Ist es erlaubt einen Einbrecher mit einem scharfen Katana anzugreifen um seine Familie und sein Eigentum zu schützen oder kann man dafür dann angezeigt werden?

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10 Antworten

Ein Einbruch stellt einen Angriff auf Rechtsgüter - die Unverletzlichkeit der Wohnung und das Eigentum - dar. 

Gegen diesen Angriff ist Notwehr möglich. Notwehr ist gegen jeden Angriff auf Rechtsgüter, nicht nur Leib oder Leben, auch Eigentum, Ehre, Wohnung usw. möglich. Die Notwehr richtet sich nicht nach der Verhältnismäßigkeit, sondern nach der Erforderlichkeit. Notwehr ist die Manifestierung des Rechtsgrundsatzes "das Recht braucht dem Unrecht nicht weichen".

Erforderlich bedeutet, dass man aus mehreren zur Verfügung stehenden Mitteln das mildeste nehmen muss, sich aber nicht durch die Wahl eines zu milden Mittels auf einen Kampf mit ungewissen Ausgang einlassen. 

Wäre also die Verteidigung (oder wie du schreibst "mit einem scharfen Katana anzugreifen") mit dem Schwert erforderlich, dürftest du dich damit verteidigen. 

kannst du einen Fall nennen bei dem Notwehr beim Angriff auf Ehre, wie du schreibst, zum tragen kam und am besten auch dessen Ausgang (Gerichtsurteil oder so) ?

Notwehr beim Angriff auf Ehre halte ich doch sehr unwahrscheinlich, lasse mich aber gerne belehren.

"Wäre also die Verteidigung (oder wie du schreibst "mit einem scharfen Katana anzugreifen")" - seit wann ist Verteidigung = Angriff ??

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@teeaz

Offenbar störst du dich an der Wortwahl "angreifen". Tatsache ist, dass bei einem Einbruch in ein Haus bereits einen Angriff gegen mehrere Rechtsgüter gibt. Greife ich diesen Angreifer an, um dessen Angriff abzuwehren, kann ich es zwar Angriff nennen, rechtlich ist es aber Verteidigung. 

Der Angriff gegen die Ehre: X beleidigt unablässig den Y. Y gibt dem X eine Ohrfeige, damit er die Angriffe auf Y's Ehre beendet. Ohrfeige ist gerechtfertigt nach § 32 StGB. Wie könnte man anders gegen die andauernden Ehrverletzungen vorgehen als durch körperliche Gewalt? Weggehen, um nicht mehr beleidigt zu werden, darf deshalb nicht verlangt werden. Das Recht braucht dem Unrecht nicht weichen. Ein Urteil kann ich dir nicht nennen, hab auch keine Lust zu suchen. Unter Juristen sieht man es so wie ich. 

Btw: in deiner Antwort weist du auf die Verhältnismäßigkeit der Notwehr hin. Verhältnismäßigkeit gibt es bei der Notwehr nicht, nur die Erforderlichkeit. 

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@furbo

dann gehe ich jetzt mal ein paar Schellen verteilen...

