Ist es in Ordnung ein Tier leben zu lassen, das einen schweren genetischen Defekt hat?

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4 Antworten

Das kommt drauf an, wie das Tier damit klar kommt bzw. wie deutlich die Einschränkung ist.

Dass das Tier so instabil steht, kann auch daran liegen, dass es noch sehr jung ist - im Video sieht man die noch nicht abgefallene Nabelschnur ja sehr gut. Auch, wenn das Geschwisterchen wesentlich stabiler auf den Beinen steht, kann das noch kommen.

Die Frage ist, in wie weit das Gehirn des Tieren betroffen ist. Und ob es auf lange Sicht Sinn macht, so ein Tier am Leben zu lassen - immerhin wird es sich nie selbstständig ernähren können, weil es keine Zähne hat.

Für mich ist bei solchen Entscheidungen immer wichtig, ob das Tier Schmerzen hat, ob es sich eigenständig fortbewegen kann (wobei Hunderollis o.Ä. das Argument ein bisschen wacklig machen), ob es sich eigenständig ernähren kann und ob es sich generell wohl fühlt.

Bei dem Tier hier wäre ich ziemlich unentschlossen, um ehrlich zu sein. Es scheint keine akuten Schmerzen zu haben, es ist zwar recht unsicher auf den Beinchen, das kann sich aber noch ändern, im Moment kann es sich ernähren, weil es keine Zähne braucht und generell macht es einene ganz aufgeweckten Eindruck. Das Problem, das ich hätte, wäre, dass nicht absehbar ist, wie die Gehirnentwicklungs genau aussieht und dass sich das Tier später nicht mehr eigenständig wird ernähren können.

Letztendlich ist es wohl eher eine Entscheidung, ob ich es jetzt oder später einschläfern würde. Vorrausgesetzt, das Tierchen überrascht einen nicht völlig und kann mit Hilfe auch als erwachsenes Tier halbwegs selbstständig leben.

Viele Leute halten es für süss Tiere extra krank zu züchten, wie Frz. Bulldoggen oder Möpse und nehmen Erbkrankheiten in Kauf um bestimmte Farben und Formen in der Zucht zu erreichen.

Meiner Meinung nach ist es besser, ein Tier, was nicht seine normalen Lebensfunktionen ausüben kann einzuschläfern oder zu schlachten: Ein Lauftier Pferd, das nicht mehr schmerzfrei gehen kann, oder einen Hund, bei dem sein Leben lang Enzyme ersetzt werden müssen, weil die Verdauung nicht funktioniert, oder der solche Verhaltensstörungen hat, dass er nicht mehr zu halten ist. Wenn das gemacht wird, ist es für den Menschen, der sich nicht trennen kann, oder sein "reines Gewissen" behalten möchte, dass er keine Tiere tötet. Dem tier tut er damit keinen Gefallen.

Rheobatrachus 20.05.2017, 12:33

Hm... Generell würd ich dir zustimmen.

Ich seh jetzt aber ncht das problem, einem Hund sein Leben lang Medikamente oder Enzyme verabreichen zu müssen, solang das keine oder überschaubare Nebenwirkungen hat.

Der Hund von bekannten hat einen Herzfehler, ist mit Medikamenten gut eingestellt und praktisch nicht eingeschränkt - außer, es ist im Sommer richtig heiß.

Würdest du so ein Tier eher einschläfern, als ihm weiter seine Medikamente zu geben?

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Quaeror 20.05.2017, 15:43
@Rheobatrachus

Viele Tiere haben die Herzfehler angezüchtet (Maine Coon Katzen, Riesenhunde), das ist für mich schon ein Grund da zu selektieren. Wenn ich einen jungen Hund mit Herzfehler bekäme, würde ich ihn einschläfern. Der Hund weiß nie, dass er nur seine Medikamente nehmen muss, um wieder fit zu sein, der leidet nur. Ein älterer Hund, der Digitalis bekommt, ist nicht das Problem, aber Tiere, bei denen von Anfang an klar ist, dass sie nie gesund sein werden, egal ob wetter- oder belastungsabhängig, muss man einfach nicht halten und die kosten am besten den Züchtern zurückgeben.

Ich glaube auch, ich würde keinem Tier über Jahre für viele hundert Euro Medikamente geben, die sich viele Menschen nicht leisten können, da ist in unserer Gesellschaft die Verhältnismäßigkeit verrutscht.

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Natürlich ist es in Ordnung! Woher kommt bloss die blödsinnige Idee, dass man ein Tier töten müsse, nur weil es Schmerzen hat?

Wenn ich Schmerzen habe, will ich trotzdem weiterleben. Warum sollte das bei einem anderen Tier anders sein?

Wenn du dein Mitleiden nicht ertragen kannst, entferne dich von dem Tier. Das ist kein Grund, es umzubringen.


JackySmith 30.05.2017, 15:57

Es gibt Menschen,  die mit starken Schmerzen nicht weiterleben wollen. Wäre es nicht möglich,  dass Tiere ähnlich empfinden könnten?

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Machtnix53 02.06.2017, 23:48
@JackySmith

Reicht die einfache Möglichkeit, dass es nicht weiterleben will, als Grund aus, einem anderen Wesen das Leben zu nehmen?

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Dxmklvw 26.06.2017, 14:25
@Machtnix53

Man kann die Sache logisch erfassen, und vielleicht kommt man so oder auch anders zu einem logischen Schluß. Nur wirklich helfen kann das wohl nicht.

Das Problem sehe ich vor allem im Gewissensdilemma. Da gibt es zwei verschiedene durchaus positive Regungen, die sich aber sogar in der Weise gegenseitig ausschließen, daß es egal ist, wie man sich gewissensmäßig entscheidet. Aus der Sicht der anderen Gewissensregung ist es immer "böse".

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Dxmklvw 02.06.2017, 23:37

"Wenn ich Schmerzen habe, will ich trotzdem weiterleben. Warum sollte das bei einem anderen Tier anders sein?"

Mal ein wenige Kopfschmerzen, vielleicht sogar mal einen Bandscheibenvorfall, da läßt sich manches machen.

Doch es gibt auch Schmerzen, bei denen man schon nach einer Stunde auf ganz andere Gedanken kommt .... und wenn dann vielleicht ohne Aussicht auf ein absehbares Ende des Zustands als Ausweg nur noch ein künstliches Koma übrig bleibt ... ???

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Du spekulierst.
Bist konfrontiert mit einem behinderten Tier und hast sofort den Gedanken, dass es besser tot wäre.

Der Bericht stammt aus Indien.
Im Christlichen Glauben haben Tiere keine Seele.
In Indien/Hinduismus schon.


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