Ist es ein gutes Zeichen, wenn der Hund bei Panik nach Hause rennt und nicht sonst wo hin?

9 Antworten

Das selbe ist mir auch passiert mit meiner 5 Monate alten Hündin, nur allerdings ist mir die Leine aus der Hand gefallen und sie was pfutsch, da sie sich vor der Leine die am Boden gefallen ist, erschreckt hat. Ich konnte sie GOTT SEI DANK noch einfangen. Sie war sozusagen "am Weg" nachhause. Ich denke schon, dass das ein gutes Zeichen ist! Sie hat den weg Heim gefunden. Von der Leine würde ich sie schon lassen. Früh übt es sich. Und auch wenn du sie jetzt länger nicht von der Leine lässt, sie kann dir auch im Erwachsenen Alter weglaufen, dafür gibt es ja leider keine Garantie. Ich persönlich lass meine aber nie von der Leine, da sie einen extremen Jagdtrieb hat und ich nahe dem Wald wohne. Ich übe mit ihr immer an einer Schleppleine. Das rufen geht schon wirklich besser als zuerst. Wenn sie an der Leine wirklich gut gehorcht , dann werde ich sie von der Leine lassen und so mit ihr üben, aber das mach ich jetzt im Garten auch schon. Viel Erfolg !!

Viel Erfolg!

Du solltest deine Hündin vorerst anleinen, denn panikartiges Weglaufen bringt sie selbst und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr. Sie ist ja noch sehr jung und muss lernen. Setze sie an der Leine für kurze Zeit der angeblichen Gefahr aus, wo sie mit weglaufen reagiert. Warte danach so lange bis sie sich wieder von selbst beruhigt hat. Versuche sie nicht durch streicheln oder gutes zureden zu beruhigen. Bleibe aber selbst ruhig und gelassen. Schnell wird sie merken dass es nicht gefährlich ist da du ruhig und gelassen bleibst. Ist dies geschehen, kannst du sie entweder in der Box deines Pferdes oder aber im Auto ablegen, wo sie keiner weiteren Stresssituationen ausgesetzt wird. Diese Lektionen führst du fort und erweiterst sie. Du hast viel Arbeit vor dir. Hütehunde sind hyperaktive, intelligente Tiere, sie brauchen Aufgaben die sie ermüden. Dazu gehört nicht körperliches sondern auch geistiges Training. Meine waren erst ab zwei Jahren temperamentmäßig einigermaßen händelbar obwohl sie körperlich und geistig immer im Training waren. Hast du es geschafft dass sie dir bedingungslos vertrauen brauchst du nur noch zu denken und sie tun das was du möchtest. Du musst das Vertrauen zu deinem Hund aufbauen.

Flooding bei wirklicher Angst ist nicht ratsam, dass steigert die Emotionen.

Eine Gegenkonditionierung statt vergeblich auf die Habituation zu warten, würde mehr Erfolg versprechen, zumal nach solch einem Gefahr aussetzen der Hund sich nicht beruhigt, sondern in die Erschöpfungsphase fällt, was oftmals mit Beruhigung verwechselt wird, leider aber bei weitem keine Beruhigung ist.

D.h. prasselt der Stressor weiterhin untermindert auf den Hund ein und der Hund wird diesem unvermindert stark ausgesetzt, werden Verhaltensprogramme aktiviert die aus dem Stammhirn kommen, aber leider nichts mehr mit rationalem denken zu tun haben, so lernt der Hund mit der Zeit, dass er sich entweder zur Wehr setzen muß oder aber er verfällt in die erlernte Hilflsigkeit weil er merkt, er kommt einfach nicht weg, beide Fälle ändern aber nichts an der Emotion des Hundes, sondern stressen ihn weiterhin und dann tritt eben die Erschöpfungsphase ein.

Deshalb eignet sich hier entweder eine Desensibilisierung, besser noch eine systematische Desensibilisierung als das man Flooding (Reizüberflutung) in Betracht zieht.

Streicheln oder ruhiges zureden sollte mit Vorsicht angewandt werden, kann aber die Angst selbst nicht verstärken, da diese dem vegetativen Nervensystem unterliegt, d.h. die Beurteilung dessen läuft autonom ab und wir haben wenig bis gar keinen Einfluss darauf.

