Ist es illegal wenn ich einige Szenen aus einem Buch dessen Autor 1983 starb, in meinem Buch übernehme (nicht kopieren, aber vom Inhalt her ähnlich wiedergebe)?

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2 Antworten

Was du im zweiten Absatz schreibst, macht für dein Vorhaben keinen Unterschied. Vom Autor geschreiben ist vom Autor geschrieben, Fakt oder Fiktion. Auch das Erscheinungsdatum spielt keine Rolle, denn gemeinfrei sind Bücher erst 70 Jahre nach dem Tod des Autors.

Abschreiben und nur Namen und Orte ändern, darfst du  nicht, das verstößt gegen das Urheberrecht. Wenn dir aber die "Idee hinter dem Text" gefällt, darfst du sie aufgreifen und in eigenen Worten umsetzen. z.B. spielt "The Mashine Stopps" von E.M. Forster, gestorben 1970, in einer unterirdischen Welt. Man darf deshalb trotzdem jederzeit eine Story schreiben, die in einer unterirdischen Welt spielt. 

Man würde seine Story auch nicht kopieren wollen, denn zu seiner Zeit waren Dampfschiffe und Luftschiffe die modernsten Transportmittel. Sein "Televisor" war zwar so etwas wie Internet mit Bildübertragung und Skype, aber die Sprachwahl war 1909 ganz anders, als heutzutage. Das würde niemand mehr lesen wollen.

Auch wenn man es gar nicht will, nicht einmal weiß, wird man auch Sätze verwenden, die andere Autoren schon genau so geschrieben hatten. Wenn aber ein ganzer Absatz, und sogar ein Kapitel offensichtlich nahezu identisch sind, dann wird durchaus zu Recht ein Plagiat vermutet.

Was würdest dun davon halten, wenn jemand von dir geschriebenes einfach klaut? Wenn du dein Buch veröffentlichen willst, solltest du das besser lassen. Die Strafe wäre kaum zu bezahlen.

Rechne mal aus: Roman, 300 Seiten, widerrechtliche Auflage von 2.500
Stück gedruckt, Ladenpreis 12 Euro.  Entgangene Netto-EInnahmen für
Buchhandel, Verlag und Autor rund 11,20 das Stück. Das geht dann in die
Tausende. Derjenige muss nämlich 2.500 mal 11,2 Euronen blechen, ob er
selbst was eingenommen hatte, oder nicht, ist dabei egal. Selbst bei einem eBook kommt einiges zusammen.

Das war nur der Schadensersatz, dazu kommt noch die Strafe, die der Richter dafür festsetzt. Das Urheberrecht ist ein von der Justiz sehr
gut geschütztes Individualrecht. Da ist kaum ein Richter zimperlich.
Plagiatoren bekommen hierzulande richtig was auf die Finger. Und sind
danach vorbestraft und können sogar in den Knast kommen.

Obendrein muss derjenige auch noch alles was er hergestellt hat und jegliche Aufzeichnungen zum  Werk vernichten. Lass mal 2.500 Bücher zur Müllverbrennung transportieren, allein das kostet reichlich! Diese Vernichtung bzw. komplette Löschung eines eBooks aus dem Internet muss auch noch von autorisierter Stelle mit Gutachten dokumentiert und bestätigt werden, das kostet auch noch einmal eine Stange Geld.  

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Naja, eine inhaltliche Nacherzählung, oder eine Variation davon, ist kein Verstoß gegen das Urheberrecht und damit erstmal zulässig.

Wenn es sich um größere Passagen handelt, die Du nacherzählst, oder sogar Dein ganzes neues Werk zentral darauf aufbaut, dann wäre der Fairneß halber ein Hinweis auf die Quellenangabe im Vor- oder Nachwort Deines neuen Werkes empfehlenswert.

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Kommentar von paulklaus
20.10.2016, 20:18

Die Erläuterung des/r Fragenden ist zu ungenau, um darauf präzise antworten zu können.

Genauso vage ist deine Antwort.

Beim Urheber-Recht würde ich (!!) übertriebene Vorsicht und Sorgfalt walten lassen...

pk

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