Ist es gerecht, dass Reiche so hohe Prozente an Steuern zahlen?

Das Ergebnis basiert auf 31 Abstimmungen

Ja 61%
Nein 19%
Andere Meinung 19%
Keine Meinung 0%

19 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Andere Meinung

Prinzipiell kann man es so sehen, daß es ungerecht ist, daß Reiche einen höheren Steuersatz haben.

Andererseits:

Jemandem, der ein Einkommen von 1000 € hat, tut es sicher mehr weh, wenn ich ihm 100 € wegnehme, als jemandem mit 10 000 €, dem man 1500 € wegnimmt, denn letzterer mag sich zwar subjektiv ärgern, aber objektiv bleiben ihm immer noch 8500 €.

Und was heißt "Sie arbeiten hart für jeden Cent"?
Von Arbeit wird man nicht reich.

Reiche leben von passiven Einkommen. Sie müssen möglicherweise hart (und vor allem schlau) arbeiten, und gehen Risiken ein, um sich diese zu schaffen und zu erhalten, doch genaugenommen arbeiten ihre Investments, Firmen und Angestellten für sie. Doch um da hinzukommen ist erst mal ein ordentlicher Kapitalstock nötig.

Ein Armer, der sein gesamtes Einkommen für seinen Lebensunterhalt benötigt, hat kaum Chancen, passives Einkommen zu erlangen.

Zudem gibt es zig Wege für Reiche, Steuern zu sparen. Steuern werden im Prinzip erst fällig, wenn Gewinne abgeschöpft werden, und wenn Reiche hierbei einen angemessenen Anteil mehr abdrücken als Arme, dann ist das ein Akt der Solidarität.
Wieviel angemessen ist, darüber darf man gerne streiten.

Objektiv hat er aber eben auch mehr Prozente gezahlt.

Und wie du selbst beschrieben hast, benötigt es harte Arbeit, um sich das passive Einkommen aufzubauen.

Das Risiko bleibt, die Verantwortung bleibt, es gibt keine Sicherheiten.

Und Solidarität ist ein Prinzip, was meiner Meinung nach absoluter Quatsch ist. Wenn ich mein Geld lieber nach Afrika spenden will, als es dem deutschen Staat zu geben, dann will ich es eben nach Afrika spenden. Solidarität für was denn?

Du kriegst in Deutschland nichts geschenkt.

Und auch ein Armer kann sich passives Einkommen aufbauen. Jeder Reiche hat klein angefangen.

Trotzdem Danke für die ausführliche Antwort!

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@DerOneironaut

Ja, richtig, der Investor/Unternehmer hat das Risiko des Verlustes seines Einsatzes, der Arbeiter "nur" das, seinen Arbeitsplatz zu verlieren. Andererseits schöpft der Unternehmer den Gewinn, den er aus der Arbeit des Arbeiters zieht ab. Also ist es im Grunde auch wieder gerecht.

"Solidarität" klingt zwar sozialromantisch, so ist es aber nicht von mir gemeint.

Die Aufgabe des Staates ist (eigentlich ausschließlich), das zu regeln und die Leistungen bereitzustellen, bei denen ein freier Markt versagen würde, z. B. Grundversorgung wie Straßenbau, Wasserversorgung, Bildung, Recht/Justiz, Gesundheit, Soziales, Sicherheit.
Hierzu braucht er Geld. Und von den "Erzeugnissen" des Staates profitieren auch die Reichen, wahrscheinlich sogar mehr als die Armen, denn gut ausgebildete, gesunde und verlässliche Angestellte, ein funktionierendes Versorgungsnetz, eine verläßliche Rechtssprechung, ein sicheres Umfeld, sozialer Frieden etc. sind auch ein Standortvorteil, um Geschäfte zu machen und zu produzieren. Und "Arme" mit einem gewissen Grundeinkommen sind auch eine große Schar von Kunden und Mietern.

Ergo ist es auch angemessen, wenn Reiche anteilmäßig mehr zu diesem Gemeinwesen beitragen als Arme. Und um nach Afrika zu spenden bleibt den Reichen sicher trotzdem noch genug. :-)

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Ja

Ich finde es an sich ok, dass geringere Einkommen entlastet werden mit geringeren Steuersätzen oder anders rum betrachtet höhere stärker versteuert.

