Ist es großartig, dass man einen Dr. Titel hat?

17 Antworten

Ein Doktortitel ist einerseits für manche Arbeitsstellen eine Grundvoraussetzung, andererseits ist es eine Auszeichnung bzw. eine Bescheinigung, dass du in der Lage bist, wissenschaftliche Problemstellungen eigenständig zu lösen. So ist es zumindest theoretisch gedacht.

Es kann dir also schon Vorteile bringen, wenn du den Titel trägst, aber pauschal sagen, dass es "großartig" ist, würde ich nun auch nicht. Ein Arbeitgeber kann genauso vor deinem Titel zurückschrecken und dich als "überqualifiziert" bezeichnen (ein Begriff, von dem ich persönlich nichts halte). Tatsächlich fokussiert man sich in der Zeit der Promotion häufig sehr intensiv mit einem möglicherweise sehr speziellen Thema und somit sagt dein Titel eher etwas darüber aus, dass du in der Lage bist/warst, dieses komplexe Thema nach allen Regeln der Wissenschaft anzugehen.

Unterm Strich würde ich also sagen: ein Doktor ist nicht per se gescheiter als einer, der keinen Doktor hat. Aber er musste eben einmal beweisen, dass er wissenschaftlich fundiert arbeiten kann und das kann für einige Positionen in der Bewerbung durchaus von Vorteil sein.

Für die Berufswelt, vor allem in der Forschung bringt es natürlich viele Vorteile und mehr Aufstiegschancen in der Karriere. Allerdings heißt es nicht, dass die Menschen, die einen Doktortitel haben, außerhalb ihres Fachgebiets die besseren Menschen sind. 

Wenn jemand eine Promotion anstrebt, weil er Interesse an wissenschaftlichen Arbeiten hat, Karriere machen möchte, dann empfiehlt es sich. Aber wenn jemand es nur wegen des Titels machen will und dann mit dem Titel hausieren geht, halte ich nichts davon. 

Meine Schwester z. B. war sehr engagiert, ehrgeizig, interessiert und war bereits mit 28 promoviert. Ihr hat es sehr viele berufliche Vorteile verschafft, menschlich ist sie aber noch dieselbe geblieben, weder ist sie arroganter geworden noch hat sie irgendjemand dem Titel auf die Nase gebunden. Mir kommt es eher so vor, als wenn ich stolzer auf ihre Leistung bin als sie, ich habe es leider nicht mal ansatzweise so weit gebracht und freue mich, dass sie dann das, was ich nie geschafft habe, erreicht hat. 

Kommt schon mal sehr darauf an, WAS für einen Doktortitel man hat.

Doktor der Philosophie bringt eher weniger, Doktor der Medizin schon eher.

Menschlich gesehen ist es zwiespältig: Einige blicken zu Dir auf, andere unterstellen Dir automatisch Arroganz oder glauben, Du seist allwissend.

Aber ein Doktor ist auch nur ein Mensch, der lediglich in einem kleinen Fachgebiet überdurchschnittliche Kenntnisse hat.

Trotzdem kann er möglicherweise alleine weder einen Nagel in die Wand schlagen, noch ein Formular korrekt ausfüllen...

Und auch ein Doktor kann das sprichwörtliche A*schloch sein...

Doktor der Philosophie bringt eher weniger, Doktor der Medizin schon eher.

Sehe ich anders. Ein Doktor in Geisteswissenschaften befähigt dich oft dazu, Lehre machen zu dürfen oder generell im wissenschaftlichen Umfeld Projekte zu übernehmen (quasi die Erweiterung des Masters, während der Bachelor theoretisch berufsqualifizierend sein sollte). Bei Philosophie konkret weiß ich es zwar nicht, aber ich könnte mir vorstellen, dass für viele Forschungsbereiche der Philosophie ein Doktor Grundvoraussetzung ist. In der Medizin gibt es andererseits immer mehr Ärzte, die auch ohne Doktortitel praktizieren und damit nicht schlechter gestellt sind.

Ansonsten gebe ich dir Recht.

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@offeltoffel

Dein Einwand ist berechtigt. Ich hatte gerade dieses Beispiel gewählt, weil ich im beruflichen Umfeld jede Menge Doktoren (verschiedene) habe, nur keinen Dr. phil., was aber nichts heissen muss.

Kann sein, dass es in anderen Arbeitsumfeldern genau anders herum ist.

Steichen wir einfach meinen von Dir zitierten Satz gedanklich raus. :)

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@Wapiti201264

Oder wir fügen stattdessen einen streichungswürdigen Kommentar von mir hinzu: den Doktor für Medizin bekommst du wesentlich leichter, als den der Philosophie. Behaupten böse Zungen...

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