Ist es im Buddhismus verboten an einen Gott zu glauben, auch wenn man an keine andere Relligion glaubt? Wie wird man Buddhist? Gibt's da eine heilige Schrift?

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15 Antworten

Ich bin Buddhist der Soto-Zen-Tradition und helfe dir gerne weiter.

Ist es im Buddhismus verboten an einen Gott zu glauben

Im Buddhismus gibt es keine "Verbote", also auch kein Verbot an einen Gott zu glauben. Allerdings widerspricht der Glaube an einen Gott den Grundlehren des Buddhismus. Es wäre also nicht logisch.

Der Buddha lehrte beispielsweise das alles der Vergänglichkeit unterworfen und nichts Unveränderlich ist. Für Buddhisten ist das eine wesentliche Lehre, durch die andere Lehren gestützt werden.

Wenn man jetzt an einen ewigen, allmächtigen Gott glaubt, dann weist man damit grundlegende Aussagen des Buddha zurück und entwirft vermutlich ein Gedankengerüst, dass mit dem Buddhismus nicht mehr viel zu tun hat.

Ein römisch-katholischer Christ der beschließt, die Göttlichkeit von Jesus als Teil der Trinität zu verneinen, hätte beispielsweise ebenfalls ein Problem.

Wie wird man Buddhist

Buddhist ist, wer sich zum Buddha, seiner Lehre und der Gemeinschaft der Buddhisten bekennt. Somit könnte sich jeder, der gelobt, den buddhistischen Grundsätzen zu folgen, "Buddhist" nennen.

Traditionellerweise gibt es dafür jedoch die Zeremonie der "Zufluchtnahme", die von einem Lehrer im Rahmen einer Gemeinschaft durchgeführt wird. Die meisten Lehrer machen das aber nicht "von der Straße weg".

Bei uns im Soto-Zen schult man sich traditionellerweise etwa zwei Jahre unter der Aufsicht des Lehrers, bevor die Zufluchtnahme absolviert wird. Dann erhält man einen Dharma-Namen und selbst genähten Stofflatz (Rakusu).

Andere buddhistische Traditionslinien haben da andere Herangehensweisen die ich nicht aus eigener Erfahrung beschreiben, oder erklären kann. Da verweise ich an Buddhisten anderer Traditionen.

Gibt es da auch eine heilige Schrift

Der Pali-Kanon gilt zwar als grundlegende Schrift, allerdings haben alle Traditionen ihre eigenen Schriften, die sie als wesentlich ansehen.

So haben beispielsweise die Schriften des Gründers einer solchen Tradition oft nur innerhalb dieser Gruppe eine herausragende Bedeutung.

Es ist grundsätzlich sinnvoll, sich mit den Grundlagen des Buddhismus zu befassen - die anderen Schriften sind dann je nach Sekte relevant.

ist es ok das ich an Gott glaube?

Wie gesagt, ein Verbot gibt es nicht, allerdings hast du dann sehr wahrscheinlich ein Kompatibilitätsproblem mit grundlegenden buddhistischen Lehren. 

Wie hier schon gesagt wurde, sind solche "übernatürlichen Weisen" aus buddhistischer Sicht lediglich ein Produkt deines eigenen Geistes.

Buddhist wird man nicht einfach aus Lust und Laune. Es muss schon eine Überzeugung dahinter stehen.

Überzeugt sein kann man aber nur, wenn man etwas schon lange und gut kennt. Und wenn man sich damit auseinandergesetzt hat, Fragen gestellt hat, verschiedene Meinungen von Gläubigen und Außenstehenden sich angehört und miteinander verglichen hat.

Du glaubst an Gott. Wie soll dir das jemand verbieten? Und weil du glaubst, sprichst du wahrscheinlich auf mit Gott und suchst Orte, wo du in Stille sein kannst. In deiner anderen Frage ging es ja darum, ob du dich in einer Kirche aufhalten darfst.

Der Buddhismus versteht sich größtenteils nicht als Religion, sondern als Philosphie, also ohne Gott. Buddha gilt dabei als Vorbild, an dem man sich orientieren kann. Es gibt aber wohl auch eine Minderheit von Buddhisten, die ihre Philosophie und Gottesglaube miteinander verbinden.

An Schriften gibt es im Buddhismus zum Beispiel etwas über den achtfachen Pfad. Da sind Übungen drin, lebenspraktisch und Meditation, wie man zu einem glücklicheren Leben gelangen kann.

Hallo 1000Raetsel,

tolle Frage! Selbstverständlich darfst Du Buddhist sein und an einen Gott glauben.

Du kannst übrigens auch einfach im Sinne der buddhistischen Lehre (Dharma) leben, ohne Dich einer buddhistischen Gemeinschaft (Sangha) anzuschließen. Es gibt dazu keine 'heilige' Schrift, auch keine 10 Gebote oder Buße oder Beichten etc.

https://www.buddhismus-deutschland.de/buddhismus/

DEN Buddhismus gibt es meiner Meinung auch gar nicht, sondern es gibt unterschiedliche buddhistische Richtungen, die sich je nach Land entwickelten und teils diverse Unterschiede aufweisen. Man bezeichnet sie auch als Wege.

https://www.buddhismus-deutschland.de/schulen/

Ausdrücklich warnen möchte ich Dich jedoch vor dem Diamantweg und gebe Dir dazu mal diesen Link:

http://www.br.de/themen/religion/diamantweg-buddhisten-sommertreffen-immenstadt-100.html

Gut aufgehoben mit Deinem Anliegen bist Du z. B. hier:

https://www.buddhismus-deutschland.de/

Wenn Du noch weitere Fragen hast - ich helfe gerne :)

Alles Liebe und Gute für Dich

Buddhishi

So sehe ich das auch.

Buddha hat weder gesagt, dass es Gott gibt noch dass es ihn nicht gibt. Mit gutem Grund. Man kann seine Existenz weder beweisen noch widerlegen.

Buddha hat sein Leben der Frage gewidmet, wie Leiden entsteht und wie man Leiden auflösen kann.

Meditation ist sehr hilfreich, das kann man in verschiedenen buddhistischen Gruppen lernen und üben.

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