Ich persönlich finde nur, dass dieses "höher" zu schnell ansteigt und nicht ordentlich an die Inflationsrate der letzten Jahrzehnte angepasst wurde. Die knapp 60.000€ zu versteuerndes Einkommen sind nun auch nicht so extrem hoch, dass da meines Erachtens der Spitzensteuersatz von 42% (+ Sozialabgaben) gerechtfertigt wäre. Zumal er dann ja bis zur Reichen Steuer mit 45% bei ca 270.000€ gleich bleibt. Da wäre ein flacher Anstieg über alle Einkommen bis zu den 45% bei den 270.000€ fairer und würde viele entlasten.

Ebenso verstehe ich nicht, warum kinderlose Ehen bevorzugt werden, in dem man gemeinsam veranlagt werden kann. Förderung für Familien mit Kindern: Gerne, aber warum für welche ohne? Gerade bei sehr verschiedenen Einkommen kann das nämlich ein Vorteil für sie und Nachteil für nicht verheiratete sein.

Ja

Fändest du es gerecht, wenn die Menschen, die wenig verdienen, davon mehr Steuern zahlen müßten, so dass sie noch weniger haben?

Spenden kann Jeder, das stimmt. Nur macht es erstens nicht Jeder, und zweitens sind Spenden keine Steuern, die dem Staat und damit Allen zugute kommen.

Ich würde mein Geld zumindest keinen irrationalen Politikern überlassen.

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@DerOneironaut

Deine Frage war nicht, ob es sinnvoll oder 'gerecht' ist, überhaupt Steuern zahlen zu müssen.

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@ronnyarmin

Richtig, du schreibst nur das Spenden allen zu Gute kommen würden.

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@DerOneironaut

Nein, genau das habe ich nicht geschrieben. Spenden kommen nur dem Zweck zugute, für den sie gespendet wurden. Steuern spenden kann man nicht.

Ausserdem sind Spenden freiwillig. Längst nicht Jeder, der spenden könnte. macht das.

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Ist es gerecht

Wenn du dir die Mühe machst nach einer objektiven und allgemein als zutreffend anerkannten Definition des Begriffes "gerecht" zu suchen wirst du leider feststellen müssen, dass es diese nicht gibt.

Daher wirst du dich mit dem Gedanken anfreunden müssen, dass es auf deine Frage unzählige Antworten gibt, die sich voneinander komplett unterscheiden aber trotzdem aus der Sicht der Antwortenden vollkommen richtig sind.

Richtig, deswegen stelle ich die Frage hier und nicht Google.

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Andere Meinung

Man kann es nicht so pauschal sagen.

Prlnzipiell ist der Faktor Arbeit zu hoch besteuert und man sollte in einem gewissen Einkommensbereich auch das doppelte herausbekommen, wenn man doppelt so viel verdient.

Die Frage ist: wo liegt dieser Bereich?

Es gibt einige Spitzenverdiener, die so extrem viel mehr verdienen, als ein Normalsterblicher, dass sie ruhig zur Kasse gebeten werden sollen.

Denn mir kann keiner einreden, dass sojemand 1000× soviel arbeitet, wie ein "einfacher" arbeiter - da stimmt die Relation nicht mehr.

Danke für die Antwort, aber das sehe ich anders.

Ich finde nicht, dass jemand 1000x so viel arbeiten muss, sondern einfach nur 1000x so gut.

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@Grautvornix

Geistige Arbeit steht ja auch über körperlicher Arbeit.

Und jetzt stell dir vor, dass du zu den allerbesten geistigen Arbeitern gehörst.

Du erfindest zum Beispiel das Rad.

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@DerOneironaut

Ich hab sogar das Dreirad erfunden!

Kohleminenbesitzer in England sind unter anderem dadurch reich geworden, dass ihre Arbeiter so wenig verdient haben, dass ihre Kinder auch unter Tage mitarbeiten mussten, damit sie überhaupt über die Runden kamen. Ich rede hier von Kindern unter 10 Jahren.

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@DerOneironaut

Was nutzt es Dir (und der Menschheit), das Rad zu erfinden, wenn Du keinen Handwerker (Wagner) hast, der es Dir bauen kann? 😜

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@Grautvornix

Ich halte nichts von ehrenloser Arbeit.

Man sollte schon ehrlich reich werden.

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@DerOneironaut

Und wo nimmst Du ihn her? Wachsen die auf Bäumen? Bisher hat keiner ein Rad gebaut, Du hast es ja soeben erst erfunden. Ich will damit sagen, daß geistige Arbeit allein nichts nutzt. Es braucht auch begabte Leute, die die guten Ideen umsetzen, die Lösungen finden, wie diese technisch und handwerklich top verwirklicht werden können.

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