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@Anda2910

Ich sprach nicht von einer Dauerbelastung, sondern von einer kurzen Einwirkung von lauten Geräuschen, die den Angstzustand des Hundes auslöst. Dabei kann es sich um ein plötzlich scharrendes Pferd mit Eisen auf Beton, oder einen umgefallenen Blecheimer, oder um ein Knallen der Peitsche , oder das Zuschlagen der Futterkiste/Tür handeln. Ich schrieb nicht von Dauerbelastung wie Presslufthammer oder allgemein lauter Geräuschkulisse. Denn da stimme ich dir zu was die Erreichbarkeit des Erschöpfungszustand bedeutet. Soweit sollte es auf keinen Fall kommen. Ich gehöre zu den Menschen die sehr viel mit Pferden und Hunden zu tun hat. Unter meinen Hunden waren auch Angsthasen, die eben solche Geräusche wie ich sie aufgeführt habe mit Panik quittierten. Je nach Temperament oder Gemütszustand dauerte die Gewöhnungsphase kürzer oder länger. Ich habe mit der von mir vorgeschlagene Methode meine Hunde dazu gebracht dass sie es gar nicht abwarten konnten, wenn ich meine Reitklamotten angezogen habe und zum Stall wollte.

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@Alexandra2704

Mit Pferden habe ich weniger zu tun, dafür umso mehr mit Hunden aller Art.

...und ich glaube Du hast auch mich falsch verstanden, ein kurzes Knallen wird in diesen jungen Tagen des Hundes immer eine Reaktion auslösen, dass gehört ja zum normalen Überlebensprogramm eines Hundes, aber auch da wäre ich vorsichtig mit Habituation. ;-)

Denn auch da sollte m.M.n. zwischen kurzzeitig auftretendem erschrecken des Hundes und länger andauernder Belastung also Angstreaktion unterschieden werden.

Das Erschrecken erfordert erst einmal nur die Taxis zum Auslöser, der Angstzustand aber ein ganzes dahinter liegendes Verhaltensprogramm und das schien ja hier der Fall zu sein, da Fluchtverhalten nun einmal von einem Verhaltensprogramm initiiert worden bzw. dieses ist.

Deshalb habe ich nur darauf hinweisen wollen, dass man zwischen kurzzeitiger Aufmerksamkeit und Angst unterscheiden sollte und die dazu gehörige Behandlungsmethodik mit Vorsicht bedenken, denn die Beurteilung solch einer Situation legt die Schranken für weiteres eventuell auftretendes Problemverhalten.

Somit könnte es schwierig werden bei solch einem Verhaltensprogramm nur mit Desensibilisierung zu arbeiten und auf Habituation zu setzen, besser wäre eben die systematische Desensiblisierung z.B. in Form von Zeigen oder in diesem Fall "Hören" & Benennen anzuwenden.

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Ob das nun ein gutes Zeichen war, ist fraglich... besser wäre gewesen sie hätte bei Dir Schutz gesucht, aber nach Hause ist immer noch besser, als ganz abgehauen.

Wie Beutelkind schon schreibst, arbeite am Rückruf, aber den in kleinen Schritten aufbauen, d.h. fange unter gar keine Ablenkung an, z.B. zu Hause damit sie erst einmal das Signal mit dem Verhalten in Verbindung bringt, dann steigerst Du die Ablenkung, aber in kleinen Schritten.

Kennst Du den Auslöser für das weg laufen und erschrecken? Hervorragend, alles was ähnlich ist, wie dieser Reiz zu diesem Zeitpunkt könnte auch zum Auslöser werden bzw. schon dazu gehören, so arbeitest Du Dich zu genau diesen Punkten hoch mit dem Rückruf und Deine Hündin lernt, dass Du ihr Schutz bieten wirst und kannst.

Aber an der Angst in diesem Moment solltest Du auch arbeiten, denn Angst wird nicht besser indem man es so beläßt, sondern verschlimmert sich mit der Zeit, bei einer fast 6 Monate alten Hündin kannst Du aber noch viel und stark Einfluß auf ihr Verhalten nehmen.

So arbeite nie mit straflicher Einwirkung, dass stärkt das Vertrauensverhältnis und sie wird erst Recht eher Schutz bei Dir suchen, als zu flüchten. ;-)

dein hund hat schutz gesucht bei dir zuhause,"seiner hölle"...nicht jeder hund muss sich trotz guter bindung hinter frauchen verstecken...erst recht nicht wen ein hund wirklich panik hat(tiere/menschen in panik handeln nur noch instinkten),der hund ist immer noch ein fluchttier und geht nur auf konfrontation wen er nicht weg kann...versuch mit der schleppleine solche situationen zu provozieren geh in die hocke und zieh sie sanft zu dir,nicht sprechen nur kurz über den körper streichen,fest in den arm nehmen und warten bis sie sich in deinen armen beruhigt hat,dann stehst du auf und gehst ruhig weiter...

"Erst mal nicht mehr von der leine lassen ?" ist eine sehr gute erste Maßnahme! Besorge Dir eine Schleppleine und übe mit Deiner Hündin immer und immer wieder den Rückruf!

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