Ist es ein Fehler als eher ängstlicher Mensch, einen Hund mit ausgeprägtem Schutztrieb (Cane Corso, Presa Canario, udgl.) halten zu wollen?

15 Antworten

Wenn man einen Hund hält sollte man sich klar machen, das man dafür verantwortlich ist, wie sich der Hund verhält. 

Hat man einen Hund übernimmt man im weiter gesehenen Sinne die Ersatzvaterschaft/Ersatzmutterschaft für einen Hund. 

Wenn nun die Mutter oder der Vater Angst haben heißt es nicht gleich, das der Hund einen beschützt, das hängt dann auch mit dem Hundecharakter zusammen. 

Es gibt eine gewisse Stimmungsübertragung aber das heißt nicht gleich, das ein Hund von einem ängstlichen Halter gleich ängstlich, aggressiv oder erregter wäre. Es hat sehr vieles mit der Erziehung zu tun. 

Ich bin z.B. ein Mensch der sich eher wenig von aussen was sagen lässt, tritt mir jemand auf die Füße kann ich auch ganz anders, habe aber eine ängstliche Hündin und das sicher nicht weil sie bei mir gestraft wird oder ich sie gängel. Auch bellt sie nichts und niemanden an und zeigt keinerlei Aggressionen sondern sucht eher Schutz bei mir wenn etwas ist. Mein Rüde tut selbiges hat aber einzig und alleine Angst vor LKW's, alles andere ist ihm egal. Er hat keine Angst vor Menschen oder anderen Hunden und zeigt auch keinen übermässiges Schutzverhalten. 

Wenn man nun ein Mensch ist der z.B. eine generalisierte Angststörung hat, dann kann das ganze natürlich etwas schwierig werden weil der Hund die Angst riecht und in dieser Kombination mit einem Hund der ein ausgeprägtes Schutzverhalten zeigt könnte es Komplikationen geben. 

Das heißt nicht das der Hund nun die "Kontrolle" übernehmen will, denn das macht kein Hund sondern heißt das nur das der Hund Deine Angst wahrnimmt und Empathie ist bei Hunden natürlich, auch wenn immer wieder behauptet wird es gäbe keine Empathie bei Hunden und sie wären reine Opportunisten. Altruistische Verhaltensweisen gibt es auch bei Hunden und die sind sogar sehr verbreitet im Tierreich. 

Somit ein Mensch der unsicher ist und einen Hund hält egal welcher Rasse, ist nicht gleich ein Hundehalter der sich Sorgen darum machen müßte, das sein Hund einen ausgeprägteren Schutz"trieb" haben könnte. Die Begrifflichkeit Trieb ist nun schon seit einigen Jahrzehnten wiederlegt, heute nennt man das Arousal und vereinfacht ausgedrückt beschreibt das nur den Erregungszustand eines Tieres. 

M.M.n. ist es ein Fehler sich überhaupt einen Hund zu halten, wenn man sich mit lerntehoretischen Vorgängen und dem Wesen eines Hundes nicht auskennt und das auch in theoretischer Form. 

30 jährige Hundeerfahrung sind kein Indiz dafür das man wirklich Kenntnisse über Hunde hat, denn x Menschen haben 60 jährige Erfahrung mit Menschen sind aber noch lange keine Psychiater. 

Bin grad bei dem Absatz, in dem du das erste mal "generalisierte Angststörung" sagst.
Hab das vorher nie gehört und nun gegoogled.....
Ich muss ganz dringend zum Psychologen.. die Symptome stimmen 1:1, wie ausgeschnitten.
Ich kann mich damit identifizieren wie noch nie mit einer Thematik zuvor.

Werd den Rest jetzt nicht weiterlesen weil ich erst mal diese Baustelle regeln muss bevor ich an einen Hund denke.

Vielen lieben Dank für deine Hilfe.

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So dann hast du dir die Frage ja bereits selbst beantwortet. Einen selbstbewussten Hund als ängstliche Person zu nehmen ist einer der dümmsten Ideen. Sorry😅! Der Hund merkt wie sich sein Besitzer fühlt und welche Energie du ausstrahlst. Wenn du einen ängstlichen und unterworfenen Eindruck machst, wird dich vor allem eine Rasse wir der Cane Corso auch genau so sehen und daraus schlussfolgern, dass er der bessere Rudelführer ist und dir somit viele Entscheidungen abnehmen. Angefangen beim Gassi gehen. Ob er zieht, andere Hunde anbellt, hochspringt, auf dich hört oder nicht, weiß er dann seiner Sicht nach besser als du. Wenn du nicht autoritär bist, wird der Hund keinen Grund haben, auf dich zu hören. Dies darf generell nie passieren, ist jedoch bei einem 4kg Malteser unessentieller als bei einem 50kg Cane Corso. Wenn du schon selber zugibst, dass du im Moment keine Zeit hast, hat sich die Sache vorerst so und so geklärt. Gruß!

Das hast du schon vollkommen richtig gesagt, der Hund riecht sogar deine Angst, weil du dann andere Hormone ausschüttest. 

Eine Freundin von mir hatte z.B. Angst wenn sie alleine im Haus war und wenn sie alleine durch die Stadt lief. 

Sie hat sich dann einen größeren Mischlingshund geholt. Seither hat sie keine Angst mehr, weil sie sich mit dem Hund einfach sicher fühlt. Und solange sie keine Angst hat, fühlt sich auch der Hund sicher.

Aber du musst dich dann eben mit deinem Hund wirklich sicher und selbstbewusst fühlen, als ob euch im Team niemand was anhaben kann. Wenn du trotz Hund Angst hast, ist das  nichts für dich.

Du hast recht: das ist keine gute Idee! So ein Hund braucht eine souveräne, starke Persönlichkeit. Sonst geht das nach hinten los!  Du brauchst einen gutmütigen, freundlichen, selbstbewussten Hund der dir Sicherheit gibt

Was für Rassen kommen da in Frage?
Und danke für deinen Beitrag Paulina. :)

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In erster Linie fällt mir da ein Golden Retriever einfallen. Der geht mutig und freundlich auf alle zu und wird dir damit helfen, deine Ängste zu reduzieren. Ebenso könnte ein Neufundländer oder Berner Sennen geeignet sein.

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@Paulina42

auch diese Hunde gehen bei Angst nicht, spreche da aus Erfahrung und grad der Berner ist unter anderen ein exzellenter Wächter sprich es ist bei ihm schon in der Veranlagung aufzupassen.

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Ich sehe es so, wenn du eher ängstlich bist und der Cane Corso das merkt (das wird er schnell), dann weiś er das du nicht in der Lage bist, einen heran kommenden Hund zu verscheuchen und die Sache zu regeln. Umkehrschluss: der Cane Corso wird die Sache für dich regeln. Wo das hin führt, wenn ein 50kg schwerer Hund die Sache klärt, ist genau das was du selbst erlebt hast. Ein unerzogenen Hund der sich von dir nicht regeln lässt und im Notfall andere beißt. Willst du dann zu den Hundehaltern gehören vor denen du jetzt Angst hast? 

Das ist das letzte was ich will

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