Ist es gefährlich nach Nordkorea zu reisen (Welche Risiken gibt es)?

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Das größte Risiko an einer Reise nach Nordkorea ist der Straßenverkehr in Beijing, denn dort beginnen die Reisen!

Ansonsten bist du als Teilnehmer einer Reisegruppe so etwas wie ein VIP. Man wird sich bemühen, dir das Beste zu zeigen, was es vor Ort zu sehen gibt und dich "gut" zu verpflegen. "Gut" bedeutet, dass man dich beeindrucken will, also viel Fleisch, große Portionen. Wenn du nicht jeden Tag 2 x Fleisch essen willst, sag, dass du vegetarisch essen möchtest, das ist auch sehr lecker. (Es gab Tofu, Seetangsuppe, etc. ... Seetangsuppe ist ein für Korea typisches Gericht.)

Und vor Diebstahl etc. musst du ausnahmsweise gar keine Angst haben. Das war beim Frühstücksbüffet im Hotel schon krass: Alle haben ihre Kameras, auch teure Spiegelreflex, einfach auf dem Tisch liegen lassen, als sie sich bedient haben. Sogar das Fernsehteam von der ARD hat seine teure Kameraausrüstung einfach in der Hotellobby abgestellt!

Eine Sache darfst du allerdings nicht tun, und das ist, dich offen respektlos gegenüber dem Land oder der Regierung verhalten. Wir haben z.B. das Kumsusan Memorial besucht, das Mausoleum, in dem Kim Il Sung und Kim Jong Il aufgebahrt sind. Es wurde uns schon vor der Reise vom Reiseveranstalter gesagt, dass wir an entsprechende Kleidung denken sollten. Anzug und Krawatte für Männer, ähnlich vernünftige Kleidung für Frauen. Die Reiseleiter haben uns noch einmal daran erinnert. Und haben uns gesagt, wie wir dastehen sollten (Arme nicht verschränken, sondern neben dem Körper hängen lassen) und so wir uns verbeugen sollten (am Fußende, auf beiden Seiten des Sarges, aber NICHT am Kopfende).

Wenn du dich jetzt dort daneben benehmen würdest, z.B. laut rufen, "Kim Il Sung ist der größte XXXXXX aller Zeiten", dann dürfte deine Reise im Gefängnis enden! So schätze ich die Situation zumindest ein.

Aber wenn du bergsteigen gehst, dann springst du ja auch nicht mal eben runter. Ich vergleiche eine Reise nach Nordkorea gerne mit einer Bergtour: Auf dem Weg bleiben und keinen Blödsinn machen! Dann ist es sehr interessant.

Man muss dort vorsichtiger sein als z.B. in der Türkei oder in China. Aber wenn man sich informiert und gemäß den Regeln benimmt, sollte das Risiko eigentlich gering sein. Aber erzähl das mal dem armen Otto Warmbier. :-(

Ich fände eine Reise nach Nordkorea durchaus in gewisser Hinsicht interessant. Aber ob man dort dann einen "echten" Eindruck bekommt? Mich würden aufgrund des Vorfalls mit Herrn Warmbier jedenfalls keine zehn Pferde dorthin bringen können. Zwar halte ich Nordkorea nicht für das Reich des Bösen, aber Vertrauen tue ich dem Land auch nicht.

Es ist völlig ungefährlich nach Nordkorea zu reisen. Man muß ja nicht so wie dieser blödsinnige Warmbier vorgehen und einfach was abhängen und mitgehen lassen, sowie ne Bibel mit sich führen. All das teilt einem die jeweilige Reisegesellschaft mit, was geht und was nicht und schon ist alles geritzt.

Es gibt da ein ganz anderes Problem, nämlich die viel zu hohen Reisekosten. Das allein würde mich von einer solchen Reise abhalten, kommt hinzu, dass ich keine Aufpasser um mich haben möchte. Das ist nämlich das Problem Nr. 2.

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Dein "Problem Nr. 2" kann man aber auch ganz anders sehen. Du wirst in Nordkorea zwangsläufig mit der Bevölkerung in Kontakt kommen! Das lässt sich überhaupt nicht vermeiden.

Sicher, es sind gut ausgebildete linientreue Parteimitglieder. Aber es sind auch freundliche und interessante Menschen - es werden schon die richtigen für diesen Job ausgewählt.

Von daher sehe ich das jetzt gar nicht als Nachteil.

Hohe Reisekosten stimmt. Obwohl ich wirklich sparsam war, habe ich es nicht für weniger als EUR 3.500 geschafft, für insgesamt 2 Wochen Urlaub, davon eine Woche in Nordkorea. ... Ich bin 3 Tage eher nach Beijing geflogen, weil ich nicht mit Jetlag in Nordkorea ankommen wollte. (Dafür ist die Reise zu teuer.) Abgesehen davon gibt es ein dieser Stadt ja auch einiges zu sehen.

Außerdem habe ich einen Zwischenstopp von 3 Tagen in Dubai eingelegt. Es wäre dumm, das nicht zu tun, wenn man es ohne Aufpreis dazu bekommen kann! Nur das Hotel muss man logischerweise bezahlen. Aber andere bezahlen auch für den Flug nach Dubai noch EUR 400,-.

Man kann die Reise noch etwas günstiger halten, wenn man in Dubai ins Ibis geht (ca. 20-30 Euro pro Nacht gespart - aber ich kann das Ibis nicht empfehlen), wenn man in Beijing ein günstigeres Hotel nimmt, wenn man in Nordkorea einen günstigeren Reiseveranstalter wählt. Oder wenn man auf den Zwischenstopp ganz verzichtet und direkt nach Beijing fliegt, kann man ja auch machen.

Aber einen Preis von weniger als EUR 2.000 halte ich für nicht wirklich realistisch.

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