Ist es formal in Ordnung und taktisch sinnvoll für die SPD in die Opposition zu gehen?

9 Antworten

Ich befürworte die Entscheidung der SPD in jeder Hinsicht.

1. Es ist absolut richtig, dass die SPD die AfD als stärkste Oppositionskraft verhindern will und das im Austausch für Ministerposten. Ich finde, das kann man nach all den Jahren wo man der SPD Machthunger und Ministerpostengier vorgeworfen hat, auch schon noch mal anerkennen.

2. Ich finde Deutschland braucht definitiv zwei große, sich unterscheidende Volksparteien oder mindestens 2 große, dominante Parteien die wirklich verschiedene Entwürfe anbieten können aus denen man wählen kann. Eine GroKo ist eine notlösung, das sagen sogar die Spitzenpolitiker selbst und die wissen auch warum, weil natürlich arbeit an sich nicht schlecht ist, aber CDU und SPD büßen ja beiderseits auch absolute Glaubwürdigkeit ein, wie man jetzt auch an dem Debakel für CDU/CSU sehen kann. So und das hat ja Martin Schulz auch noch mal gesagt, dass er möchte, dass es auch einen realistischen Gegenentwurf zur Politik der CDU geben muss und den findet man in der Opposition besser als in der Juniorpartnerschaft.

3. Die SPD hat ein Problem mit der politischen Landschaft. Wenn ich ein bürgerlich, linksliberale Bürger bin und wählen will, dann habe ich zwei realistische Alternativen. Grün wählen. Links wählen. Wenn ich ein bürgerlich-konservativer bin, habe ich nur eine Wahl CDU/CSU - jetzt gibt es noch die AfD, ja die haben viel gewonnen von der CDU aber sagen wir jetzt einfach mal, mehrheitlich war das Ergebnis einfach Protest - aus gutem Grund. Aber da wird doch deutlich, dass während die CDU/CSU den konservativen Meinungsmarkt bisher allein bedient hat, während SPD seit Jahrzehnten schon mit Grün und Links kämpft. Und ich sage mal, das zu konsolidieren. Die Linken anzunähern und vielleicht diesen kommunistischen Wurmfortsatz loszuwerden. Und in einer Regierung mit Merkel ist noch keine Partei beliebter geworden, da sehe ich also, dass die Grünen auch einige linkswähler einbüßen werden, die zur SPD in der Opposition zurückkehren.

4. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die SPD tief gespalten ist. Wirtschaftsliberale Flügel gegen die Parteilinke. Nicht umsonst war Siegmar Gabriel ein paar Tage ganz Still, während Andrea Nahles Frau Merkel auf die Fresse hauen will. Und die Regierung ist natürlich auch kein Ort für eine Partei innere Zerwürfnisse und Richtungsfragen zu lösen, denn da muss man Stabilität haben. Nur in der Opposition kann man sich auch gefahrlos nach innen reflektieren und das braucht die SPD ganz dringend.


 Rein formal sehen ist das absolut in Ordnung. Offensichtlich hält der Wähler nicht sehr viel von einer großen Koalition. 

 Die Frage ist nur, was soll passieren, wenn Jamaika scheitert?   Dann müsste die SPD wahrscheinlich doch noch Verantwortung übernehmen. 

 Nicht, dass das besonders erfreulich wäre, denn die Genossen waren bei jeder sozialen Sauerei dabei. Da wirkt das Geschrei nach Gerechtigkeit etwas lächerlich. 

 Rente runter, Arbeitszeit hoch, Hartz IV,  höre Mehrwertsteuer,  Heuschrecken, Leiharbeit,  katastrophale Zustände in Altenheim, unterbesetztes Personal bei Polizei und Pflege  und von den Steuergeschenken für Spitzenverdiener will ich gar nicht erst anfangen.  

Ja, die Genossen haben richtig was getan für den kleinen Mann. 

 Und das Geheule bezüglich der AFD finde ich einfach nur lächerlich. Die Leute haben ebenfalls sinnvolle Beiträge, aber anstatt mal den Verstand einzuschalten wird einfach nur ideologische Hetze betrieben. 


Ja, die Wahlergebnisse sinken immer weiter für die SPD und gerade die letzte Bundestagswahl war eine riesige Niederlage. Die SPD hofft nun in der Opposition sich neu zu gestalten und zu organisieren. Zudem muss es auch mal eine Opposition abseits von der LINKE und der AfD geben.

Formal ist es auch in Ordnung. Niemand ist in der Verantwortung zu Regieren. Falls keine Koalition zustande kommt, gibt es halt Neuwahlen. Aber das will niemand im Bundestag. 

LG

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