Ist es gesünder, kein Fleisch zu essen oder selten?

23 Antworten

Ökologisch korrekt für die Ernährungsweise des Menschen ist die Bezeichnung "Omnivor mit Präferenz auf pflanzliche Nahrungsquellen". Aus diesem Grund ist eine rein pflanzliche Ernährungsweise für uns nicht die gesündeste, im Gegenteil. Sie kann sich bei Nichtbeachtung einer ausreichenden Nährstoffzufuhr, in der u.a. Vitamin B12 supplementiert werden MUSS, zu einer gefährlichen Mangelernährung auswachsen, die nachweislich Menschen häufig krank gemacht und insbesondere Kinder sogar getötet hat.

Herbivoren (Pflanzenfresser) werden durch folgende anatomische Körpermerkmale gekennzeichnet:

  • Verhältnismäßig großer Magen
  • Langer Dickdarm (Kolon)
  • Kurzer Dünndarm
  • Schwache Magensäure
  • Breite Mahlzähne mit dickem Schmelz

Bei Fleischfressern (Carnivoren) ist es im Prinzip genau umgekehrt. Der Mensch bewegt sich genau zwischen diesen beiden Extremen.

Mit Blick auf unsere unmittelbare Verwandtschaft haben Menschen einen verhältnismäßig sehr viel längeren Dünndarm und einen kleineren Magen, Blinddarm und Kolon als beispielsweise der Gorilla, der sich tatsächlich überwiegend herbivor ernährt, aber auch als die omnivor lebenden Schimpansen und Orang-Utans. Dies resultiert aus der Tatsache, dass Proteine (die besonders in tierischen Nahrungsquellen vorkommen) vor allem im Dünndarm aufgenommen werden, Kohlenhydrate (aus pflanzlichen Nahrungsquellen) jedoch vor allem im Dickdarm.

Pflanzen sind im Magen schwieriger zu verdauen als Fleisch, weshalb Pflanzenfresser einen verhältnismäßig größeren Magen besitzen als Fleischfresser und Omnivoren. Auch die Zusammensetzung unserer Darmbakterien weist uns gegenüber unseren sehr viel pflanzenreicher fressenden Verwandten als Omnivor aus:

https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/was-darmbakterien-ueber-die-evolution-verraten-a-1104384.html

Je fleischlastiger die Nahrung, umso stärker ist auch die Magensäure, um Krankheitserreger im rohen Fleisch abzutöten und tierisches Gewebe aufzulösen. Der PH-Wert unserer Magensäure liegt zwischen 1,5 und 2; der der anderen Menschenaffen deutlich höher.

https://www.talcid.de/magensaeure/

Somit verfügen wir innerhalb unserer Familie (Menschenaffen) über das zu einer Verwertung auch von tierischen Nahrungsquellen am besten geeignete Verdauungssystem!

https://www.originalhealth.net/1345

Beim Menschen tendiert unsere Nahrungspräferenz jedoch trotzdem stark in die Richtung pflanzlicher Nahrungsquellen, sprich: Den Hauptteil unserer Nahrung machen Pflanzen aus. Insebesondere stärkehaltige Pflanzen, wie Wurzelknollen, Zwiebeln, Hülsenfrüchte und insbesondere Getreidesamen sind unsere präferierten Nahrungsquellen. Trotzdem brauchen wir hin und wieder tierische Lebensmittel, sonst werden wir krank!

Ernährungswissenschaftliche Studien bestätigen diese anatomischen und entwicklungsgeschichtlichen Tatsachen. Der größten und repräsentativsten Studie (Adventist Health Studies) zufolge leben die gesundesten und langlebigsten Menschen in Loma Linda, CA in der großen Gemeinschaft der Siebenten-Tages-Adventisten. Dort kommen vor allem pflanzliche Nahrungsmittel auf den Tisch, die gelegentlich mit Eiern, Milchprodukten und Fisch ergänzt werden. Auf den Rängen hinter der Loma-Linda-Community liegen vor allem Inselbewohner, u.a. die Okinawa-Japaner, die eine ähnliche Ernährungsweise (viele pflanzliche Nahrungsquellen, Reis, gelegentlich Fisch) an den Tag legen.

https://hcfricke.com/2017/07/05/pescetarier-noch-besser-als-rein-pflanzlich/

Studien zu Menschen, die sich rein (!) pflanzlich (vegan) ernähren, fallen weit weniger positiv aus. Veganer sind sie wie keine andere Bevölkerungsgruppe von Mangelerkrankungen bedroht; insbesondere Vitamin B12, Vitamin D, Eisen, Jod und einige essentielle Aminosäuren können durch eine rein pflanzliche Ernährungsweise weit schwieriger gedeckt werden als durch eine gemischtköstliche. Sogar die Bundesregierung warnt auf Ratschlag der Ernährungsexperten der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) ausdrücklich vor den Risiken einer rein pflanzlichen Ernährung:

https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/vegane-ernaehrung-kann-risiken-haben-417018

