Ist es für Ausländer Schwierig sich in Deutschland zu integrieren?

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22 Antworten

Integration fällt natürlich Menschen leichter, die schon immer auch in ihrer Heimat mit Ausländern zu tun hatten.

Ein Student aus einer Millionenstadt, der neben der eigenen Sprache schon Englisch kann, wird Deutsch vermutlich schneller lernen udn sich dem hiesigen Rechtssystem schneller einordnen, als einer, der in einem Bergdorf gewohnt hat udn nur Paschtun spricht.

Einer aus einer westlichen Kultur, z. B. aus Lateinamerika, hat es leichter, als einer einem muslimischen Land.

Sich zu integrieren, ist nie eine einfache Sache. Selbst wer einfach nur mal ein Erasmusjahr im Nachbarland gemacht hat, weiß, wie mühsam es sein kann, sich dem Gemüt einer anderen Nation anzupassen. Erst recht, wenn Sprache, also das Mittel zur Kommunikation, bereits ein Hindernis darstellt. Auch innerhalb einer Kultur bestehen schon große Unterschiede, die nicht so leicht zu bewältigen sind. Ich kenne Amerikaner, die sich in Deutschland nicht zurecht gefunden haben, und Franzosen, die es in den Niederlanden schwer hatten. 

Natürlich hat vieles mit dem eigenen Willen zu tun. Wem sein Umfeld grundsätzlich egal ist, der wird es vermutlich schwerer haben, sich zu integrieren und als Teil der ansässigen Bevölkerung anerkannt zu werden. Jedoch steht und fällt auch sehr viel mit den einheimischen Menschen, mit denen man zu tun hat. Menschen haben grundsätzlich eher wenig Geduld mit Fremden, die bereits Schwierigkeiten mit der Sprache haben. Es kostet eben Zeit, sich mit jemandem auseinanderzusetzen, der im Umgang eine Sonderbehandlung braucht. Obwohl die meisten Leute sich als offen und ausländerfreundlich bezeichnen würden, sind sie bei der Integration meist doch keine große Hilfe. Ein Ausländer kann sich unendlich bemühen und doch keinen Anschluss finden, wenn ihm keiner längere Zeit behilflich ist.

Deshalb ist es auf beiden Seiten angebracht, sich eine extra Portion Geduld und guten Willen anzueignen, wenn man möchte, dass Integration gut funktioniert. Das Ganze passiert nicht allein per Handbuch, sondern vor allem durch Erfahrungen. Integration muss gemeinsam gelebt werden. So ist es auch möglich, Ratschläge zu erteilen und anzunehmen. Manchmal denkt man gar nicht, wie viel man doch erklären und zeigen muss. Aber wenn die Menschen sich gut aufgehoben fühlen, sind die meisten vermutlich doch sehr willig und fähig, ihre eigene Kultur mit der neuen in Einklang zu bringen. 

Schwere Frage.

Ich glaube, allein die Sprache ist schwer zu erlernen. Wenn man typische Ausländerfehler macht bzw. sie sich nicht abgewöhnt, behält man sein Ausländerimage. Ich meine Sachen wie "die" als einzigen Artikel zu verwenden oder verstümmelten Satzbau. Da ist Deutsch viel schwieriger als beispielsweise Englisch.

Eine andere Frage ist nicht das sich selbst integrieren, sondern das integriert werden. Obwohl ich in D geboren bin, werde ich auf Grund meines Aussehens immer wieder nach meiner Herkunft gefragt. Auch wenn das nicht (immer) böse gemeint ist, es nervt fürchterlich. Ich reagiere dann leicht mal patzig. Oder auf Plattdeutsch.

Ich habe jetzt schon einige Ausländer kennen gelernt die sich versucht haben zu integrieren. Wenn der Wille da ist, schaffen sie es auch. Aber wenn sie nicht wollen, wird das nie was. Ein Beispiel ist zB ein bekannter von mir. Gebürtiger Inder und lebte und arbeitete jahrelang in Frankreich. Er ist jetzt knapp 2 Jahre hier und spricht mittlerweile sehr gut deutsch obwohl er vorher "nur" indisch, englisch und französisch konnte.

Ich denke eher nicht. Deutschland ist schon seit langem "Multi-Kulti" gewohnt und als sozialer Rechtsstaat gibt es auch bedingungslos die gleichen Rechte und Möglichkeit für alle.

Allerdings gehen diese Freiheiten manchmal soweit, dass sich bereits Ballungsräume, z. B. innerhalb von Großstädten gebildet haben, in denen Menschen einer bestimmten Herkunft fast nur noch unter sich sind, was eben nicht zur Integration führt, sondern zu Paralellgesellschaften.

