Ist es Glück oder unGlück früh zu sterben?

12 Antworten

Aus meiner Sicht: Weder noch. Das ist aber kompliziert zu erklären, ohne ganze Weltbilder umzuwerfen.

Stell dir ein Gruppe von Freunden vor, die auf den Abenteuerspielplatz geht, um Pirat zu spielen. Die Freunde besprechen, dass sie einen Schatz finden wollen, es aber auf dem Weg dorthin aber einen Sturm gibt und der einzige Pirat, der weiß wo der Schatz ist, über Bord geht, woraufhin es zu Zank und Meuterei kommt. Ein Szenario eben, um bestimmte Erfahrungen zu machen. Sie fangen an zu spielen, vertiefen sich immer mehr darin, werden quasi zu Piraten und vergessen die Außenwelt. Es gibt nur noch das Spiel. Und dann geht planmäßig der Auserwählte über Bord...

Für die Spieler, die tief in ihrem Spiel stecken, ist er tot und weg und aus dem Spiel. Für das Spiel aller war es aber notwendig, denn sonst hätten sie nie erlebt, was es bedeutet, eine wichtige Person zu verlieren oder an einer Meuterei teilzunehmen. Der frühe Ausstieg der Einzelperson war für die Person selbst zwar nicht vorteilhaft, weil sie dadurch viele Erfahrungen nicht machen konnte. Aber für die ganze Gruppe war das Ausscheiden ein Katalysator für die geplanten Erfahrungen, eine Dienstleistung für die Gruppe.

Vielleicht hatte der Spieler "Meuterei" aber auch schon mal gespielt und hatte gar keine Lust mehr darauf und legte daher von vorneherein fest, dass er zu einem bestimmten Zeitpunkt aussteigt. Dann hat er genau die Erfahrungen mitgenommen, die ihm noch fehlten und sein Ausscheiden war für beide Seiten von Vorteil.

Es gibt aber eine Ausnahme: Dann nämlich, wenn der Spieler im Spiel so überlastet wird, dass er keine Lust mehr hat und das Spiel abbricht. Mit anderen Worten, sein Leben selbst beendet. Das könnte man noch am ehesten als Unglück bezeichnen, denn dann konnte er seine geplanten Erfahrungen nicht machen und wird wiederkommen - vielleicht mit einem anderen Plan, bei dem er weniger belastet wird.

Ich hoffe, es war so verständlich, dass du es auf das Leben übertragen kannst. Es ist natürlich nur meine Sicht der Dinge... ;)

kommt wohl darauf an, wie das leben des betreffenden so ist. wenn er die ganze zeit nur am kämpfen ist, keine realistische hoffnung und perspektive für seine zukunft sieht um je glücklich zu werden, dann kann ich schon nachvollziehen, wenn so jemand es als glück empfindet früh zu sterben und das möglicherweise sogar absichtlich herbeiführt (suizid begeht).

wenn aber jemand sich aus all dem schlamassel herausgekämpft hat und nun hoffnungsvoll in eine glückliche zukunft blicken kann, dann wird derjenige wohl kaum sterben wollen.

Kann man nicht sagen. Ich habe noch nie von jemandem gehört, der auf dem Totenbett gesagt hat: "Wenn ich gewusst hätte, wie schön sterben ist, hätte ich es schon viel früher gemacht."

Auf dem Totenbett ist ja wohl noch zu früh, Schuhu. Er müsste aus den Toten zurückkehren und dann was sagen.

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