Und das ist auch absolut nichts, was uns überraschen sollte: Die meisten Primaten sind Omnivoren, die sich zwar überwiegend von Früchten, Blättern und Samen ernähren, aber auch Insekten und Aas nicht verschmähen. Auch Orang-Utans wurden schon beim Fischfang, beim Auflesen von Insekten und beim Aasverzehr beobachtet. Schimpansen gehen sogar gelegentlich auf die Jagd:

https://www.youtube.com/watch?v=5ezZNOWMLMo

Da also auch für unsere nächsten noch lebenden Verwandten heute noch tierische Eiweiße willkommene Nahrungsquellen sind, muss dies auch für ihren letzten gemeinsamen Vorfahren gelten. Die waren also niemals reine Pflanzenfresser!

Fazit: Menschen und auch ihre Vorfahren können seit Jahrmillionen Fleisch essen. Wir brauchen tierische Nahrungsquellen (oder entsprechende Supplemente) zumindest gelegentlich, sonst laufen wir Gefahr, an Nährstoffmangeln zu erkranken. Menschen decken den Hauptbestandteil ihrer Nahrung zwar durch pflanzliche Nahrung, insbesondere durch komplexe Mehrfachzucker (Stärke). Es gab jedoch niemals reine Herbivoren in unserem Stammbaum. Deshalb sind und bleiben wir aus ökologischer Sicht OMNIVOREN.

Bekommen Veganer dann auch häufiger Osteoporose ? Eine Bekannte , lebt seit Jahrzehnten vegan. Sie leidet an Osteoporose , hat Wirbelbrüche!

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@flora2323

ja, z.b. in der EPIC-Studie hatten Veganer ein 30 % höheres Risiko für Knochenbrüche.

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@flora2323

Wie wickedsick05 schrieb, ist dieser Zusammenhang wissenschaftlich nachgewiesen. Veganer haben im Vergleich zu anderen Bevölkerungsgruppen oft eine sehr geringe Knochendichte (aufgrund des Calcium-Mangels), sodass Osteoporose und auch andere damit einhergehende Krankheitsbilder eine Folge dieser Ernährung sein können.

Die EPIC-Studie habe ich dir hier auch nochmal verlinkt:

https://www.dkfz.de/de/epidemiologie-krebserkrankungen/arbeitsgr/ernaerepi/EPIC_P05_Ergebnisse.html

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@MarkusPK

"Veganer haben im Vergleich zu anderen Bevölkerungsgruppen oft eine sehr geringe Knochendichte (aufgrund des Calcium-Mangels)"

Erneute unsachliche Behauptung, die Calciumversorgung bei Veganer ist kein Problem, das Calcium wird nicht durch Tiere hergestellt, sondern Pflanzen, zu behaupten Veganer würden an Ca-Mangel leiden ist eine Ketzerei.

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@flora2323

der u. a. Link ist fehl am Platz, über das Calcium wird kein Wort geschrieben, es geht nur um was sollte man essen um eine bessere Gesundheit zu haben, hier ein Auszug:

"Bezüglich einzelner Nahrungsfaktoren weisen die Ergebnisse der EPIC-Studie beispielsweise auf eine Risikosenkung von Darmkrebs durch Ballaststoffe in Lebensmitteln sowie Fisch hin. Auch das Magenkrebsrisiko könnte möglicherweise speziell durch Ballaststoffe in Getreideprodukten gesenkt werden. Des Weiteren scheinen rotes und verarbeitetes Fleisch das Risiko für Darmkrebs und Magenkrebs zu erhöhen. Außerdem sollte vermieden werden, Fleisch und Fisch sehr heiß in der Pfanne zu braten bzw. über offenem Feuer zu grillen, da die dabei entstehenden Verbindungen möglicherweise krebsfördernd sind. Obst und Gemüse scheinen speziell das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen zu verringern."

Das war ein Beispiel wie es hier versucht wird falsche Behauptungen als Fakten darzustellen.

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@eppursimuove

Nein, das ist nur ein Beispiel, dass du nicht richtig lesen kannst. Ich habe die EPIC-Studie verlinkt, weil wickedsick05 davon schrieb und es flora2323 bestimmt interessieren könnte, sich die Quelle selbst durchzulesen.

Zu der verringerten Knochendichte kann ich gerne noch einen weiteren Link anfügen:

https://www.sprechzimmer.ch/News/Gesundheit_allgemein/Veganer_Schlechte_Knochendichte_tiefes_Osteoporoserisiko.html

In dieser Studie wurde allerdings erstaunlicherweise auch festgestellt, dass trotz der geringeren Knochendichte offenbar kaum Osteoporose-Erkrankungen auftraten. Hier muss ich also tatsächlich zurückrudern, das habe ich - gebe ich zu - wirklich eben erst gelesen und vorher nicht gewusst.

