Ist es in Deutschland erlaubt Polizisten im Dienst zu Filmen?

6 Antworten

Hallo sideloder,

prinzipiell kann jeder Mensch erst einmal fotografieren und filmen, was er möchte (Vgl. §22 KunstUrhG). Ausnahmen: Er gefährdet dadurch sich und/oder andere - beispielsweise Abbremsen auf der Autobahn, um einen Verkehrsunfall zu fotografieren/filmen oder Betreten eines abgesperrten Gefahrenbereiches oder aber er verletzt durch das Fotografieren selbst andere Gesetze wie z.B. unbefugtes Betreten von Privatgrund, Schutz der Privatsphäre, Schutz der Menschenwürde (§1 Abs. 1 Grundgesetz) usw.

Allerdings darf man nicht alles, was man gefilmt/fotografiert hat, auch veröffentlichen. Und das Veröffentlichen fängt streng genommen in dem Moment an, wo man etwas z.B. per WhatsApp weiterleitet.

Für Polizisten gilt, wie auch für jeden anderen Menschen, zunächst einmal das "Recht am eigenen Bild". D.h., dass der Abgebildete selbst darüber entscheiden kann, wann, wo und wie sein Bild gezeigt wird. Er muss bei einer Veröffentlichung sein Einverständnis geben.

Allerdings gibt es vom "Recht am eigenen Bild" nach §23 KunstUrhG auch ein paar Ausnahmen. Die wichtigsten:

  • Bildnisse aus dem Bereich der Zeitgeschichte
  • Bilder, auf denen Personen nur als Beiwerk neben der Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen
  • Bilder von Versammlungen, Aufzügen oder ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben

Unter Bildnisse aus dem Bereich der Zeitgeschichte fallen beispielsweise Aufnahmen von leitenden Polizeibeamten oder eben auch von Polizisten, die an einem zeitgeschichtlichen Ereignis teilgenommen haben (bspw. die Verhaftung eines Verbrechers oder der Einsatz bei einem schweren Verkehrsunfall). Wobei das Ereignis nicht immer von nationaler oder internationaler Wichtigkeit sein muss, sondern durchaus auch nur lokal bedeutend sein kann.
Allerdings ist es in vielen Alltagssituationen relativ schwierig zu beurteilen, wann jemand denn nun eine Person der Zeitgeschichte ist oder auch nicht...

Beiwerk ist eine Person grob gesagt immer dann, wenn sich die Bildaussage auch ohne diese Person nicht verändern würde. Wenn man also einen vollen Strand an einem heißen Sommertag fotografiert, dann ist der Einzelne darauf "unwichtig" und lediglich Beiwerk. Zoomt man aber auf bestimmte Personen (z.B. das Kind mit dem Eis in der Hand), dann sind diese natürlich kein Beiwerk mehr.

Ebenso wenig ist es möglich, jeden Einzelnen auf einer Versammlung, Demonstrationen o.ä. um Fotoerlaubnis zu fragen. Auf solchen, öffentlichen Veranstaltungen muss man damit rechnen, fotografiert zu werden - auch als Polizist. Auch hier geht es aber um die Dokumentation des Ereignisses und nicht um das Portraitieren eines einzelnen (Polizisten).

Nein. Er hat, wie jeder Bürger auch, ein Recht am eigenen Bild.

Ausnahme: Er begeht eine Straftat, z.B. er verprügelt ohne Grund einen Demonstranten. Aber bevor man den gefilmt hat, ist man selbst krankenhausreif geschlagen worden.

Das stimmt so leider nur zum Teil.
In Abhängigkeit der Situation gibt es nämlich Ausnahmen, z.B. Bildnisse der Zeitgeschichte, Beiwerk, Aufzüge/Versammlungen usw.

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Wenn er nur "Beiwerk" ist, ja. Zum Beispiel bei einem Einsatz den man als Reporter filmt oder aber diese ganzen Blaulichtfilmer, die Einsatzfahrten filmen. Da sind sie Personen nur Nebensache, das Hauptaugenmerk liegt auf dem Einsatzgeachehen, dem Fahrzeug usw.

Mit Genehmigung geht das. Es gibt etliche Dokus im Fernsehen, wo man Polizisten sieht.

nein. Es ist im allgemeinen verboten, Menschen ohne ihre Zustimmung zu filmen (recht am eigenen Bild)

natürlich nehmen wir mal an, dass du für das Filmen keine Erlaubnis hast. Mit Erlaubnis darfst du eigentlich jeden Filmen, egal welcher Berufsgattung er angehört.

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Das stimmt so leider nur zum Teil.

In Abhängigkeit der Situation gibt es nämlich Ausnahmen, z.B. Bildnisse der Zeitgeschichte, Beiwerk, Aufzüge/Versammlungen usw.

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