Ist es herzlos, sich von seiner Mutter fern zu halten?

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8 Antworten

Versuch, einen Kompromis zu finden. Du kannst ihr ja sagen, dass ihre Traurigkeit auf dich "ansteckend" wirkt. Also solltet ihr Dinge zusammen machen, wo ihr nicht allzu viel reden müsst. Geht mal zusammen in Theater oder zur Kosmetikerin (wenn du weiblich bist), macht einen Wellness-Nachmittag oder einen langen Spaziergang. Wenn sie sich "drücken" will und lieber jammernd zu Hause sitzen möchte, sag ihr ruhig, dass sie dann auf deine Anwesenheit verzichten muss. Wenn du dich nämlich allzu weit entfernst, wirst du spätestens nach ihrem Tod, von Gewissensbissen geplagt werden und das Geheule "Ach, hätt ich doch...!" will dann auch keiner hören.

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Gibt es für dich nur die Möglichkeit, enger Kontakt oder kein Kontakt? Ich halte so eine Einstellung nicht für richtig. Du distanzierst dich räumlich wo du dich emotional mehr abgrenzen müsstest. Die Probleme deiner Mutter sind nicht deine Probleme und dennoch kann man daran Anteil nehmen. Ich finde es nicht herzlos oder undankbar aber traurig die eigene Mutter so hängen zu lassen. Selbst wenn man einmal in der Woche an einem festgelegten Tag für eine Stunde oder zwei vorbei schaut und sich kümmert bricht dir kein Zacken aus der Krone.

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Nein – ist es nicht. Insbesondere dann nicht, wenn es dich überfordert und runterzieht – wie du es an dir beobachtest. Es ist weder herzlos noch undankbar !

Um jemanden zu helfen, der offensichtlich erhebliche psychische Probleme hat oder sogar  psychisch erkrankt ist, muss man stark und stabil genug sein. Wichtig für dich ist zu lernen, wie du dich effektiv abgrenzen kannst und ihr Problem nicht zu deinem machst. Und zu erkennen, welche Hilfe du leisten kannst und welche nicht.

Du nennst nachvollziehbare Gründe für die Veränderung deiner Mutter. Schwere Krankheiten, persönliche Rückschläge und Trennungen müssen natürlich erstmal verkraftet und verarbeitet werden. Das ist nicht einfach.

Um nicht in der Negativität hängen zu bleiben, sollte deine Mutter dringend psychologische oder psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen.

Zunächst ist es wichtig, dass sie erkennt, dass sie Hilfe braucht. Dann könnte sie mit ihrem Hausarzt darüber sprechen und der könnte sie zu einem geeigneten Therapeuten überweisen.

Vllt. könnten ihr auch Medikamente helfen, die vorübergehend oder bei Bedarf auch länger gegeben werden, um ihre Psyche positiv zu beeinflussen.

Um aus ihrem Tief wieder herauszukommen, sind vor allem auch Gespräche über ihre negative Befindlichkeit, ihre Traurigkeit u.a. hilfreich.

Da gibt es spezielle Gesprächsgruppen oder auch kompetente Mitarbeiter bei der Telefonseelsorge (0800 – 1110111/oder am Ende 222), die darüber informieren können und mit denen sie – aber auch du – telefonisch Kontakt aufnehmen kannst.

Da kannst du z.B. auch besprechen, wie du deiner Mutter am besten helfen kannst, ohne dich zu überfordern.

Alles Gute !

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Wenn Du wirklich gerne für Deine Mutter da sein möchtest, dann sei für sie da! Einer Mutter tut es auch nicht gut, für ihr krankes und leidendes Kind da zu sein - und sie ist da. Immer!

Andererseits ist Dein Selbstschutz auch ein wichtiges Thema. Womöglich bemerkst Du, dass Du nicht sonderlich stabil bist. Womöglich gibt es hier aber auch ein paar systemische Prozesse, von denen wir hier - und vielleicht auch Du - keine Ahnung haben.

Mein Rat an Dich: Suche DU einen Psychotherapeuten auf und besprich mit ihm das Thema. Du kannst den Therapeuten dazu nutzen, Dich immer wieder "in die Spur" zu bringen, so dass Du für Deine Mutter da sein kannst, ohne selbst Schaden zu nehmen.

Alles Gute für Euch beide!

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Kommentar von Mucker
05.01.2016, 08:19

" Wenn Du wirklich gerne für Deine Mutter da sein möchtest, dann sei für sie da! Einer Mutter tut es auch nicht gut, für ihr krankes und
leidendes Kind da zu sein - und sie ist da. Immer! "

Wäre schön, wenn das denn so wäre - ist es aber nicht ! Die Realität sieht häufig anders aus.

Der Selbstschutz hat hier eindeutig Vorrang ! Dass sie zur Zeit nicht stabil genug und damit überfordert ist - geht deutlich aus ihrer Schilderung hervor. Sie muss sich erstmal selbst stabilisieren und braucht dabei Hilfe.

Von daher spricht deine Empfwehlung " Wenn Du wirklich gerne für Deine Mutter da sein möchtest, dann sei für sie da! " nicht gerade für einen Psychologen mit ausreichender Erfahrung, sondern eher für einen Studenten, der sich noch in der Entwicklung befindet.

Lies meine Antwort, da steht deutlich, wie man so was angeht.


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Kommentar von Erdbeerkuechlin
05.01.2016, 12:38

danke für diesen rat.

leicht umsetzbar und fürsorglich für beide seiten.

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Also nimm es bitte nicht Negativ aus. Ich sag dir meine Meinung. Eine Mutter bleibt eine Mutter ob 18 oder 38 oder 50. Ich finde was du machst ist einfach egoistisch genau jetzt solltest du zu deine Mutter stehen. Ihr das Gefühl geben nicht alleine zu sein. Sie war auch für dich immer da. Sie hat dich aufgezogen. Mir würde das mein Herz brechen wen ich meine Mutter in so einem Zustand sehen würde, und könnte nicht mal schlafen. Und du fragst noch ob du zu deiner Mutter gehen sollst ?. Ich finde das einfach nicht mehr Menschlich so leid es mir auch tut. Wie würdest du dich fühlen wen du einen Kind hast und du trennst dich von deiner Frau, und deine kinder wollen nichts mehr von dir Wissen ?. Und du musst mit deine Problemen alleine klar kommen. Wirt mal Menschlich und melde dich bei ihr, geh Sie so oft Besuchen wie du nur kannst. Grüsse dich

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Ich würde nicht sagen, dass du deshalb herzlos bist, eher versuchst du dich selbst zu schützen. Ich kann dich verstehen, denke aber trotzdem, dass wenn euer Verhältnis gut ist, du dich trotzdem bemühen solltest etwas mit ihr zu unternehmen, regelmäßig. Vielleicht wäre auch ein offenes Gespräch zwischen euch angebracht. Sag ihr, dass du sie liebst. Dass du sie gern hast, aber dass ihre Stimmung ansteckend wirkt und dich das betrübt. Dass du nicht weißt wie du damit umgehen sollst. Du könntest ihr abieten, sie zu unterstützen, wenn sie sich Hilfe suchen möchte (nichts aufzwingen!).

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es ist absolut nicht herzlos. es gilt hier einen weg zu finden, mit dem du auf dich und deine gesundheit achtest, und der gleichzeitig deiner mutter hilft.

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Dann sag ihr doch einfach, was dich stört.

Oder hgast du Angst, dass sie dich dann nicht mehr liebt?

Ich lese in deinem Beitrag ein gehöriges Maß an Abhängigkeit von der Person. Vielleicht solltest du das mal bearbeiten.

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