Ist es in Deutschland gut religös zu sein, um bessere Berufschancen, mehr Anerkennung usw zu bekommen?

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18 Antworten

Ich kann dir zwar keine verlässliche Antwort geben, da ich weder Deutsche bin noch in Deutschland lebe und das System für mich daher sehr undurchsichtig ist.

Aber angesichts der vielen Antworten, die hier suggerieren, Religion spiele ausser in kirchlichen Berufen keine Rolle, möchte ich dir doch einige Hinweise geben, die auf das Gegenteil schliessen lassen.

Kirchliche Berufe sind solche, die direkt mit der Verbreitung oder Ausübung des Glaubens verbunden sind. Also Priester, Nonnen, Mönche, meintwegen Religionslehrer.

Aber Arzt, Chirurg, Krankenschwester, Lehrer, Putzfrau sind keine kirchlichen Berufe. Trotzdem müssen sie, wenn ich richtig verstanden habe, nach den Regeln der jeweiligen Kirche leben, wenn die Trägerschaft öffentlicher Einrichtungen vom Staat in die Hände eben dieser Kirche übergeben wurde. 

Öffentliche Einrichtungen müssen aber öffentliche Aufgaben erledigen, die grundsätzlich jedem zur Verfügung stehen. Der Staat müsste also dafür sorgen, dass diese - egal ob unter kirchlicher, privater oder staatlicher Trägerschaft - ihre Aufgaben unabhängig von der Religonsgehörigkeit ihres Personals oder ihrer Nutzer erfüllen.  Kirchliche Einrichtungen können von Interessierten zusätzlich gegründet werden, solange der grundsätzliche Bedarf von neutralen Einrichtungen gedeckt ist.

Auch um einen Platz in Schule oder Kindergarten zu bekommen, spielt Religionzugehörigkeit offenbar eine Rollle. Erst kürzlich schrieb hier ein Nutzer auf GF, er sei Protestant, aber formell zum Katholizismus übergetreten, da dies die Bedingung war, einen Kindergartenplatz für sein Kind zu bekommen.

Und an alle die hier schreien, solche Leute "erschleichen" sich Vorteile: nein!!! Sie nehmen nur ihre Grundrechte in Anspruch! Schließlich garantiert das GG, dass niemand wegen seiner Religion diskriminiert werden darf. Aber der Staat hält sich nicht daran, sondern zwingt seine Bürger zur Heuchelei, um in den Genuss der ihnen zustehenden Rechte zu kommen.

Wie gesagt, das sind nur Pisten, es basiert auf dem, was ich aufgrund diverser Artikel und zugänglicher Informationen verstanden haben. Es liegt nun an den "Kennern", meine Ausführungen zu widerlegen oder zu bestätigen und weiterzuführen.

Zicke52 03.09.2016, 12:10

Danke, viviander!

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Deine Konfession ist für die meisten Berufe ohne jeden Belang. Ausnahmen wären Einrichtungen, die einen kirchlichen Träger haben.

Es gibt also in der Regel absolut keinen Grund, bei einer Bewerbung deine Religionszugehörigkeit gegenüber dem Arbeitgeber explizit zu nennen.

In einigen Fällen gibt es jedoch die Aufforderung, schriftlich zu bestätigen, dass man kein Mitglied der Scientology ist.

Religion wird in der modernen Gesellschaft als Privatsache angesehen und hat nichts mit irgendeiner Form von Anerkennung oder Chancenoptimierung zu tun.

Im Gegenteil werden Menschen, die ständig ihren Glauben in den Mittelpunkt stellen, eher belächelt, oder sogar abgelehnt.

Im Fall muslimischer Gläubiger werden Forderungen nach Sonderbehandlung, etwa durch Bereitstellung von Gebetsräumen, teilweise nicht gerne gesehen.

Außerdem halte ich es für fragwürdig, sich nur zu einer Religion zu bekennen, weil man sich Vorteile davon verspricht. Das ist für mich ziemlich scheinheilig.

Im normalen Berufsleben spielt die Religion bzw. der Glauben normalerweise keine Rolle. Üblicherweise wird auch nur wegen der Kirchensteuer nach einer Konfession gefragt.

Ausnahmen gibts bei Sekten oder ähnlichem, wie z.B. Scientology.

Lediglich in sozialen Berufen wie Altenpflege, Krankenpflege oder Kinderbetreuung kann es eine Rolle spielen, da solche Einrichtungen oft in kirchlicher Hand liegen.

HansH41 17.08.2016, 13:58

"da solche Einrichtungen oft in kirchlicher Hand liegen."

