Ist es ein Zeichen für eine hohe Auffassungsgabe, wenn man früh einem großen Wortschatz anhäuft?

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3 Antworten

Wenn man früh über einen großen Wortschatz verfügt, ist das in erster Linie ein Hinweis auf gute "verbale (= sprachliche) Fähigkeiten". Das ist ein in der wissenschaftlichen Psychologie verwendeter Begriff.

"Gute Auffassungsgabe" ist dagegen lediglich ein Begriff der Alltagssprache. Man kriegt dann schon eine Vorstellung davon, was gemeint ist ("helles Kerlchen", "aufgeweckt"). In der Psychologie würde man als Oberbegriff von "Intelligenz" oder "intellektuellen Fähigkeiten" sprechen, und dann GENAUER schauen wollen, in welchen Bereichen (Konzentration, Reizverarbeitung, Konzeptbildung etc.)  Fähigkeiten besonders stark ausgeprägt sind.

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Im Prinzip schon. Deine Wortwahl "Anhäufung" wirkt hier aber etwas verdächtig, weil es nicht auf die pure Anhäufung, sondern auf die Beherrschung eines Wortschatzes ankommt:

Die wahllose "Anhäufung" von verfügbaren Wörtern allein ist nämlich nur wenig hilfreich, wenn die mangels Bedeutungsverständnis nicht semantisch und syntaktisch sinnvoll eingesetzt werden. Das führt gelegentlich zu peinlich wirkenden Angebereien mit vorgetäuschtem Bildungsgut: Da stößt man gelegentlich auf inhaltslose, rein ästhetisch zusammengefügte Sprachungetüme, mit denen manchmal weniger wortgewaltige Zuhörer durchaus beeindruckt werden.

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