Ist es in Südtirol mehr wie in Italien oder wie in Österreich?

5 Antworten

Sprachlich gesehen ist es so, dass in Südtirol derzeit rund 70 Prozent der Bevölkerung Deutsch als Muttersprache haben, 26 Prozent Italienisch und vier Prozent Ladinisch. Die Italiener, die in der Zeit des faschistischen Regimes und der postfaschistischen Nachkriegsregierungen in Südtirol angesiedelt wurden, konzentrieren sich auf die Städte Bozen und Leifers (je etwa 75 Prozent Italiener), Meran (50 Prozent) und Brixen (25 Prozent). In den Landgemeinden beträgt der Anteil der Italiener 0-10 Prozent. Tirol hat ursprünglich zum Stammesherzogtum Bayern gehört, hat sich langsam davon gelöst und ist 1282 endgültig selbstständig geworden, wobei unter dem damaligen Tirol vor allem das heutige Südtirol zu verstehen ist. Hauptstadt war Meran. Osttirol sowie die Nordtiroler Bezirke Kufstein, Kitzbühel und Rattenberg sind erst um 1500 zu Tirol gekommen. Da die gefürsteten Grafen von Tirol ausgestorben sind, ist das Land 1363 mit Einverständnis des Landtages an die Habsburger und damit an Österreich gefallen. Zu Österreich hat Südtirol von 1363 bis 1919 gehört, und diese lange Tradition spürt man natürlich. Die 100 Jahre bei Italien haben manche oberflächliche Spuren hinterlassen, den Charakter das Landes aber nicht wesentlich verändert.

Woher ich das weiß:Recherche

Kulutel österreichisch, sprachlich österreichisch und historisch österreichisch, aber mittlerweile sind die leute so glücklich mit der autonomie in südtieol dass heute meiner meinung nach südtirol auch die deutschen für italien stimmen würden

Die Landschaft ähnelt Österreich (bis auf den Weinbau im Unterland), alle Kirchen und Bauernhäuser und die meisten sonstigen Wohnhäuser sind nordalpin-österreichisch, ebenso die ganzen Sitten und Traditionen (Schützenvereine, Kirchweih, Törggelen, Herz-Jesu-Feuer, Krampus, Fasching, St. Martin, Nikolaus, Geißelschnellen, Trachten usw.). In vielen Tälern ist von Italien oder Italienern außer den zweisprachigen Ortstafeln nahezu nichts zu spüren, man kommt sich wie in Nordtirol vor.

Die großen Tageszeitungen sind deutschsprachig.

In Bozen wirkt die Altstadt österreichisch, aber die Bevölkerungsmehrheit ist inzwischen italienisch und im öffentlichen Leben spürt man das.

" aber die Bevölkerungsmehrheit ist inzwischen italienisch"

wahrscheinlich rein vom Pass her, aber wie verhält es sich mit der gesprochenen Sprache?

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@budiwaswas

Vom Pass her sind ja alle Südtiroler Italiener.

Südtirolweit sind 62 % deutschsprachig, 23 % italienischsprachig.

In Bozen sind die ethnischen Italiener in der Mehrheit, ungefähr 75 %.

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ich weis ein bisschen spät aber die bevölkerungsmehrheit ist deutsch in südtirol

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Österreich

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – In Apulien geboren und seit 2010 wieder in Italien.

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