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"Entgegen einer weit verbreiteten Auffassung ist das deutsche Notwehrrecht mit demjenigen Floridas vergleichbar.
Es erlaubt grundsätzlich gegen jeden gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff auch tödliche Gewalt, wenn diese erforderlich und geboten ist, da es dabei nicht nur um den Schutz der absoluten Rechtsgüter des Angegriffenen geht, sondern im Normalfall auch um die Verteidigung der Rechtsordnung. Eine Pflicht zum Zurückweichen existiert in aller Regel nicht („Das Recht muss dem Unrecht nicht weichen“). An der Gebotenheit fehlt es jedenfalls dann, wenn die Rechtsordnung mit diesem scharfen Schwert nicht verteidigt werden will. So gilt das Notwehrrecht in vielen Fällen nur eingeschränkt, zum Beispiel, wenn der Angreifer ein Kind oder ein Geisteskranker ist und ein Ausweichen gefahrlos möglich ist. Wer jemanden absichtlich zu einem Angriff provoziert, nur um ihn dann im Wege der „Verteidigung“ zu verletzen, kann sich nach der geltenden Rechtsprechung nicht auf das Notwehrrecht berufen. In bestimmten Fällen, vor allem, wenn der Angreifer nicht vollständig schuldfähig ist, ist nur eine Schutzwehr, aber keine Trutzwehr erlaubt. Auch wenn ein erhebliches Missverhältnis zwischen dem angegriffenen und dem verteidigten Rechtsgut besteht, kann das Notwehrrecht eingeschränkt sein. Abgesehen von diesen Ausnahmen ist grundsätzlich zu beachten, dass eine Abwägung der
entgegenstrebenden Rechtsgüter des Angreifenden und des Abwehrenden  nicht erforderlich ist.


Bestand die subjektiv angenommene Notwehrlage objektiv nicht, so kann in bestimmten Fällen Putativnotwehr
vorliegen, die dann die Bestrafung wegen eines vorsätzlichen Delikts ausschließt. Selbstverständlich schützt das Notwehrrecht nicht vor einem Strafverfahren, sondern erklärt nur im Zuge dieses Verfahrens die Tat für gerechtfertigt; dies wird von der Staatsanwaltschaft und gegebenenfalls vor Gericht überprüft"



https://de.wikipedia.org/wiki/Stand-your-ground_law#Rechtslage_in_Deutschland

Nein - ein Angriff ist grundsätzlich nicht erlaubt.

Definition Notwehr:

Gewalt, die ausgeübt wird, um einen Angriff abzuwehren und die nicht bestraft wird.

Deine Definition ist etwas zu allgemein gehalten, eine Tat in Notwehr muß keine Gewalttat sein.

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Wenn er dich bedroht ja, dann ist es Notwehr aber wenn er dich nicht bedroht dann nicht, dann kann er dich wegen Körperverletzung anzeigen

Falsch, eine Drohung ist noch kein gegenwärtiger rechtswidriger Angriff. Erst wenn er seine Drohung in die Tat umsetzt trifft das zu.

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Von Dir aus angreifen darfst Du niemals jemanden

So lange er niemanden körperlich angreifen will darfst du ihn auch nicht verletzen. Wenn du ihn damit aber in der Ecke hältst bist die Polizei da ist und du ihn nicht verletzt ist das okay. 

Wenn du einen Einbrecher verletzt, wird von der Staatsanwaltschaft

auch 

gegen dich ermittelt, zB ob du wirklich in Notwehr gehandelt hast usw. D.h. noch lange nicht, dass du verurteilt wirst, aber es wird auch abgeklärt

Du könntest dich zwar auf Notwehr berufen, wenn er dich angreifen sollte, aber die Mittel müssen verhältnismäßig sein. Ansonsten hast du natürlich das Recht, deine Familie sowie dein Hab und Gut zu schützen, aber eben verhältnismäßig. Das heißt, du darfst ihm mit deinem Katana kein Bein abhacken, wenn er eh grad fliehen will.

Verhältnismäßigkeit gibt es bei Notwehr nicht. Mir ist es nicht zuzumuten bei einem gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff erst nach dem potentiell milderen Mittel zu suchen um den Angriff abzuwehren und mich evtl. noch der Gefahr auszusetzen das das milde Mittel nicht ausreicht und der Angreifer Erfolg hat.

Was Du meinst ist der rechtfertigende Notstand, das ist aber etwas völlig Anderes.

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Nein und ja, zu recht.

achte eben drauf, wenn er dich angreift, dass zumindest er dich danach nicht mehr anzeigen kann

Das muß er auch nicht, das erledigt die Polizei selber, gefährliche Körperverletzung ist ein Offizialdelikt, da bedarf es keines Strafatrages des Geschädigten mehr, sie wird von Amts wegen verfolgt.

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