Aber nochmal zu dir:

Dass ALLE Veganer an Calciummangel leiden würden, habe ich nie behauptet. Ich schrieb, dass sie "oft eine verringerte Knochendichte im Vergleich zu anderen Bevölkerungsgruppen aufgrund des Calciummangels" aufweisen. Da drehst du mir wieder die Worte im Mund um. Du radikalierst und verschärfst absichtlich meine Aussage, um sie hinterher zu "widerlegen" - sowas ist unsaubere und eine zutiefst garstige Form Gesprächsführung!

An Leuten, die sie verwenden, erkennt man übrigens auch, wer zuverlässige Aussagen macht. Und auch einen radikalen Dogmatiker, denn nur der würde wenn es um Ernährungsfragen geht das Wort "Ketzerei" in den Mund nehmen. Albern!

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Spring nicht auf diesen veganen hype auf.

Du hast einen geringen und damit gesunden Fleischkonsum.

Fleisch stellt mit die Nahrungssicherheit her die wir brauchen um zu Forschen, weiterentwickeln...etc ...

Es liegt in der Natur des Menschen genug Nahrung zu haben. Sichtbar in unserer Zeit an den runs auf Supermärkte bei einem verlängerten Wochenende.

Wie siet denn ständige Regionale Versorgung im Winter aus ohne Importe ?

Oder wie siet selbiges aus bei Missernten eines Grundnahrungsmittels ?

Gesundheit schädigen ist auch so ein Thema.

Wenn dich nicht das 5g Netz umbringt dann tun es die Abgase. (Ich finde es immer wieder lustig wie alle einen auf Klimaschutz tun aber solche rottäfelichen kampfgelsenmopeds immernoch fahren dürfen)

Und wenn dich die Smogwolke nicht umbringt dann die Raucher. Weil du rauchst passiv mit und stirbst sofort.

Und wenn dich nicht die Raucher umbringen dann ein Unfall. Zack bam. Weg bist.

Und wenn dich Major Unfall nicht umbringt dann tut es die Hitze. Die immer größer werdende Anzahl an Hitzetoten lassen grüssen.

Oder die Kälte macht dich platt.

Oder das Gen macht dich einfach so fertig. Gibt genug junge leute die an Herzinfarkt sterben oder an sonstigen ...schwächen.

Blablabla es gibt soviele arten zu sterben

Aber Hauptsache man isst vegan.

Vegan ist nicht mal Symptombekämpfung sondern absolute "Aufgabe".

Quasi sich selbst auf einfachste Art zu rechtfertigen und von aller Sünde reinzuwaschen.

Pontius Pilatus 2.0

Nur Veganer glauben das sich die Gesellschaft grundlegend ändert und das in 1 oder 2 Generationen.

Vegan ist genauso eine Sackgasse und keine "Endlösung"...nicht für das Klima und generell nicht.

Veganismus ist nicht breit, nicht fertig gedacht und nicht massentauglich.

Ps:

Sag nicht "Hühnchen" sondern HUHN.

Die derzeit in Deutschland konsumierte Menge an Fleisch ist viel zu hoch, der durchschnittliche Verbrauch liegt bei etwa 60kg/Jahr. Empfohlen wird von der DGE die Hälfte davon.

https://www.bund.net/service/presse/pressemitteilungen/detail/news/weniger-fleischkonsum-ist-besser-fuer-gesundheit-und-umwelt/

Es ist also auf jeden Fall besser für die Gesundheit und die Umwelt, seinen Fleischkonsum den Empfehlungen anzupassen, bzw. ganz darauf zu verzichten.

Statistisch gesehen ist wesentlich weniger Fleisch sicherlich besser für die Menschen und die Umwelt.

Gar kein Fleisch ist sicherlich nicht so schlimm wie sehr viel Fleisch. Aber faktisch müssen ja irgendwo die Energie und die Nährstoffe herkommen. Wir werden halt immer mehr Menschen. Und viele Weideflächen sind auch nicht als Ackerfläche geeignet, weshalb nur ein Anteil als Ackerfläche substituiert werden kann.

Mein Schätzung ist, dass das Optimum unter Berücksichtigung bekannter Faktoren irgendwo zwischen 5% und 15% Fleischanteil in der menschlichen Ernährung liegt.

Wenn der Anteil an tierischen Nahrungsmitteln in der Ernährung ca 20 % überschreitet, lässt sich ein erhöhtes Risiko für Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes Typ 2 beobachten, das mit der Menge steigt. Besonders stark ist der Effekt bei verarbeitetem, rotem und fettigem Fleisch. Für die Gesundheit würde es reichen, die Menge unter 20 % zu halten, und diese besonders ungesunden Fleischarten zu meiden.

Da aber viel mehr Fleisch produziert wird als ökologisch nachhaltig möglich ist, und kein Tier gerne eingesperrt, ausgebeutet und getötet wird, würde es zum Wohl der Tiere, der Umwelt und dem Klima schon Sinn machen, ganz auf Tierprodukte zu verzichten.

Sehr gut geschrieben

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