Sowas stößt manchen Einheimischen dann unangenehm auf, woraus Vorurteile entstehen, die es dann auch integrationswilligen Zuwanderern schwerer machen kann, im Alltag.

Das ist sehr schwierig zu beantworten.

Vielleicht ist es abhängig, welche Möglichkeiten man auch hat. Hat der oder die jenige viele deutsche Freunde oder Kollegen?

Wenn angenommen ein junger Türke in Berlin-Kreuzberg im Döner-Laden seines Vaters arbeitet, erschwert das die Sache vlt. etwas mehr.

Wo lebt man? In Sachsen-Anhalt oder in einer international orientierten Stadt Frankfurt am Main (Hessen)?

Welchen Willen etwas anderes anzunehmen hat der oder die jenige oder wie offen ist man?

Schau dir mal auf der Mediathek von Markus Lanz das Interview von gesternabend mit der Sprecherin von Frank Walter Steinmeier an, wie sie von ihrem Vater erzählte, der zwar ganz schlecht deutsch spricht, aber die deutschen Tugenden "Fleiß, Ordnung, Pünktlichkeit, Sauberkeit" mehr lebt als vielleicht manchem AfD-Politiker recht sein könnte.

Diese Eltern haben alles getan, damit ihre Tochter eine gute Ausbildung bekommt und für dieses Land in einem Ministerium arbeitet. Nun entscheide selbst ob integriert oder nicht. Ich behaupte mal ja.

Das hat weniger mit "Ausländer" zu tun als mit Kultur und, vor allem, Religion.

So kann sich ein deutscher, muslimischer Konvertit schwerer tun, sich in die deutsche Gesellschaft zu integrieren, als ein Türke aus Istanbul. Ein Türke aus Anatolien wird hingegen höchstwahrscheinlich Anpassungsschwierigkeiten haben, aber die hat ein deutscher Bergbauer aus ultrakatholischem Umfeld eventuell auch, wenn er sich in Berlin ansiedelt.

Ich verlange übrigens keine Integration in dem Sinne, dass man alles an seiner bisherigen Kultur verwerfen und vergessen soll. Jede nationale Küche hat ihre Highlights, jede Musik- und Literaturrichtung ihre Schönheit. Bocuse, Rachmaninow, Tolstoj empfinde ich als Bereicherungen. Auch das Ansinnen, seine Muttersprache abzulegen, wenn man in ein anderes Land zieht, und seinen Kindern nicht beizubringen, finde ich unverschämt. Natürlich soll man die Sprache seiner Wahlheimat lernen, aber das kann man doch zusätzlich zu seiner Muttersprache tun. Ich lebe selbst im Ausland, und viele Deutsche, die ich dort getroffen habe, haben ihre Künder zweisprachig aufgezogen. Das heisst, mit ihnen zuhause deutsch gesprochen, und es dem ausländischen Umfeld (Krippe/Tagesmutter, Kiga, Schule, Freunden) überlassen, den Kindern die Fremdsprache beizubringen. Klappt wunderbar.

Fundamentalistisch ausgelebte Religionen und menschenrechtswidrige Weltanschauungen sind allerdings wirkliche Integrationshindernisse in jede freie,  menschenrechtskonforme Gesellschaft. Die gibt's auch unter Einheimischen, siehe Sekten, ideologische Schulverweiger etc.

Kommt ganz darauf an, was du unter "integrieren" verstehst. Einige sind ja der Meinung, das nur deutsch gesprochen werden soll, auch in den eigenen vier Wänden.

Ich persönlich bin der Meinung, dass das mit der Sprache sitzen muss. Wie soll ich mich unter die Leute bringen, wenn ich nicht einmal die Sprache sprechen kann?

Das variiert. Spricht er die Sprache? Hat er deutsche in Bekanntenkreis und Kollegenkreis oder bleibt er unter seinen Landsleuten, wie nah ist seine Kultur an der deutschen (beispielsweise sind auch Österreicher Auslaender in Deutschland, die Integration dürfte da aber sicher einfacher sein als für andere). Wie viel liegt der Person daran, sich zu integrieren. Befasst er sich mit den deutschen Gepflogenheiten und Gebraeuchen? 

Ich kenne so und so im eigenen Familien und Bekanntenkreis. Es gibt also keine pauschale Antwort. 

Wer sich integrieren will, schafft das überall. Nur wer unwillig ist, für den wird es schwierig.

