaubt zu lieben? Ich nahm an, das wäre den Jedi untersagt."). So. Anakins Antwort darauf ist relativ kurz und bündig: Abhängigkeit ist verboten. Besitz ist verboten. Mitgefühl, welches ich als bedingungslose Liebe definieren würde, ist das Wesentlichste im Leben eines Jedi. Man könnte also sagen, dass wir zur Liebe ermutigt werden. Rollen wir diese Antwort jetzt mal ein bisschen auf...

  • "Abhängigkeit ist verboten": Wer sich von jemandem oder etwas abhängig macht, zum Beispiel durch eine emotionale Bindung, wird immer das Problem haben, nicht besonnen und gänzlich unabhängig von allem "weltlichen" nur nach dem Willen der Macht handeln zu können. Siehe beispielsweise Anakin, der von seiner emotionalen Abhängigkeit/Bindung zu seiner Mutter dazu verleitet wird, seine Mission, Padmé zu beschützen, zu vernachlässigen, um nach Tatooine zu fliegen, nur weil er einen Alptraum hatte. Abhängig sollte ein Jedi höchstens vom Kodex sein, aber darüber hinaus von nichts, dass seine Wahrnehmung oder seine Entscheidungen einschränken, verfälschen oder sonstig beeinflussen könnte.
  • "Besitz ist verboten": Mit dem Besitz ist das so eine Sache. Meistens geht damit eine gewisse Abhängigkeit einher, mindestens aber Verlustangst. Besitz muss dabei nichts materielles bedeuten, sondern kann sich auch bspw. auf Macht oder Einfluss (wir erinnern uns an Palpatine mit "Letztlich fürchtete er nur noch eins: seine Macht zu verlieren") oder sogar auf andere Personen beziehen, wobei keine Sklaverei gemeint ist, sondern eine Partnerschaft, in der ein Partner einen übermäßigen Besitzanspruch auf den anderen anmeldet.
  • "Mitgefühl [...] ist das Wesentlichste im Leben eines Jedi.": Irgendwie geht es ja schon immer darum, die Galaxis und alle ihre kleinen und großen Bewohner vor der drohenden Dunkelheit zu bewahren und ihnen Gutes zu tun. Insofern, Mitgefühl, ja, ist zumindest etwas Wesentliches im Leben des Jedi. Ob nun das Wesentlichste sei mal jedem selbst überlassen.

Soweit diese drei Punkte. Nun macht Anakin es sich ja aber relativ leicht, indem er Mitgefühl mit "bedingungsloser Liebe" gleichsetzt. Und da liegt bei ihm meines Erachtens der Fehler. Liebe und Mitgefühl sind zwei Dinge, die sich vielleicht ähneln, aber es ist nicht das gleiche und erstrecht nicht das selbe. Auch hier muss das jeder natürlich für sich selbst entscheiden. Meiner Meinung nach kann man es aber eben nicht gleichsetzen, was bedeutet, dass Anakins Schlussfolgerung auch nicht unbedingt richtig ist. Jedi werden zur Nächstenliebe ermutigt, ich denke, das kann man sagen. Und in Nächstenliebe steckt auch die Liebe. Aber ermutigt werden die Jedi nicht zu der Art von Liebe, die sich in einer emotionalen Partnerschaft äußert, wie Anakin und Padmé sie eingehen, da von diesen Partnerschaften viel zu oft die bereits angesprochenen Größen Abhängigkeit und Besitz ausgehen.

Nun könnte man natürlich ankommen und fragen, wo liegt denn dann der große Unterschied zu "normalen" Freundschaften? Sind das nicht auch solche Partnerschaften? Gute Frage. Möglicherweise ja. Aber ich persönlich glaube, die Liebe steht da nochmal auf einer anderen Stufe, sie sorgt wesentlich mehr dafür, dass der Kopf aussetzt , zumindest bei manchen Leuten (Siehe Anakin: "Der verlangst von mir, vernünftig zu sein, aber das ist etwas, das ich nicht sein kann!"). Und bei eben diesen Leuten verstößt eine Liebesbeziehung gegen den Kodex und die übrigen Regeln des Ordens. Und da man im Vorhinein nicht immer weiß, wie die einzelnen Jedi auf solches Liebesbeziehungen reagieren, verbietet man es am besten mal per se für alle, damit niemand in Versuchung der Dunklen Seite geführt wird.

Übrigens: Liebesbeziehungen zwischen Jedi oder zwischen Jedi und Außenstehenden waren zwar verboten, aber sie sind trotzdem oft genug vorgekommen. Anakin war da bei weitem keine Ausnahme. Qui-Gon hatte eine Beziehung zu einer anderen Jedi und sogar der liebe Obi-Wan "Vorzeige-Jedi" Kenobi hatte eine Freundin.

"Wir werden ermutigt, zu lieben." (Anakin) - den Jedi des Alten Ordens war es nicht verboten, zu lieben. Nur feste Bindungen sollten, wenn möglich, vermieden werden. Das klingt komisch, ist aber so.

Den Satz sollte man nicht unbedingt gänzlich aus dem Zusammenhang reißen, auch wenn er den Nagel relativ gut trifft.. Anakin tut da seine persönliche, in diesem Moment leicht scherzhaft gemeinte Interpretation der doch recht strikten Regeln kund.

0

Was möchtest Du wissen?