Und nur da und nicht bei staatlichen Einrichtungen darf nach der Konfession gefragt werden.

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Das ist für nichtkirchliche Berufe egal. In einem Bewerbungsschreiben wird die Religionszugehörigkeit üblicherweise gar nicht erwähnt.

Im übrigen ist es falsch gefragt. Man übt eine Religion ja nicht aus, um irgendwelche Vorteile zu erschleichen. Das wäre nämlich total verlogen!

Das kommt darauf an. Wenn der Chef ein Atheist ist und Du eine atheistische Bemerkung machst, hast du sicherliche bessere Chancen auf die Beförderung.

Umgekehrt: Wenn der Chef Christ ist und Du von Jesus schwärmst, könnte dir das Punkte bringen.

Dagegen ist kein Kraut gewachsen. So sind wir Menschen einfach :-)

Nein.

Es gibt natürlich Ausnahmen, im Allgemeinen wird man eher belächelt, wenn man sein Leben am lebendigen Gott orientiert. 

@ viviander79

Verstehe deine Frage jetzt zwar nicht, was das mit dem Beruf zu tun hat.

Was bringt es dir, wenn du sehr religiös bist und du hast ein Leben, das genau das Gegenteil von dem ist, was du religiös glaubst?

Dann wird dir das wohl kaum förderlich sein.

Was für eine Religion jemand hat, ist immer noch eine persönliche Angelegenheit, solange man privates nicht mit geschäftlichem vermischt.

um bessere Berufschancen, mehr Anerkennung 

Wenn das die Gründe für die Religiosität sind, sollten jeweilige Personen es lieber gleich wieder sein lassen. Die haben nämlich nicht verstanden, worum es beim Glauben geht.

Nein.

In keiner Bewerbung gibt man die Konfessionszugehörigkeit an. Es darf auch nicht danach gefragt werden.

(Ausnahmen sind die kirchlichen Arbeitgeber)

Und wenn man sich durch die Kleidung zu einer Religion bekennt, dann hat man sich bereits disqualifiziert.

Wenn du bei einer Kirche eine Anstellung anstrebst, solltest du nicht nur, sondern musst deren Religion angehören.
Für andere Anstellungen ist das völlig unbedeutend.

LG Lazarius.

Den meisten Arbeitgebern ist deine oder eine Religionszugehörigkeit egal.

Und das ist auch gut so. Staat, Beruf und Religion sind strikt zu trennen.

Ausnahme du arbeitest bei kirchlichen Trägern.


Beruf: kommt drauf an,wo und was Du arbeitest. Bei einem kirchlichen oder sozialen Träger zählt das schon.

Ansonsten.. nein, eher nicht mehr.

vielleicht wenn du in kirchlichen einrichtungen arbeiten willst aber sonst ist das egal

Religiöse Menschen werden eher abgelehnt.

danhof 17.08.2016, 19:58

Gibt es belastbare Daten dazu, oder ist das nur eine persönliche Einschätzung?

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Kars036 17.08.2016, 20:30

Persönlich

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Laß es. Wenn das dein Motiv ist, religiös zu sein, ist es eine Provokation, die unser Schöpfer ganz einfach nicht verdient hat. Falsche, heuchlerische Religionen haben ohnehin keine Zukunft. Offenbarung, Kapitel 18

Ne nicht wirklich. Wir entfernen uns zum glück von Religion. Aber warum es gut ist erkläre ich dir erst mal nicht da ich sonst ein Buch mit 500+ Seiten schreiben müsste.

Kann es sein, daß du "religiös" mit SCHEINHEILIG verwechselst ?

Zicke52 17.08.2016, 14:19

@,lupoklick: Könnte es sein, dass du das GG nicht verstanden hast? Dort steht nämlich ausdrücklich, dass NIEMAND wegen seiner Religion benachteiligt werden darf!

Wenn der Staat also jemanden zur Heuchelei zwingt, um Gleichbehandlung zu erlangen, verstößt er gegen seine eigenen Grundsätze und müsste vor dem Verfassungsgericht angeklagt werden.

Bis es soweit ist, ist Heuchelei ein völlig legitimes Mittel, in den Genuss seiner Rechte zu kommen.

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lupoklick 17.08.2016, 14:39
@Zicke52

Ich habe das GG sehr wohl verstanden, sogar begriffen --- 

und Scheinheilige samt Heuchler/innen   

mag ich nicht !!!  

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Zicke52 17.08.2016, 15:21
@lupoklick

@lupoklick:

"Ich habe das GG sehr wohl verstanden"

OK, dann tust du also nur so, als hättest du es nicht verstanden.

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Das ist egal solange es nicht ausufert

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