Sich zu integrieren bedeutet , nicht nur die Sprache des betreffenden Landes zu lernen und zu sprechen, sondern auch, die entsprechende Kultur, Tradition usw. anzunehmen.

Da hapert es bei vielen Einwanderern, obwohl es ihnen sehr leicht gemacht wird.

Integration ist nie leicht. Ich war einige Jahre in der Ukraine und auch in Italien. Beide Male musste ich mir die Sprache und eine fremde Kultur aneignen. Das setzt aber viel Eigeninitiative voraus, die bei vielen Zuwanderen nicht gegeben ist.

Wenn ich mich in Italien nur in deutschsprachigen Kreisen herumgetrieben hätte, wären meine Sprachkenntnisse genauso miserabel gewesen wie bei vielen Immigranten. Nur die meisten begreifen einfach nicht, dass dabei viel von ihnen selbst abhängt.

Du fragst viel zu allgemein, man muß da schon differenzieren, nämlich einteilen nach Kultur, Bildungsgrad, Alter usw., ansonsten kommt man nicht zu Potte.

Ich denke in manchen Gegenden ist es sehr schwierig sich als  Ausländer  zu integrieren wegen der Vorurteile.

Mit etwas mehr Toleranz könnte vieles einfacher sein.

Kommt immer aufs Land, die kulturelle Nähe etc. Bei Österreichern beispielsweise halte ich das Unterfangen für hoffnungslos.

es ist für JEDEN immer schwierig, sich in einem anderen land vollständig zu integrieren, denn jedes land hat seine eigene kultur, sprache, geschichte usw..... wenn man jedoch, wie bei manchen "flüchtlingen", keine lust hat, die gesetze, sprache und kultur anzunehmen, stattdessen lieber eine menschenverachtende religion und ihre gesetze über unsere zu stellen, dann muss man eindeutig sagen: JA, diese menschen haben es sehr schwer, denn sie wollen ja gar nicht............... und eigentlich müssten solche menschen auch sofort wieder aus diesem land verschwinden.............:)

wer sich jedoch wirklich intergrieren will, hat natürlich anfangsschwierigkeiten, die jedoch JEDER hat, der in ein anderes land auswandert und die sprache, gesetze usw. dieses landes nicht kennt..............:)

EinfachSo01 08.04.2017, 15:21

Genauso ist es. Du solltest aber den Mut haben das "Kind beim Namen zu nennen" wie man so sagt. Schreibe also nicht nur etwas unklar von einer "menschenverachtenden Religion, die ihre Gesetze über unsere stellt", sondern schreibe wie es ist: Die Muslime sind das Problem! Sehr viele Muslime wollen sich ja gar nicht integrieren, außer natürlich in unser Sozialsystem. Eine Mehrheit der Europäer ist mittlerweile gegen die weitere Aufnahme von Muslimen. Leider lassen wir uns aber immer noch von den eher wenigen (aber lauten) Multi-Kulti-Fanatiker bevormunden.

https://www.welt.de/politik/ausland/article161943738/Mehrheit-der-Europaeer-gegen-Zuwanderung-von-Muslimen.html

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DerBuddha 24.04.2017, 18:18
@EinfachSo01

wer meine antworten hier überall liest, weiss wen ich meine, ich schreibe sogar in vielen muslimischen fragen, und sage eindeutig, dass der islam NICHT zu deutschland gehört !!!!!!

ich bin hier bekannt dafür, dass ich immer alles beim namen nenne.........*g*

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Integration ist immer schwierig. Aber machbar, wenn man will.

Da kommt drauf an, wie groß der Wille ist, wo man wohnt und noch vieles mehr

Nicht, wenn sie es wirklich wollen.

Ich persönlich denke, dass es eher an uns liegt und an dem Maßstab "Integration". Wann ist man integriert? Wann hört man auf sich zu integrieren? Wenn immer nur mit Unwohlsein und Verachtung auf Ausländer (bzw. Flüchtlinge) geschaut wird, ist es ja auch kein Wunder, warum dann diese Gruppen entstehen, die sich beide nicht leiden können. Klar gibt es ausnahmen, aber das sollte man nicht pauschalisieren. 

Die Kabarettkünstlerin Idil Baydar hat eine Kunstfigur namens "Jilet Ayse" erschaffen und stellt im übertrieben Sinne den "Integrationsalbtraum Deutschlands" dar.

Das Video hier behandelt das Thema Integration:

Ich finde folgendes Video von ihr auch sehr sehenswert zum Thema Flüchtlinge:

Lg <3 

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